Ute Meier (links) und Susanne Muschal gratulieren dem Tribeger Stimmenkönig Klaus Nagel. Foto: Schwarzwälder-Bote

SPD freut sich über fünftes Mandat, CDU hadert mit dem neuen Verfahren, die Freien Wähler bleiben konstant

Von Christel Börsig-Kienzler und Hans-Jürgen Kommert Triberg. Eigentlich sollten es aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl künftig nur noch 18 Sitze am Triberger Ratstisch sein. Nach der jüngsten Kommunalwahl bleibt es jedoch bei 19 Ratsmitgliedern aufgrund eines Ausgleichsmandats, das Alfred Schlösser für den Gemeinderat erzielte. Nur noch sieben Sitze für die CDU, ebenso viele für die Freien Wähler und einen Sitz mehr und somit fünf für die SPD ist das Ergebnis der gestern im Triberger Rathaus ausgezählten Kommunalwahl.

Wiedergewählt wurden: Beate Adam, Klaus Wangler, Rudolf Allgeier, Thomas Gniech, Rafael Kammerer, Reinhard Storz (alle CDU), Klaus Nagel, Bernhard Fehrenbach, Thomas Reiser, Heinz Hettich, Alfred Schlösser (alle Freie Wähler), Susanne Muschal, Friedhelm Weber, Mike Mauscherning und Ute Meier (SPD).

Trotz 801 Stimmen schaffte Lothar Hoch (CDU) den Einzug ins Gremium nicht mehr, da das neue Sitzverteilungsverfahren "Sainte-Laguë" hier greift. Dieses bevorzugt die kleineren Parteien und Gruppierungen, dadurch gelang es Fritz Maier (SPD) mit 286 Stimmen neu in den Rat zu kommen. Ebenfalls neue Bürgervertreter sind Martin Mayer (CDU), Michael Hummel und Helmut Finkbeiner (beide Freie Wähler).

Neuer Stimmenkönig ist Klaus Nagel (1937), gefolgt von Beate Adam (1353) und Thomas Reiser (1346).

Nachdem am Sonntagabend das Ergebnis der Europawahl ermittelt wurde, begann am Montagmorgen das Team um Nicole Schmid und Hauptamtsleiterin Barbara Duffner mit den Wahlhelfern, die Kreistagswahl auszuzählen. Anschließend ging es an die Ermittlung des Ergebnisses der umfangreichen Gemeinde- und Ortschaftsratswahl. Etwas unterschätzt wurde laut Wahlleitung der Umfang der Briefwahlumschläge, deren Öffnung und Auswertung sehr viel Zeit in Anspruch nahm.

Das vorläufige, amtliche Endergebnis wurde am frühen Abend im Rathaussaal öffentlich bekannt gegeben, stieß jedoch auf wenig Interesse. Die Stadtverwaltung hatte die Kandidaten diesmal zu einem Umtrunk in die "Lilie" eingeladen, wo sie lebhaft über das Wahlergebnis diskutierten. Dem Stimmenkönig wurde von allen Seiten gratuliert und auch die Wiedergewählten von den Anwesenden beglückwünscht.

Bürgermeister Gallus Strobel zeigte sich mit dem Wahlergebnis "weitgehend zufrieden". Es zeige sich, dass die Arbeit des Stadtrats bei der Bevölkerung in den allermeisten Fällen auf Zustimmung treffe. Dadurch, dass einige bisherige Bürgervertreter nicht mehr angetreten waren, gebe es sicherlich neue, interessante Gesichter am Ratstisch, auf die er sich freue. Bedauerlich fand er das Ausscheiden von Lothar Hoch, dessen Meinung er sehr geschätzt habe.

Klaus Wangler war ebenfalls entsetzt vom Ausscheiden des Kollegen, wobei er sich auf die Stimmenverteilung berief. Sehr unzufrieden war er auch damit, dass die CDU einen Sitz an die SPD verlor.

Klaus Nagel zeigte sich erfreut darüber, dass er so viele Stimmen erhielt, sieht sich dadurch aber auch in der Pflicht. Mit dem Gesamtergebnis seiner Fraktion war er zufrieden, da die Freien Wähler ihre sieben Sitze halten konnten.

Als strahlende Sieger sieht sich die SPD, für die Susanne Muschal und Friedhelm Weber sichtlich erfreut auf den Sitzzugewinn, den sie sich erhofft hatten, verwiesen. Entsetzt zeigte sich auch Weber, allerdings über die "unglaublich schlechte Wahlbeteiligung". Diese lag insgesamt bei "nur" 47,8 Prozent (1828 Wähler), davon 26,3 Prozent Briefwähler (481). Vor fünf Jahren traten noch 54,2 Prozent (2086 Wähler) den Gang zur Urne an. Das entspricht einem gewaltigen Rückgang von 6,4 Prozent, angesichts der deutlich größeren Anzahl an Erst- und Jungwählern, da diese heuer bereits ab 16 Jahren wählen durften. Wahlberechtigt waren insgesamt 3824 Männer und Frauen, gegenüber 3847 Bürgern im Jahr 2009.

Die CDU holte exakt denselben prozentualen Anteil der Stimmen wie 2009 (13 007 Stimmen) mit 40,3 Prozent (10 979). Die Freien Wähler verloren 2,3 Prozentpunkte. Sie fielen von 37,7 (12 164) auf 35,5 (9645) Prozent. Wahlsieger SPD konnte von 22,1 (7133) auf 24,4 Prozent (6647) zulegen.