Noch keine 90 Tage im Amt und schon fühlt sich Tribergs neuer Stadtbaumeister und Leiter des Bauamtes Gunnar Prennig in der Stadt und im Team pudelwohl. Foto: Erika Rapthel-Kieser

Tribergs neuer Stadtbaumeister, Gunnar Prennig, plaudert mit unserer Redaktion aus dem Nähkästchen – über sich, seine Arbeit, die Stadt und eine alte Liebe.

So lange ist er noch gar nicht da – angekommen ist er aber wohl schon längst. Trotzdem: „Eigentlich ist es doch für ein Interview noch viel zu früh“, winkt Gunnar Prennig mit einem Lächeln zu Beginn des Interviews ab. Der neue Triberger Stadtbaumeister und Bauamtsleiter war zuvor in leitender Position in Bad Dürrheim und Tuttlingen beschäftigt. Jetzt hat er ein illustres Erbe angetreten.

 

Denn sein Dienst begann mit Stühlerücken. Sein Vorgänger im Amt, Sven Ketterer, ist mittlerweile Tribergs Bürgermeister. Ketterer hat nicht viel Zeit verloren, wollte diese neuralgische Stelle des Bauamtes im Rathaus schnell und kompetent besetzt haben. Er musste nicht weit Ausschau halten, sondern holte sich die Kompetenz aus der Nachbarschaft. Zum 1. April begann Gunnar Prennig als Stadtbaumeister seinen Dienst in der Wasserfallstadt und er sei teilweise noch immer dabei, alle Ecken und Bauten und die Teilorte Tribergs besser kennenzulernen, gesteht er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Da kann ich doch noch gar nicht so viel erzählen“, sagt er.

Der Amtsleiter gesteht eine alte Liebe

Aber dann plaudert er doch munter drauf los und verrät etwas, was wohl das Wichtigste ist, wenn man an so exponierter Stelle und mit so großer Außenwirkung im Rathaus der Wasserfallstadt Dienst tut. Er gesteht eine Liebe. Nämlich die zu seinem neuen Wirkungsort. „Triberg ist eine tolle Stadt!“

Prennig, der in Schramberg geboren ist und in Villingen-Schwenningen wohnt, hat eine erstaunliche Karriere gemacht. Der 58-Jährige ist gelernter Gärtnermeister, hat Betriebswirtschaft studiert und sich zum Verwaltungsfachwirt weitergebildet. Er hat bei der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen gearbeitet, danach als Leiter des Bereiches Bauverwaltung und Tiefbau in Bad Dürrheim und zuletzt als Amtsleiter für Hochbau- und Gebäudemanagement beim Landratsamt Tuttlingen.

Und natürlich, wenn man ein Kind der Region, beim DRK im Bereitschafts- und Rettungsdienst und seit einem halben Jahrhundert im Schwarzwaldverein Schramberg aktiv ist, dann schielt man immer wieder auf die Wasserfallstadt, kommt an Triberg nicht vorbei.

Die Touristenhochburg hat „immer noch Entwicklungspotenzial“

Und jetzt ist Gunnar Prennig mitten drin – und er ist begeistert. Die Stadt hätte so schöne Flecken, schwärmt er und gerade die Mischung, die Einwohner und die vielen Touristen, die teilweise die Straßen bevölkern, das kommentiert Prennig mit: „Das macht die Sache spannend“. Für ihn hat Triberg „immer noch Entwicklungspotenzial“.

Ziel müsse es sein, die Gäste dazu zu bringen, länger zu bleiben. Dazu müsse „der untere Bereich der Innenstadt auch wieder attraktiver werden“, sagt er. Und auch ein anderes Dilemma kennt Prennig mittlerweile sehr wohl: Das Wegbrechen der Hotels und damit der Gästebetten. Da wolle er, soweit es sein Amt ermöglicht, „aktiv unterstützen“ wenn es darum geht, neue Investoren, Pächter und Betreiber zu finden. Dass ihn mittlerweile Triberger schon auf der Straße ansprechen, weil sie den neuen Bauamtsleiter erkennen, das gefällt ihm. Es trage dazu bei, dass er sich noch schneller heimisch fühle und lerne, wo die Bewohner – auch in Sachen Hoch- und Tiefbau – der Schuh drückt.

Die Kollegialität im Rathaus-Team sei „herausragend“

Tatsächlich, auf den neuen Stadtbaumeister warten große Herausforderungen. Der Feuerwehrneubau, die Schule und einige Renovierungen und Sanierungen stehen an. Der Terminplan ist bereits voll, die Aufgaben schon vor seiner Zeit gesetzt.

Als Amtsleiter hat Gunnar Prennig nicht nur die Verantwortung für weitere drei Mitarbeiter im Bauamt, sondern auch für den Bauhof und alle, die dort arbeiten. Was er richtig spitze findet in Triberg, das verrät Prennig auch noch: „Das Team auf dem Rathaus.“ Da gehe es ausgesprochen kollegial und freundlich zu, alle seien sehr nett, betont er, das sei für ihn schon „herausragend“, welch gutes Einvernehmen da herrsche und wie sich alle gegenseitig unterstützen. Na, und wenn die Wirkungsstätte ein solcher Wohlfühlort ist – dann kann mit der Arbeit doch nichts mehr schief gehen.