Julian Hettich ist im zweite Ausbildungsjahr bei der Triberger Stadtverwaltung und der versierte Technik-Macher in der VR-Arena. Foto: Rapthel-Kieser

Vor sechs Monaten hat Tribergs neue Attraktion, die VR-Arena eröffnet. Mit dem Besuch in den Weihnachtsferien ist Stadtmarketingchef Nikolaus Arnold schon sehr zufrieden.

Die Anlaufzeit in der VR-Arena ist nun vorbei, attestiert Arnold seiner neuesten Freizeitattraktion und sieht – trotz guter Besucherzahlen in der Weihnachtsferienzeit – noch reichlich „Luft nach oben“. Am besucherstärksten Tag waren es 79 Menschen. In der nächsten Sommersaison sollen es aber viel, viel mehr werden.

 

Das erste halbe Jahr nach dem Soft-Opening habe man allerdings gut genutzt, um technische Zipperlein vollends zu kurieren, weitere Programme zu installieren, die virtuelle Realität noch hautnaher zu gestalten und Abläufe noch besser an die Besucher anzupassen. Alles in engster Zusammenarbeit mit dem Bauhof und der Firma kabetec und ihrem Chef und Entwickler Bernd Kaltenbach, der für das Projekt verantwortlich zeichnet.

In den Weihnachtsferien allein waren es dann insgesamt 500 Besucher, die sich einfach eine VR-Brille aufsetzten und in die unterschiedlichsten virtuellen Realitäten abtauchten. Bei einigen ging es hoch hinaus, in einen Hochseilgarten etwa, der selbst den Wagemutigsten das Blut in den Adern gefrieren lässt, weil es in scheinbar luftigen Höhen auf wackeligen Holzstegen oder über engste Steinpfade Schluchten und Abgründe zu überwinden gilt.

Nicht weniger atemberaubend ist der minutenlange Gleitschirmflug hoch über Triberg, der herrliche Ausblicke gewährt und dann direkt an den Wasserfällen endet. Gedreht wurde die Szenerie mit einer Drohne und wirkt nicht nur, sondern ist deshalb so echt. Und für die Weihnachtszeit gab es dann noch eine Zeit lang die Schlittenfahrt mit dem Nikolaus in wunderschön verschneiten Märchenlandschaften. Dabei neigt sich das im ehemaligen Greifvogelpark aufgestellte Kufengefährt auch wirklichkeitsgetreu auf die eine oder andere Seite.

Ein Hochseilgarten für Rollstuhlfahrer

Wer auf Teamerlebnisse setzt, der kann sich als Familie oder Gruppe von Freunden im Escape Room tummeln und gemeinsam Aufgaben lösen – auf einer virtuellen Schnitzeljagd sozusagen. Die VR-Arena kann aber auch ganz praktisch. Mit der Brille auf der Nase und einer Kettensäge ohne Kette kann, wer will, einen Sägelehrgang absolvieren und das Zerkleinern von Holz und Umsägen von Bäumen virtuell trainieren. Ganz ohne Gefahr. Feuerwehrleute können an einem simulierten Einsatz teilnehmen. „Das ist einmalig in Deutschland“, schwärmt Arnold und verweist darauf, dass es vom Hochseilgarten auch eine barrierearme Version gibt. Die sei selbst für Rollstuhlfahrer geeignet.

Julian Hettich ist im zweiten Jahr Auszubildender der Stadtverwaltung und hat, technikaffin wie er ist, die Betreuung der Besucher in der VR-Arena im ehemaligen Greifvogelparkgebäude übernommen. Er erläutert und erklärt, kümmert sich ums Equipment und ist, zusammen mit seinem Team, erster Ansprechpartner für Erlebnishungrige Triberger oder Schwarzwaldbesucher. Es geht aber nicht nur ums Spaß haben. Die Ausbildungs-Angebote für angehende Waldarbeiter oder Feuerwehrleute hält Hettich für eine sehr gute Idee und eine perfekte Abrundung in der VR-Arena. „Da kommen immer mehr Anfragen“, sagt er, „da gibt es wirklich eine große Gruppe von Interessierten“.