In der Triberger Grundschule, in der Schulstraße 18, wird es bald eine Ganztagsbetreuung geben. Es beginnt zunächst mit den Erstklässlern, dann wird der Anspruch nach und nach ausgeweitet. Foto: Erika Rapthel-Kieser

Der Triberger Gemeinderat musste da jetzt durch. Denn der Gesetzgeber hat ab dem Schuljahr 2026/2027 den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in der Grundschule beschlossen.

Zunächst, so hatte es die Verwaltung dem Triberger Gemeinderat in der jüngsten Sitzung im Kurhaus erklärt, werde mit den Erstklässlern begonnen, Jahr für Jahr werden dann die jeweils nächsthöheren Klassen einbezogen. Bis zum Schuljahr 2029/2030 haben dann die Klassenstufen eins bis vier den Betreuungsanspruch.

 

Die kleine, zweizügige Grundschule, so führte es Bürgermeister Sven Ketterer in der Sitzung aus, sei ja bereits eine Ganztagesschule in Wahlform, die Tage Montag bis Donnerstag seien also bereits abgedeckt und würden den Rechtsanspruch schon erfüllen. Die Ganztagsschule sei gebührenfrei, und lediglich für das Mittagessen erhebt die Verwaltung einen Obolus.

Bedarf nicht absehbar – Kosten nicht kalkulierbar

Jetzt müsse eben auch für den Freitag ein Nachmittags-Betreuungsangebot in der Zeit von 12 bis 15.40 Uhr gemacht werden. Der Bedarf sei aber gar nicht absehbar und die Kosten quasi gar nicht kalkulierbar, war aus der Verwaltungsbank zu hören. Das Triberger Rathaus hatte deshalb mal 30 Euro pro Kind als Gebühr vorgeschlagen, denn es fallen ja Betriebs- und Personalkosten an. Sollten sich 6,5 Kinder anmelden, seien wenigstens die Personalkosten gedeckt.

„Die CDU trägt das mit“, preschte Klaus Wangler für die größte der Fraktionen vor. Und auf seine Nachfrage bekam er gesagt, dass wer sein Kind anmeldet, dann auch zahlen muss, selbst wenn er es nicht hinschickt. Das Geld werde eingetrieben.

Klaus Hummel von den Freien Wählern schloss sich seinem Ratskollegen an und erbat von der Verwaltung für die nächste anstehende Sitzung dann die Information, wie viele Kinder angemeldet worden sind. „Wenn wir Pech haben gar keins oder nur eins“, setzte er noch hinzu.

Die Sozialdemokraten bedauern, dass es die Familien was kostet

Die SPD bedauerte, dass das Betreuungsangebot kostenpflichtig ist. Schließlich gehe es um Familien, die finanziell ja ohnehin oft gebeutelt sind. Menschen, bei denen oft Schmalhans Küchenmeister ist. Ute Meier bat die Verwaltung, darauf zu schauen, wer sich vielleicht auch diese 30 Euro nicht leisten kann. Manche würden sich aus Scham womöglich nicht trauen, das zuzugeben. „Da müssen wir ein Augenmerk darauf haben und Lösungen finden“, bat sie.

Sie wollte wissen, was denn passiere, wenn es vielleicht nicht die im Schnitt 6,5 Kinder sind, mit denen die Verwaltung dieses Angebot nun kalkuliert hatte. „Das ist unser Risiko“, kommentierte Michael Hummel (FW) und Bürgermeister Sven Ketterer stimmte dem zu.

Ute Maier war bei der Abstimmung schließlich die einzige Rätin, die sich der Stimme enthielt. Ansonsten ging der Beschlussvorschlag der Verwaltung beim Rest der Kommunalpolitiker durch.