Mehr Platz für Fußgänger statt für Autos soll es auf dem Marktplatz geben. Der Gemeinderat gab dem am Mittwoch in öffentlicher Sitzung mehrheitlich seine Zustimmung. Foto: Kienzler

Geteilte Meinung über Wegfall von Parkplätzen am Triberger Marktplatz. Gemeinderat zieht vor Sommerpause eine Bilanz.

Triberg - Als "vollen Erfolg, der genau das gezeigt hat, was wir uns erwartet haben", bezeichnete Bürgermeister Gallus Strobel die Sperrung der einen Seite der Parkfläche am Marktplatz (wir berichteten). Und die Verkürzung der Parkzeit auf 30 Minuten habe den Effekt gehabt, dass die Touristen auf die Parkgarage ausgewichen sind."Genau so wollten wir es, und ich habe nur ganz wenige negative Stimmen gehört", so Strobel. Er habe das genau beobachtet, auf den Bänken seien gerne Leute gesessen. Auch die gefährliche Querung der B 500 habe er nur selten gesehen. "Und es war praktisch immer ein Parkplatz frei", betonte er. Er höre seit einiger Zeit von den Touristen nur Lob ob der schönen Stadt.

Nun wolle er auf Grund der gemachten Erfahrungen die Zone sogar ausdehnen auf den unteren Teil des Marktplatzes, und zwar vor der Bäckerei. Maximal würden da vier Parkplätze wegfallen, und es wäre ein Vorgriff auf den Weiterbau des Boulevards nach unten.

Klaus Wangler, CDU, sah dies ähnlich. Er blicke von seinem Arbeitsplatz aus direkt hinab auf den Parkplatz. Er sei anfangs skeptisch gewesen – doch das erwartete Chaos sei ausgeblieben. Er machte darauf aufmerksam, dass man ja mit dem Triberg-Park-Ticket ein Jahr lang eine volle Stunde parken könne – "aber offensichtlich ist dieses Ticket nicht bekannt genug", so Wangler. Er schlug aber vor, dass man diese Verkehrsberuhigung einsetzen solle, vor der Sommerpause jedoch nochmals darüber berichten und gegebenenfalls reagieren könne.

Thomas Reiser von den Freien Wählern als unmittelbar Betroffener konnte sich weder dem Bürgermeister noch seinem Vorredner anschließen. "Ich messe Erfolg völlig anders; ich habe viele ungehaltene Bürger erlebt. Und der Wegfall der Parkplätze trägt so wenig zur Verkehrsberuhigung bei wie das Eichhörnchen zur Verschönerung des Platzes", zeigte er sich eher enttäuscht. Bernhard Fehrenbach reagierte auf die Aussage, dass viele die Parkplätze hinter der Sparkasse nutzten, skeptisch: Sollte ein Drogeriemarkt in dieses Gebäude einziehen, fielen diese Parkplätze ja auch weg.

Susanne Muschal tendierte dazu, Wangler Recht zu geben – allerdings plädiere die SPD für einen autofreien Platz. Das bisher Aufgebaute sei ein Provisorium – im Sommer könne man das ja anders gestalten. "Ich sehe das auch als Testphase", wandte sie ein. Strobel erklärte, man sei dran, zu überprüfen, ob man die Kreuzstraße bis zur Einmündung der unteren Parkdecks öffnen und damit die Parkgarage auch von unten her zugänglich machen könne.

Mit der Maßgabe, die Situation vor der Sommerpause zur Diskussion zu stellen, beschloss der Gemeinderat mit sechs Gegenstimmen der Freien Wähler die Verkehrsberuhigung.