Frisches Wasser – für die Burladinger könnte der Preis steigen, obwohl eine teure Altlast im Zweckverband abgetreten wurde. Foto: pixabay

Die Fehlastadt ist mit den teuren Wasserrechten, die sie jetzt im Zweckverband abtreten konnte, nach Ansicht der Verwaltung und des Gemeinderats eine Altlast an jährlichen Kosten los geworden. Trotzdem wird der Wasserpreis auch für die Burladinger wohl steigen.

Burladingen - Denn der Deal mit den Nachbarstädten, den Burladingen beim jüngsten Treffen des Zweckverbands Hohenzollern Wasserversorgung, abgeschlossen hat, ist nur eine Seite der Medaille. In der Mitgliederversammlung ist wegen der steigenden Kosten und weniger Einnahmen auch eine Erhöhung des Wasserpreises beschlossen worden.

Der Kämmerer ist noch am rechnen

"Was das unterm Strich genau heißt, muss ich noch ausrechnen", bekannte Burladingens Erster Beigeordneter und Meister des Haushalts, Berthold Wiesner, in der Gemeinderatssitzung.

Zuvor hatte Bürgermeister Davide Licht den Rätinnen und Räten endlich Vollzug melden können. Denn seit vielen Jahren bezahlte Burladingen im Zweckverband Wasserversorgung für edle Tropfen, die die Stadt gar nicht mehr braucht. Seinerzeit, als die Textilindustrie blühte und viele tausende Liter Wasser im wahrsten Sinne des Wortes durch die Behandlung und Ausrüstung der Stoffe den Bach runtergingen, waren die Chefs und Inhaber der Betriebe darauf bedacht, sich ein großes Wasserkontingent im Verband zu sichern.

Wolfgang Grupp setzte auf Innovation statt Wassermassen

Alle bis auf einer: Trigema-Chef Wolfgang Grupp redete mal in launiger Runde darüber, dass er sich damals schon sicher war, dass die Technik so weit fortschreiten würde, dass auch im Textilbereich die tatsächlich verbrauchte Menge an Wasser immer weiter sinken werde.

Er sollte recht behalten. Auch mit seiner Überlebensstrategie im Textilmarkt. Seine Konkurrenten sind fast alle nicht mehr da. Das Wasser, das sie einst wollten, wurde aber nach dem Niedergang fast aller Betriebe nicht mehr gebraucht. Bezahlen musste es Burladingen trotzdem und versuchte seit Jahren aus dem mittlerweile zum Knebelvertrag mutierten Abkommen mit dem Zweckverband heraus zu kommen.

Balingen, Hechingen und Rangendingen übernehmen

Jetzt ist es geglückt. Insgesamt fünf Liter pro Sekunde trat die Fehlastadt an Nachbargemeinden ab, an die, die gewachsen sind, in denen die Industrie blüht und die jetzt mehr Wasser brauchen. Balingen übernimmt künftig zwei Liter pro Sekunde, die Stadt Hechingen einen Liter pro Sekunde und Rangendingen ebenfalls zwei Liter pro Sekunde.

Billiger wird das Wasser für die Burladinger wohl trotzdem nicht. Denn der Verband beschloss wegen gestiegener Kosten und Mindereinnahmen eine Erhöhung des Wasserpreises für seine Mitgliedsstädte und Gemeinden. Ab 1. Januar 2022 wird die Festkostenumlage erhöht, der Preis steigt von bisher 29,3 Cent pro Kubikmeter inklusive Wasserentnahme-Entgeld dann auf 32,28 Cent.