Die Triberger VHS-Leiterin Anja Müller sprach mit uns über den Bildungshunger der Triberger, Kursideen, Konzepte und die abgeschüttelte Mitgliedschaft im Verband.
Der Triberger Wasserfall mit seinen 163 Metern ist der höchste in Baden-Württemberg. Das wissen alle Triberger. Was den wenigstens bewusst sein dürfte ist, dass ihre Volkshochschule wohl auch ein Novum ist. Triberg zählt unter die kleinsten Städte im Lande, die noch eine eigene und selbstständige VHS haben. Darüber, wie das möglich ist und wo die Herausforderungen liegen, sprachen wir mit der Triberger VHS-Leiterin Anja Müller.
Frau Müller, Sie sind Leiterin der VHS Triberg. Eine eigene Erwachsenenbildungsstätte in einer Stadt mit 4 580 Einwohnern. Ist das nicht ein sehr ambitioniertes Projekt?
Es ist in der Tat ein anspruchsvolles Projekt und erfordert ein gewisses Maß an Engagement. Die Stadt Triberg ist sehr stolz darauf, noch eine eigenständige VHS für ihre Einwohner und die der Raumschaft Triberg zu haben.
In anderen Kommunen dieser Größe sind die Volkshochschulen längst geschlossen oder wurden mit den Erwachsenenbildungsstätten der Nachbargemeinden zusammengelegt. Warum gibt es noch eine eigenständige VHS in Triberg?
Wir gehören nicht mehr dem Volkshochschulverband an, eine Zertifizierung für einen möglichen Zusammenschluss können wir uns schlichtweg finanziell und personell nicht leisten. Wir erhielten vom Verband bisher jährlich einen kleinen Zuschuss zu den Personalkosten, ohne Zertifizierung aber nun nicht mehr. Trotzdem macht es uns doch stolz, dass wir noch eigenständig sein können. Dies spiegelt sich auch in den Belegungszahlen und Erfolgen der Kurse. Aufgrund dieses Erfolges können wir auch weiterhin die Volkshochschule in Triberg existieren lassen.
Sind die Triberger besonders bildungshungrig?
Die Menschen in Triberg sind etwas ganz Besonderes und ja, es gibt viele Bürger hier, die sich für die Themen der Volkshochschule interessieren und mit Freude an den Kursen teilnehmen. Auch haben wir natürlich interessierte Teilnehmer, die aus den umliegenden Gemeinden kommen.
Sie erstellen halbjährlich ein neues Programm. Vor welche Herausforderungen stellt Sie das?
Eine Herausforderung besteht immer darin, für die Ideen die man im Kopf hat, Dozenten zu gewinnen, die noch bezahlbar sind. Wir möchten nämlich allen Einwohnern ermöglichen an einem kostengünstigen Kurs teilnehmen zu können.
Was sind denn die Kurse, die seit Jahr und Tag immer gut laufen?
Im Allgemeinen sind es die Bewegungskurse. Sei es das Yoga auf dem Stuhl, Bewegen statt schonen, Zumba oder der Rücken-Fit-Kurs. Aber auch die Einzelveranstaltungen zum Thema Gesundheit oder die verschiedenen Angebote für Kinder werden gerne angenommen.
In welchen Bereichen betreten Sie denn gerne auch mal Neuland?
Eigentlich in allen Bereichen. Bei den Gesundheitskursen bieten wir immer wieder was Neues an, auch kreative Kurse finden in das Programmheft. Seit 2025 haben wir auch Online-Kurse mit in das Programm aufgenommen.
Gibt es Stammkunden bei der VHS Triberg und wenn ja, was schätzen die besonders?
Es gibt einige Personen die seit vielen Jahren treu zu der VHS und den Kursen stehen. Ich glaube die Leute schätzen das gute Kursangebot und die wertvollen Dozenten, die die Kurse leiten. Und natürlich die Nähe des Angebots.
Sind sie denn mit der Digitalisierung der VHS Triberg bisher zufrieden? Was fehlt noch?
Wir sind digital soweit, wie es für eine kleine VHS, wie wir es sind, sinnvoll ist. Wir bieten an, sich mit dem Anmeldeformular auf der Homepage via Mail anzumelden. Auch haben wir eine vereinfachte Anmeldung mit Unterschrift auf der Teilnehmerliste, wenn man zum Nachfolgekurs wiederkommen möchte.
Was sind die Pläne für die kommenden Jahre?
Die VHS in Triberg zu erhalten und weiterhin attraktive Kurse und Workshops anzubieten.