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Triberg Städte reichen Friedensfackel weiter

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Christian Kuner, Robert Teufel und Bürgermeister Gallus Strobel (von links) legten gemeinsam mit den Soldaten der Patenbatterie 4/295 unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Hans-Jürgen Bouffleur (fünfter von links) die Kränze im Ehrenmal nieder Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Hans-Jürgen Kommert

Raumschaft Triberg. In den Gemeinden der Raumschaft wurde am Sonntag der Volkstrauertag begangen.

Was ist der Volkstrauertag? Er wurde 1919 vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge ins Leben gerufen, um der Opfer des Ersten Weltkriegs zu gedenken.

1926 wurde beschlossen, diesen Gedenktag stets am fünften Sonntag vor Ostern zu begehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition ab 1948 in allen drei Besatzungszonen zunächst wieder aufgenommen. Die DDR erhob den Tag zum "Internationalen Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg". Um in der Bundesrepublik den "Heldengedenktag" der Nationalsozialisten vergessen zu machen, beschloss man im Westen, den Tag ans Ende des Kirchenjahres zu versetzen. Seit 1952 wird dieser Tag Mitte November begangen.

Delegation derPatenkompanie dabei

Auch in Triberg gedenken Bürger in jedem Jahr der Ereignisse der beiden Kriege, die halb Europa in Schutt und Asche gelegt hatten. Neben Bürgermeister, Gemeinderat und Abordnungen der Vereine, der Polizei, der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes nimmt seit vielen Jahren auch eine Delegation der vierten Batterie des Panzerartilleriebataillons 295 aus Immendingen teil, der Patenbatterie der Wasserfallstadt.

Die Soldaten legten unter Leitung von Oberstabsfeldwebel Hans-Jürgen Bouffleur die Kränze im Ehrenmal auf dem Kroneck nieder, während die Stadt- und Kurkapelle draußen vor dem 23 Meter hohen Turm das Lied vom Guten Kameraden spielte.

Zuvor hatte in bewegenden Worten Christian Kuner aus der Partnerstadt Fréjus zu den Anwesenden gesprochen. "Ein halbes Jahrhundert der Freundschaft verbindet unsere Städte", erinnerte Kuner. "Wir wollen in unseren Städten die Fackel weiterreichen und sind stolz darauf, zu einer Familie zu gehören, die diesen Frieden zwischen unseren Völkern aufrecht erhält", betonte Kuner.

Robert Teufel vom Sozialverband VdK reklamierte, dass seit dem Ende des letzten großen Krieges kein Jahr ohne Krieg auf dieser Welt existiert habe. "67 Jahre sind seither vergangen. Viele Menschen fragen sich, ob das Gedenken noch zeitgemäß ist. Vielleicht wird man in 30 Jahren diesen Tag abschaffen und ihn anders benennen", mutmaßte Teufel.

Nicht nur Soldaten seien vom Krieg betroffen, sondern auch die zivile Bevölkerung. "388 Soldaten ließen allein in Triberg ihr Leben; es gab kaum eine Woche in diesen Jahren, in der nicht eine Familie einen Toten beklagte. Man hat den Deutschen Frankreich als Feindbild eingetrichtert, doch das ist vorbei", betonte er.

Gerade als Christ sei man verpflichtet, Toleranz gegenüber Andersdenkenden auszuüben, erklärte Teufel. "Doch es darf keine Toleranz gegenüber Gewalt und Terror geben", machte er ganz deutlich. "Vor den Ellenbogen gibt es Hände, die man reichen kann", räumte er ein.

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