Ein besonderer Tag in Helmut Bürkles Leben: Wirtchaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut verlieh ihm im Dezember 2017 die Staufermedaille. Foto: Thomas Kost

Nicht nur die Welt der Blasmusik und der Kommunalpolitik, die Familie und eine fast unüberschaubare Zahl von Weggefährten trauert um einen bedeutenden Mann.

Helmut Bürkle (87) ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag in seinem Haus im Breiteweg friedlich entschlafen.

 

„Urgestein der Blasmusik“, „Kämpfer für die Vereine“, „Besondere Persönlichkeit“ – es gibt nur wenige Menschen, auf die solche Beschreibungen zutreffen. Helmut Bürkle war ohne Zweifel einer von ihnen. Und außerdem: Wem wird schon ein eigenes musikalisches Werk gewidmet? Helmut Bürkle hat eines bekommen. Und zwar den Helmut-Bürkle-Marsch. Bei der Verleihung der Staufermedaille an ihn, wurde dieser von seinem Heimatverein, der Bauernkapelle Trillfingen, vor 150 Gästen intoniert; das Stück stammt aus der Feder von Adalbert Deuringer junior.

Wirtschaftsministerin verleiht Bürkle die Medaille

Auf die Auszeichnung mit der Staufermedaille war der jetzt Verstorbene immer stolz. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut verlieh sie ihm im Dezember 2017. Mit der vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten verliehenen Medaille werden Menschen bedacht, die durch außerordentliches ehrenamtliches Engagement zum Zusammenhalt der Gesellschaft beigetragen haben.

Die Staufermedaille und auch die Goldene Ehrennadel des baden-württembergischen Gemeindetages hatte sich Helmut Bürkle verdient, weil er 46 Jahre in der Haigerlocher Kommunalpolitik aktiv war. Von 1968 bis 2014 war er Mitglied im Trillfinger Gemeinde- und späteren Ortschaftsrat. Von 1973 bis 2014 saß er für die CDU im Gemeinderat der Stadt Haigerloch und wirkte an vielen wegweisenden politischen Entscheidungen mit. Zudem war Helmut Bürkle im Bezirksrat der AOK Zollernalb und 30 Jahre im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung Haigerloch-Nord.

Die Blasmsuik war Helmut Bürkles Leidenschaft

Neben der Kommunalpolitik prägte ohne Frage die Musik sein Leben. In der Bauernkapelle Trillfingen war er als gelernten Posaunist und Trompeter seit 1955 aktiv; in dieser langen Zeit bekleidete Helmut Bürkle mehrere Vorstandsämter, so zum Beispiel 29 Jahre das Amt des Vorsitzenden. Aus diesem Grund ernannte ihn sein Heimatverein schon im Jahr 2000 zum Ehrenvorsitzenden. Im Blasmusik-Kreisverband Zollernalb (BKVZ) mit seinen 75 Mitgliedsvereinen war Bürkle von 1980 bis 2019 als stellvertretender Vorsitzenden aktiv. Dafür wurde er 2019 in der Kreisverbandsversammlung in Ringingen vom damaligen Kreisverbandsvorsitzenden Heiko-Peter Melle (†) zum Ehrenmitglied ernannt.

Schon vier Jahre vorher, 2015, hatte Bürkle als erster Musiker und Funktionsträger aus dem Zollernalbkreis die Ehrenmedaille in Gold erhalten – eine der höchsten Auszeichnungen, die der Blasmusik-Landesverband Baden-Württemberg zu vergeben hat.

Als Kraftfahrer 44 Jahre gearbeitet

Und nicht vergessen darf man den Privatmenschen Helmut Bürkle: Am 25. Juli 1938 hatte er das Licht der Welt erblickt. Er erlernte zunächst das Maurerhandwerk und war danach 44 Jahre lang als Kraftfahrer in der Bad Imnauer Fürstenquelle (heutige Mineralquellen) beschäftigt.

Nebenher betrieben er und seine Frau Rosa bis zu seinem Schlaganfall 2015 eine kleine Landwirtschaft. Seine Ehegattin kannte er schon von Kindesbeinen an. Sie wohnte nämlich nur drei Häuser weiter und gemeinsam sind sie in Trillfingen aufgewachsen. „Gefunkt“ hat es schließlich bei einem Fasnetsball im Trillfinger Bräuhaus 1958. Am 1. Mai 1962 gaben sie sich auf dem Standesamt in Trillfingen das Ja-Wort. In der Kirche St. Valentin wurden sie von Pfarrer Franz Xaver Schmider getraut. Nach der Hochzeit zog das Paar ins elterliche Haus von Helmut Bürkle. 1963 kam Tochter Sigrid zur Welt, 1966 Sohn Jürgen und 1968 Sohn Roland. Aus Rolands Ehe stammt Enkelkind Leon – der ganze Stolz des Opas und der Oma. 2022 feierte das Ehepaar Bürkle die Diamantene Hochzeit.

Info

Die Beisetzung
Helmut Bürkles auf dem Trillfinger Friedhof findet am Donnerstag, 30. Oktober, statt. Die Beerdigung ist ab 14 Uhr.