Bonita Grupp ist Mama. Sie und das Kind sind wohlauf. Näheres wird mit Hinweis auf den Schutz der Privatsphäre nicht bekannt gegeben.
„Bonita Grupps süßes Geheimnis“ lautete vor Jahresfrist die Überschrift eines Berichtes in unserer Zeitung. Damals ging es um ein weihnachtliches Backrezept. In den vergangenen Monaten hütete die Mitgeschäftsführerin des deutschlandweit bekannten Textilunternehmens in Burladingen auf der Alb (Zollernalbkreis) jedoch ein noch viel süßeres Geheimnis.
Bonita Grupp war schwanger und hat jetzt ein Kind geboren. Baby und Mutter seien „wohlauf“, erfuhren wir auf unsere Anfrage. Mehr wird nicht bekannt gegeben. „Bonita Grupp legt größten Wert auf den Schutz der Privatsphäre ihres Kindes“, heißt es.
Während die Nachricht andernorts überrascht haben dürfte, war das Geheimnis in Burladingen längst nicht so geheim. Weil Firmenmitarbeiter und andere Personen ständig Kontakt mit der 36-Jährigen hatten, und weil sie auch weiter innerhalb der CDU-Fraktion an Sitzungen des Kreistages in Balingen teilnahm, herrschte über ihren Zustand längst Gewissheit. Zu erkennen war er auch auf Fotos an den weiten Kleidern, die Bonita Grupp etwa jüngst bei einer Jubilarehrung von Firmenmitarbeitern trug.
Ein dramatisches Jahr
Nach einem schweren, dramatischen Jahr haben die Grupps jetzt Grund zur Freude. Man erinnert sich: Im Juli vergangenen Jahres unternahm Wolfgang Grupp, Vater von Bonita Grupp und bis 2024 Geschäftsführer der Firma, einen Suizidversuch – zu dem er sich später öffentlich bekannte. Altersdepressionen nannte er als Grund für seine Verzweiflungstat. Inzwischen hat er sich erholt und tritt wieder in der Öffentlichkeit auf.
Rückzug aus dem Betrieb? Wohl kaum!
Spekulieren darf man, ob die junge Mutter sich nun aus dem Betrieb zurückzieht, eher aber für wie lange? Die Antwort dürfte dahingehend ausfallen, dass die energische, engagierte und tatkräftige Unternehmerin ihre Aufgaben weiter wahrnimmt. Schon deshalb, weil für die Zukunft einige Firmenprojekte geplant sind, die eben auch mit ihrer Beteiligung oder unter ihrer Regie laufen.
Ihre Mutter, Elisabeth Grupp, zog sich nach der Geburt von Bonita und ihrem jüngeren Bruder Wolfgang Junior ebenfalls nur kurz aus dem Geschäft zurück. Sie vereinte beide Pflichten. Die Geschwister wuchsen im Elternhaus auf, besuchten in Burladingen die Grundschule, wechselten erst danach auf ein Internat, bevor sie in England studierten.
Erstmals Großeltern
Elisabeth und Wolfgang Grupp sind somit erstmals Großeltern. Wolfgang Grupp Junior (34, Trigema-Geschäftsführer) und seine Lebensgefährtin sind bislang kinderlos. Anders betrachtet handelt es sich jedoch um den zweiten „Familienzuwachs“. Seit geraumer Zeit lebt unter dem Dach des Anwesens der beiden älteren Grupps auch Dackelhündin Sissi.
In Burladingen freut man sich ebenfalls. Die Kunde von der Geburt lief schnell durch die Stadt und bildete am Abend des Tages reichlich Gesprächsstoff an den Burladinger Stammtischen. Öffentlich geplaudert hat niemand. Dem ausdrücklichen Wunsch nach Diskretion und Wahrung der gesetzlich geschützten Privatsphäre wurde entsprochen. Erst jetzt drang die Nachricht an anderer Stelle, wohl ohne Genehmigung, durch und wurde von der Familie freigegeben.
Trigema ist ein identitätsbildender Bestandteil Burladingens, nachdem die Firma mit ihren Produkten und ihren einfallsreichen Werbestrategien die Stadt in der ganzen Bundesrepublik bekannt gemacht hat. Natürlich ebenso, weil das Unternehmen hier und an den beiden weiteren Standorten Rangendingen und Altshausen rund 1200 Arbeitsplätze bietet. Und die waren durch alle Krisenzeiten der vergangenen Jahrzehnte hindurch sicher. Demgegenüber ist der Großteil der einst in der Albgemeinde ansässigen Textilbetriebe – ebenso wie die meisten anderen im Bundesland Baden-Württemberg – längst untergegangen.
Spektakulär unspektakulär
Das Spektakuläre am Privatleben der Grupps: Sie präsentieren sich unspektakulär als eine bodenständige Unternehmerfamilie vom alten Schlag. Eine, die sich ihren Angestellten, dem Standort Deutschland und der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt. Aufsehenerregend demgegenüber, wie erwähnt, die Werbekampagnen (Luftschiff oder Fernsehaffe Charly) ebenso die Produkte (etwa das kompostierbare T-Shirt).