Wolfgang Grupp junior führte im Juni auch Politprominenz durch die Abteilungen von Trigema. Foto: Rapthel-Kieser

Das Jobcenter und die Firma Trigema hatten im Juni vor allem arbeitslose Flüchtlinge eingeladen, um ihnen die Firma vorzustellen und ihnen einen Arbeitsplatz anzubieten. Mit Erfolg?

Der Aufwand war auf beiden Seiten groß gewesen. Das Jobcenter aus Balingen hatte eine Vielzahl an Arbeitslosen angeschrieben und letztlich 80 zum Job-Speeddating nach Burladingen in die Firma Trigema eingeladen. Dort hatten sich sämtliche Abteilungen darauf eingestellt, die Menschen zu empfangen, Fragen zu beantworten und ihnen den Einstieg in den Job „so niederschwellig wie möglich“ zu machen, wie es Elisabeth Grupp seinerzeit formulierte.

 

Bonita Grupp begrüßte zum Job-Speeddating und sprach jetzt mit uns über den Erfolg.

Alle Abteilungen der Textilfirma zeigten ihre Aufgaben

Zur Begrüßungsrede von Bonita Grupp hatte sich auch die Polit-Prominenz, die Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz etwa, die Landtagsabgeordneten Cindy Holmberg und Manuel Hailfinger und Bürgermeister Davide Licht dazu gesellt. Danach ging es an Stehtische und schließlich in kleinen Gruppe zu Führungen durch alle Abteilungen der bundesweit bekannten Textilfirma. Jetzt, vier Monate später, wollte unsere Redaktion von Bonita Grupp wissen, ob sich der große Aufwand gelohnt hat und wie viele Mitarbeiter hängen blieben.

„Für die Konfektion werden immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht“

Von drei Einstellungen sind noch zwei im Unternehmen tätig

„Es gab nach diesem Job-Speeddating tatsächlich drei Einstellungen“, erzählt die geschäftsführende Gesellschafterin. „Wir suchen ja vor allem in der Konfektion immer dringend Näherinnen und Näher und Produktionsmitarbeiter“, sagt sie. Von den dreien, die so spontan gleich nach dem Termin eingestellt wurden, sind noch zwei da, weil eine mittlerweile in die USA ging.

An Stehtischen ging es bei Trigema um ein erstes Kennenlernen der für die möglichen neuen Kollegen. Foto: Rapthel-Kieser

Aber, so sagt Bonita Grupp, dies sei nur der erste Erfolg gewesen. Denn so eine Aktion spreche sich ja auch herum und durch die Mund-zu-Mund-Propaganda würden viel mehr Leute auf die Firma und ihre Jobangebote aufmerksam, als an diesem Tag tatsächlich in der Firma waren. Denn hernach würden Firmenadresse und Tipps ja auch im Bekanntenkreis weiter gegeben werden, ist sie sich sicher.

Auch Trigema lernt dazu und optimiert seine Suche nach Mitarbeitern

Danach habe Trigema, so erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion, noch einmal Ähnliches gestartet. Zusammen mit dem Landratsamt des Zollernalbkreises und Dolmetschern verschiedener Sprachen gleich vor Ort.

„Wir lernen ja auch dazu und versuchen auch unsere Jobsuche zu optimieren“, sagt die junge Unternehmerin. Damals seien dann tatsächlich noch einmal sechs Mitarbeiterin verschiedenen Abteilungen bei Trigema hängen geblieben. Für Bonita Grupp ein guter Erfolg und sie würde, so sagt sie auf unsere Frage, so eine Aktion durchaus auch noch mal machen mit einer großen Portion Optimismus.

Weitere Informationen

Anke Traber,
Vorsitzende der Geschäftsführung der Balinger Niederlassung der Bundesagentur für Arbeit hatte damals von Seiten des Jobcenters das Speeddating mit Trigema organisiert. Sie wies schon damals darauf hin, das seit einiger Zeit monatlich jeweils eine dieser Jobbörsen im Zollernalbkreis abgehalten wird. Immer in unterschiedlichen Unternehmen. Im Landkreis gab es im Juni rund 1000 offenen Stellen. „Wir wollen die arbeitssuchenden Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren, auch wenn es angesichts der Verkehrsverhältnisse im ÖPNV in Burladingen auch nicht so einfach ist,“ sagt Anke Traber jetzt. „Über Jeden und Jede die Arbeit aufnimmt sind wir froh. Da hat sich der Aufwand rückblickend schon gelohnt“, ist ihre Einschätzung.