Zwei Tage lang mussten die Gößlinger ihr Wasser abkochen. Foto: Zentralbild/dpa/Patrick Pleul

Eine bakterielle Verunreinigung des Trinkwasser wurde in Gößlingen festgestellt. Zwei Tage lang konnte das Wasser aus der Leitung nicht bedenkenlos konsumiert werden. Am Freitag wurde dann endlich Entwarnung gegeben.

Bei einer Routineuntersuchung des Trinkwassers im Hochbehälter in Gößlingen wurde am Mittwoch, 14. August, eine Überschreitung der mikrobiologischen Parameter festgestellt.

 

Die Analyse ergab, dass das Wasser bakterielle Verunreinigungen aufwies, wie der Wasserversorger Zweckverband Oberer Neckar (ZVON) und das Gesundheitsamt Rottweil mitteilten.

Umgehend nach der Entdeckung wurde ein Gebot für das gesamte Ortsnetz Gößlingen erlassen: Als Vorsichtsmaßnahme sollten die Bürger das Leitungswasser vor dem Konsum abkochen. Zusätzlich wurden Maßnahmen wie die Desinfektion und Spülung des betroffenen Netzes durchgeführt.

Noch am selben Tag wurden weitere Probenentnahmen veranlasst, um den Umfang der Verunreinigung bestimmen zu können.

Keine Erkrankungsfälle bekannt

Ein mikrobiologische Eintrag im Wasser kann zu Unwohlsein und Durchfallerkrankungen führen. Dem Gesundheitsamt lagen diesbezüglich aber keine Erkrankungsfälle vor, wie unsere Redaktion auf Nachfrage erfährt.

Aus der Anordnung des Wasserversorgers war zu entnehmen, dass zur Desinfektion dem Leitungswasser Chlor zugegeben wurde. Die Anwohner sollten das Leitungswasser zudem vor dem Gebrauch sprudelnd aufkochen und anschließend für mindestens zehn Minuten langsam abkühlen lassen. Nur so sei es sicher für den Verzehr, die Zubereitung von Speisen, das Zähneputzen und die Reinigung offener Wunden. Das Duschen, Baden und Wäsche waschen sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Zudem durfte das Leitungswasser nicht für die Befüllung von Aquarien verwendet werden.

Abkochgebot aufgehoben

Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Wasser im gesamten Verbandsgebiet gechlort, weshalb es in anderen Gemeinden teilweise einen leichten Chlorgeschmack oder -geruch aufweisen konnte. Am Freitagnachmittag, 16. August, wurde das Gebot wieder aufgehoben.

Ursache noch unbekannt

Der Zweckverband Oberer Neckar und das Gesundheitsamt sind derzeit noch auf der Suche nach der Ursache für die Verunreinigung. Thomas Albrecht, Verbandsvorsitzender des ZVON, vermutet eine mögliche Verschmutzung im Zuge des Baus der neuen Ringleitungen auf der Gemarkung Dietingen. Sicher könne man es aber noch nicht sagen.