Am Donnerstag haben mehr als 40 Einsatzkräfte in einer dramatischen Rettungsaktion einen achtjährigen Jungen befreit, der bei einem Unfall in Gremmelsbach unter einem Traktor eingeklemmt wurde. Foto: Roland Sprich

Umstürzendes Güllefahrzeug hat bei Gremmelsbach Jungen unter sich begraben. Schwierige Rettungsaktion für Feuerwehr und Bergwacht.    

Triberg-Gremmelsbach - Am Donnerstag haben mehr als 40 Einsatzkräfte in einer dramatischen Rettungsaktion einen achtjährigen Jungen befreit, der bei einem Unfall in Gremmelsbach unter einem Traktor eingeklemmt wurde. Der Junge kam mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik. Eine Untersuchung ergab, dass der Junge sich keine schlimmeren Verletzungen zugezogen hat.

Der Junge saß mit seinem Vater in der Führerkabine, als der Traktor verunglückte. Um kurz nach 13 Uhr wurden die Rettungskräfte zu dem Einsatz im Bereich Schafberg in Gremmelsbach gerufen. Der Landwirt war mit seinem Traktor mit Güllefassanhänger einen Hang entlang gefahren, um Gülle auszubringen. Auf der feuchten Wiese kam das Gespann ins Rutschen und kippte eine Böschung hinunter, wo das Gespann zwischen Büschen und Bäumen verkeilt zum Stehen kam.

Unglücksstelle ist im unwegsamen Gelände schwer zugänglich

Während sich der Fahrer unverletzt aus dem Fahrerhaus retten konnte, wurde der Junge unter einem Traktorreifen eingeklemmt. Der Achtjährige hatte großes Glück: Er zog sich keine schlimmeren Verletzungen zu.

Die Rettungsaktion gestaltete sich schwierig, da der Unglücksort in unwegsamem Gelände lag und nur schwer zugänglich war. Die Feuerwehren aus Triberg und Gremmelsbach mussten ihre Ausrüstung zur Sicherung des in Kipplage befindlichen Traktors rund 200 Meter einen Abhang hinab transportieren. Zur Unterstützung wurden außerdem die Bergwacht Schwarzwald sowie später auch noch die Feuerwehr aus St. Georgen alarmiert, die mit weiterem Gerät und zusätzlichen Einsatzkräften zur Unterstützung kamen.

Kreisbrandmeister: Gelungene Kombinationmehrerer Rettungansätze

Nach mehr als zwei Stunden gelang es den Rettungskräften schließlich, den Jungen unter dem Traktor zu befreien. Er wurde sofort mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Wie Kreisbrandmeister Florian Vetter, der ebenfalls an den Unglücksort kam, im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, habe die Kombination mehrerer Rettungsansätze dazu geführt, dass der Junge befreit werden konnte. "Wir mussten zunächst das Gespann sichern, dann haben die Einsatzkräfte versucht, den Jungen frei zu graben. Gleichzeitig wurde versucht, das Fahrzeug anzuheben." Der Einsatz sei für alle Beteiligten extrem Kräfte zehrend gewesen, da besonders lange Wege im hügeligen Gelände zurück gelegt werden mussten. Allen an der Rettungsaktion beteiligten Einsatzkräften war die Erleichterung anzumerken, als der Triberger Kommandant Jens Wallishauser gegen 15.30 Uhr über Funk bekannt geben konnte: "Person befreit." Spontan klatschten die Helfer Beifall.

Vater und Bruder nach Rettung vom Notfallseelsorger betreut

Der Vater, der sich aktiv an der Rettungsaktion für seinen Sohn beteiligt hatte, und der Bruder des verunglückten Jungen wurden von einem Notfallseelsorger betreut.

An dem Einsatz waren folgende Organisationen beteiligt: Feuerwehr Triberg und Gremmelsbach, Feuerwehr St. Georgen, Notfallseelsorger der Feuerwehr, Bergwacht Schwarzwald, Deutsches Rotes Kreuz, Rettungshubschrauber, Polizei. Insgesamt etwa 45 Einsatzkräfte.

An den Einsatzort eilte zudem Tribergs Bürgermeister Gallus Strobel, um sich einen Überblick über das Geschehen zu verschaffen.