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Triberg Parkhaus-Kunst: Frauen laufen Sturm gegen "Sexismus"

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Die Künstlerin Selina Haas präsentiert ihr Original-Werbeplakat "Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald" aus dem Jahr 2014 für das Ferienland im Schwarzwald. Foto: Börsig-Kienzler

Triberg - "Steile Berge, feuchte Täler in unserem einzigartigen Triberg im Schwarzwald." Der umstrittene Slogan und das dazugehörende Motiv am ersten Männerparkplatz in der Parkgarage Tribergs erhitzt die Gemüter.

Bürgermeister Gallus Strobels (CDU) Rechnung ist voll aufgegangen. Die Medien stürzen sich im Sommerloch darauf. Triberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) ist erneut in aller Munde. Wie vor drei Jahren, als er den ersten Männerparkplatz in Deutschland ausweisen ließ, scheint es nun ähnlichen Wirbel um seinen neuesten "witzigen" Werbegag zu geben. Doch nicht alle Betrachter finden das neue Werk, das der heimische Hobbykünstler Werner Oppelt im Auftrag Strobels auf die Rückwand des Männerparkplatzes malte, gut. Auch Einheimische und Touristen diskutieren kontrovers darüber. Einige finden es "geschmacklos", anderen "gefällt‘s". Manche Frauen haben schon nach einem Männermotiv bei den Frauenparkplätzen gefragt, deren zwölf es in der Parkgarage gibt. Strobel hat bereits eine Wand ausgesucht und auch schon eine Idee. Mit dem Pro und Kontra, was seine neueste Idee anbelangt, kann er leben. "Hauptsache, die Stadt ist im Gespräch. Die Aufmerksamkeit ist gut für Triberg", ist er überzeugt. Er will das Bild nicht entfernen lassen. "Es geht um die Freiheit der Kunst, die provozieren und für Diskussionen sorgen soll."

Nicht in Zusammenhang mit dem Motiv gebracht werden will Selina Haas. Die junge Künstlerin hatte mit ihrem Werbeplakat "Steile Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald" für das Ferienland im Schwarzwald im vorigen Jahr für viel Aufsehen gesorgt und sogar den deutschen Werberat auf den Plan gerufen, obwohl ihre Silhouette einer Schwarzwälder Bollenhutträgerin als völlig harmlos bezeichnet werden kann.

Künstlerin distanziert sich von Parkplatz-Bild

Haas distanziert sich von dem neuen Entwurf. Sie habe damit nichts zu tun. Interessant sei jedoch, dass Strobel sie zuerst gefragt habe, ob sie ihr Motiv beim Männerparkplatz anbringen will. Das, obwohl Triberg noch vor der Kampagne mit ihrer Anzeige vor zwei Jahren aus dem Ferienland im Schwarzwald ausgetreten sei.

Aufs Schärfste kritisiert die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Baden-Württemberg die als "Kunstwerk" angepriesene "sexistische Darstellung" einer Frau und fordert Triberg auf, das Bild sofort zu entfernen. Das Werk zeige die schwarze Silhouette einer nackten Frau in einer aufreizenden Pose. "Wir stufen diese Werbung als eindeutig sexistisch mit pornografischen Zügen ein, denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der abgebildeten nackten Frau und einem Männerparkplatz. Diese Art der sexistischen Werbung ist weder freizügig, humorvoll noch originell. Die Wandzeichnung verletzt die Gefühle vieler Menschen und behindert die Bemühungen, Sexismus in unserer Gesellschaft einzudämmen. Ein Bürgermeister muss für ein derartiges Fehlverhalten in die Verantwortung genommen werden."

Auf Twitter löst die Aktion teils heftige Kommentare aus: "#Triberg liebt’s niveaulos", schreibt eine Nutzerin. Und die "Emma"-Redaktion um Frauenrechtlerin Alice Sch war­zer twittert ungläubig: "Kannste dir nicht ausdenken." Der Deutsche Werberat, der Landesfrauenrat und das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, Referat Chancengleichheit, Frauen, Antidiskriminierung, sowie verschiedene Politiker sind ebenfalls über den neuesten Triberger Werbegag informiert. Werberats-Geschäftsführerin Julia Busse winkt jedoch ab. Diesmal könnten sie nicht einschreiten, sie seien nur für Wirtschaftswerbung zuständig.

Ihre Redaktion vor Ort Triberg

Christel Börsig-Kienzler

Fax: 07722 86655-15

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