Für den kleinen Emil Dorn aus Trillfingen wird die Fußball-Europameisterschaft 2024 in ganz besonderer Erinnerung bleiben: Denn er war bei der Partie Frankreich gegen Belgien mittendrin und nicht nur dabei.
Montagabend, kurz vor 18 Uhr. Es ist EM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Belgien. In der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf füllen gut 46 000 Zuschauer die Ränge, alle fiebern dem entgegen, was gleich kommen wird. Mitten unter ihnen, und zwar in allervorderster Reihe befindet sich Emil Dorn.
Er ist ein so genanntes Einlaufkind und darf an der Hand eines französischen Fußball-Nationalspielers die EM-Bühne beziehungsweise den grünen Rasen betreten. Aber welcher der Superstars wird es sein?
Emil hat sich Stürmer Antoine Griezmann gewünscht, den Top-Spieler von Atletico Madrid. Am Ende ist es Adrien Rabiot, Mittelfeldspieler und einer der Stars beim italienischen Club Juventus Turin.
Emil macht seine Sache gut und ist überhaupt nicht nervös, er steht kerzengerade und lacht sogar – trotz dutzender Fotojournalisten und Kamerateams, die den Moment einfangen, als die Nationalhymnen erklingen. Nach dem Abmarsch der Kinder darf er auf die Tribüne, wo ein ganzer Block für die Einlaufkinder und ihre Eltern reserviert ist. Dort schaut er sich mit seinem Papa das Spiel an. Danach geht es zurück ins Hotel in der Düsseldorfer Altstadt, wo noch Zeit bleibt, sich am Fernseher ein bisschen das zweite EM-Spiel des Abends zwischen Portugal und Slowenien anzuschauen.
Die Eltern waren den Tränen nahe
Auch für Sven Dorn war der Moment, als sein Bub seinen großen Auftritt hatte, ein bewegender Moment: „Alle Eltern auf der Tribüne waren den Tränen nahe, als ihre Kinder auf das Spielfeld liefen“, erzählt er unserer Zeitung.
Und wie ist es überhaupt zu Emils Auftritt gekommen? Nun, die Dorns haben sich an einem Gewinnspiel beteiligt, das der Markendiscounter und EM-Sponsor Lidl zur Fußball-Europameisterschaft in Deutschland veranstaltet hat. Im Mai kam dann die Benachrichtigung, dass Emil Dorn dabei sein darf. „Spiel Nummer 42, Achtelfinale in Düsseldorf. Wir waren alle total überrascht“, so Sven Dorn.
Lidl ermöglichte seinem Sohn aber nicht nur die Teilnahme als Einlaufkind, sondern übernahm auch die Zugfahrt mit dem ICE und die Kosten einer Hotelübernachtung. Weil die Dorns aber auf Nummer sicher gehen und keine böse Überraschung wegen einer etwaigen Zugverspätung erleben wollten, fuhren sie bereits einen Tag früher los.
Mama Nadine packte Ehemann und Sohn deshalb schon am Sonntag ins Auto und fuhr sie zum Hauptbahnhof nach Stuttgart. Die Bahnfahrt klappte wie am Schnürchen und bereits am frühen Nachmittag waren Sven und Emil in der Rhein-Metropole. Genug Zeit, um zunächst ein auf eigene Kosten gebuchtes Hotel zu beziehen und auf der Fanmeile in Düsseldorf die EM-Atmosphäre einzusaugen: Beim Public Viewing am Rheinufer schauten sich die beiden die Partie zwischen England und Schottland an.
Emil selbst ist erfolgreicher Bambini-Torjäger beim TSV
Am nächsten Tag wechselten sie nach dem Frühstück dann in das eigentlich für sie vorgesehen Quartier und trafen dort auch auf die anderen Kinder und deren Eltern. Weil Lidl ein europaweit agierender Discounter ist, waren nicht nur deutsche Kinder dabei, sondern auch welche aus Polen, Frankreich oder England.
Nach der Begrüßung und den ersten Instruktionen im Hotel ging es für Sven und Emil dann erstmal auf getrennte Wege. Während die Kinder per Bus ins Stadion gebracht wurden, um dort für ihren Auftritt zu üben, absolvierten die Eltern eine Stadtführung zu den Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs. Schon bevor es losging, hatte Emil im Stadion die eine oder andere Begegnung, die jedes Fußballer-Herz höher schlagen lassen: Er traf dort den ehemaligen französischen Nationalspieler und Weltmeister Christian Karembeu und den früheren Bayern-Profi und Champions-League-Gewinner Daniel van Buyten.
Am Dienstagabend waren Vater und Sohn dann wieder wohlbehalten in Trillfingen, erschöpft aber voller unvergesslicher Erlebnisse. Für den bekennenden Fan von Eintracht-Frankfurt und Lionel Messi ist es übrigens nicht der erste Stadionbesuch: Er war schon in der Balinger Bizerba-Arena (gegen den VfB II) und in den großen Stadien in Stuttgart und Frankfurt. Er selbst kickt für die Bambini des TSV Trillfingen und ist ein sogenannter „Goalgetter“: In der abgelaufenen WfV-Spielrunde hat Emil nämlich 25 Tore geschossen.