Falsche Polizisten haben Senioren in Baden-Württemberg um beachtliche Summen geprellt. Foto: Martin Gerten/dpa

2018 vornehmlich ältere Menschen um 6,8 Millionen Euro gebracht. Betrüger auch in Balingen und Freudenstadt aktiv.

Stuttgart/Balingen - Als falsche Polizisten haben Trickbetrüger im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg einen Millionenschaden angerichtet.

Nach Auskunft des Innenministeriums wurden in knapp 200 Fällen vornehmlich ältere Menschen um 6,8 Millionen Euro gebracht. Die Zahl der angezeigten Betrugsversuche im Land im Jahr 2018 verdreifachte sich demnach im Vergleich zu 2017 und liegt nun bei über 7000. Bei der Betrugsmasche geben sich Täter am Telefon als Polizisten aus. Unter einem Vorwand bringen sie ihre Opfer dazu, ihre Wertsachen angeblichen Kollegen zu übergeben.

Erst am Donnerstag hatte die Stuttgarter Polizei die Festnahme von drei falschen Polizisten veröffentlicht. Den Männern im Alter von 31, 35 und 52 Jahren wird zur Last gelegt, mindestens zweimal in Stuttgart und einmal im Raum Garmisch-Partenkirchen zugeschlagen zu haben. Dabei sollen sie einen hohen fünfstelligen Geldbetrag erbeutet haben. Anfang März sollen die drei in Stuttgart von einer 76-Jährigen einen Goldbarren und von einer 86-Jährigen mehrere Goldmünzen erbeutet haben - im Wert von mehreren Zehntausend Euro.

Ebenfalls am Donnerstag riefen falsche Polizisten in Balingen und Erzingen sieben Haushalte an, erzählten Geschichten über Einbrüche in der Umgebung und versuchten so, an Geld und Wertgegenstände zu kommen. In diesem Fall hatten die Betrüger allerdings Pech: Alle Angerufenen legten auf und verständigten die Polizei.

Am Freitagabend waren die Trickbetrüger dann in Freudenstadt aktiv. Das Polizeipräsidium in Tuttlingen zählte mindenstens acht Anrufe falscher Beamter. Auch diesmal konzentrierten sich die Täter wieder auf ältere Menschen. Glücklicherweise, teilt die Polizei mit, seien die Angerufenen durch einschlägige Berichterstattung vorgewarnt gewesen und hätten aufgelegt.

Info: Tipps der Polizei

Um den Gaunern einen Strich durch die Rechnung zu machen, weist die Polizei auf folgende Punkte hin:

Die Polizei wird niemals um Geld bitten.

Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger.

Am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse sprechen.

Am Telefon nicht unter Druck setzen lassen, sondern einfach auflegen.

Weitere Informationen zum Thema falscher Polizeibeamter und anderen Betrugsmaschen erhalten sie bei ihrer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle oder im Internet unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: