Wolfgang Grupp will dem Landkreis helfen. Standort wurde schon vor Jahren genehmigt.
Nach jahrzehntelanger glücklicher Ehe hat Trigema-Inhaber Wolfgang Grupp jetzt entschieden, dass doch nochmal jemand anders bei ihm landen darf: Rettungshubschrauber nämlich - auf dem firmeneigenen Heli-Landeplatz hinter den Werksgebäuden in Burladingen. Was genau dahinter steckt erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel
Burladingen/Balingen - "Ich will den Landkreis gerne fördern", sagt Wolfgang Grupp Senior auf Anfrage unserer Zeitung. Kurz zuvor erst hat er per Weihnachts-Videobotschaft seine Mitarbeiter gelobt und ihnen im Corona-Jahr, das für alle sehr schwierig gewesen sei und jedem viel abverlangt habe, wie er sagte, 500 Euro extra mit dem Dezember-Salär angekündigt. Sein und seiner Familie Ausdruck des Dankes, für den unermüdlichen Spirit und Fleiß unter seinen Mitarbeitern, wie er in der Videobotschaft betont.
Standort wurde schon vor Jahren genehmigt
Die Elisabeth-und-Wolfgang-Grupp-Stiftung hat seit Jahren, teilweise mit sechsstelligen Summen, soziale und kommunale Projekte in der Stadt Burladingen gefördert. Unter anderem auch einen neuen Einsatzwagen für das DRK. Da passt es doch ins Bild, dass der Inhaber der Firma eine Anfrage von Landrat Günther-Martin Pauli positiv beschied. Der hatte mal vorgefühlt, ob man nicht Rettungshubschrauber im Notfall auf dem bereits perfekt ausgebauten Helikopter-Landeplatz in Burladingen hinuntergehen und wieder aufsteigen lassen könnte.
"Das ist doch überhaupt kein Problem", erläutert Grupp generös. "Wir nutzen unseren Hubschrauber ja nicht permanent und täglich. Da ist ja nicht ständiger Flugverkehr", beschreibt der agile und entscheidungsfreudige Endsiebziger die Lage. Tatsächlich nutzt die Unternehmer-Familie den Heli vor allem, um schnell und unkompliziert zu den bundesweit verstreuten Trigema-Testgeschäften zu gelangen, ohne stundenlang auf Autobahnen im Stau stehen und wertvolle Zeit verlieren zu müssen.
Für den vom Landkreis geplanten weiteren Landeplatz für Rettungskräfte böte das Trigema-Gelände erhebliche Vorteile. Denn das Luftfahrt-Bundesamt hat diesen Standort schließlich schon vor Jahren genehmigt, Einflugschneisen ausgemessen und bestimmt und die Infrastruktur kontrolliert. Für jeden neu zu bauenden Hubschrauberlandeplatz wären langwierige und zeitraubende Verfahren und viel Papierkram nötig.
Öffentliche Kerosintankstelle
Auf dem Trigema-Gelände entfällt das alles. "Hier ist ja alles schon da, selbst eine öffentliche Kerosintankstelle, die manchmal von anderen Piloten in Anspruch genommen wird", erläutert Grupp. Auch würde er dem Rettungsarzt gerne einen Raum vermieten, wenn der sich irgendwo bereit halten müsse. "Nur einen Neubau auf unserem Werksgelände habe ich abgelehnt", stellt er klar. Der Rest sei kein Problem.
Wert legt Grupp auch darauf, dass die Anwohner rund um das Betriebsgelände nicht allzu häufig von Rotorenlärm belästigt werden. Aber Notfälle passieren schließlich nicht all zu oft, und der nächstgelegene Rettungsheli-Landeplatz ist am Albstadion in Ebingen. Der Einzugsbereich für derlei Einsätze wäre also so groß dann doch nicht.
Trotzdem könnte die Verfügbarkeit eines solchen Platzes auf der Alb in Burladingen, zwischen den Landkreisen Sigmaringen und Reutlingen, nicht nur die Stadt, sondern die Infrastruktur der Region in Sachen Rettungswesen erheblich aufwerten.