Leuchtend grelle Farben, ein Tortenstück, in das man hineinklettern kann und ein unverkennbarer Bezug zum Schwarzwald – nach einem Jahr "Triberg Fantasy" zieht Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold Bilanz: Das Instagram-Museum kommt bei den Besuchern an.
Triberg - Nikolaus Arnold steht am Tresen im Eingangsbereich von Triberg Fantasy. Es ist kurz nach 11 Uhr, das Museum hat eben erst geöffnet. Arnold lässt mit strahlenden Augen seinen Blick durch den Raum schweifen. "Es war lang unklar, was hier rein kommt", gibt der Stadtmarketingleiter zu. Nachdem die Ausstellungshalle auf dem Edeka-Markt von der Triberg Entwicklungs AG erworben wurde, habe man über ein gastronomisches Angebot und über Ladengeschäfte auf dem Supermarkt-Dach nachgedacht. Doch keine der beiden Ideen hat den Stadtmarketingleiter überzeugt. Eine Attraktion soll in die Räumlichkeiten einziehen – das stand für Arnold fest. An diesem Punkt seien seine Kinder ins Spiel gekommen, erzählt er.
Gemeinderat ist von Konzept sofort begeistert
Jung, bunt, modern und zeitgemäß sollte die neue Attraktion sein, die die Touristen der Wasserfallstadt begeistert. Arnolds Kinder haben ihn auf die Idee gebracht, in den Räumlichkeiten ein Instagram-Museum zu eröffnen und damit den Trend auch in der Wasserfallstadt zu etablieren. Bilder sind auf der beliebten Social Media Plattform Programm und hierum dreht sich nun auch Triberg Fantasy. In Form von bunten Fotomotiven wird hier mit Schwarzwälder Klischees gespielt. Begeisterung habe er für das moderne Konzept auch im Gemeinderat erhalten, welcher dieses sofort beschlossen habe.
Triberg Fantasy steht noch am Anfang
Inzwischen ist Triberg Fantasy seit gut einem Jahr eröffnet. Ziel des Museums ist es, dass die Besucher mit den ausgestellten Fotomotiven Bilder machen und in den Sozialen Netzwerken hochladen können. "Wir stehen noch am Anfang", erklärt Arnold und blickt in die eine oder andere noch leere Ecke des Museums. Der Stadtmarketingleiter sprüht nur so vor neuen Ideen, die er nun nach dem Sommer in dem Museum umsetzen will – sofern sich die Einnahmeentwicklung entsprechend erholt habe.
Rund 100 Besucher besuchen das Museum am Tag
Denn die Wasserfallstadt, in die es unter normalen Bedingungen Jahr für Jahr zahlreiche Touristen zieht, hatte unter der Pandemie zu leiden. Insbesondere an Touristen-Bussen fehlte es. Triberg Fantasy startete dadurch unter schwierigen Bedingungen. Doch die Resonanz kann sich sehen lassen. "Im Schnitt hatten wir rund 100 Besucher am Tag", ist Arnold dennoch zufrieden. Dabei zieht das Instagram-Museum nicht nur Touristen an, sondern auch Menschen aus der Region, die an den ausgefallenen Schwarzwald-Motiven zum Fotografieren Freude haben. Gäste aus Fernost würden allerdings noch fehlen, merkt Arnold an.
Schwarzwälder Kirschtorte kommt besonders gut an
Und welche Motive kommen bei den Besuchern besonders gut an? Die Schwarzwälder Kirschtorte, in die man hineinklettern, aber auch der riesige Smiley, dessen Hand man halten kann, seien bei den Besuchern besonders beliebt, verrät Arnold. In der richtigen Position entstehen so kuriose und sehenswerte Bilder, die man in den sozialen Netzwerken mit seinen Freunden teilen kann. "Die Leute wissen genau, was sie machen müssen", sagt Arnold. Trotzdem sollen an den Kojen Bilder angebracht werden, die erklären, wie man das perfekte Bild mit den Motiven machen kann.
Auch ältere Generationen haben an der Attraktion Freude
Der ursprüngliche Plan, mit dem Museum insbesondere eine jüngere Zielgruppe anzusprechen sei aufgegangen. Dennoch hätten auch ältere Besucher Freude an dem Museum. Der historische Traktor, der in einem strahlenden Pink lackiert ist, habe es der älteren Generation als Fotomotiv besonders angetan, verrät der Stadtmarketingleiter. Gut käme aber auch die überdimensionale Kuckucksuhr an, in der man sich selbst als "Kuckuck" fotografieren lassen kann. Zuspruch findet außerdem das Ticketangebot: Mit einer Eintrittskarte für die Triberger Wasserfälle – die nach wie vor die Hauptattraktion der Stadt seien – kann man ohne Mehrkosten Triberg Fantasy, das Schwarzwaldmuseum und Triberg-Land besuchen. Ein Angebot, das von den Besuchern angenommen wird.
Besucher können sich auf neue Motive freuen
Gegen 12 Uhr – eine übliche Zeit für die Museums-Besucher, wie Arnold verrät – kommen immer mehr Besucher in das Museum und posieren vor den Schwarzwald-Motiven. Mit dem Gutacher Liesele auf einer Bank sitzend, die Kirsche auf der Torte sein oder mit einem überdimensionalen Lippenstift die Wand anpinseln – das Konzept gefällt.
Dass es Arnold nicht an weiteren, tollen Ideen mangelt, wird im Gespräch mit unserer Redaktion einmal mehr deutlich. Doch worüber sich die Besucher in Zukunft noch freuen können, dazu hält er sich weitestgehend bedeckt. Er lässt aber anklingen, dass die Ausstellung bald auch mit Musik umrahmt werden solle. Außerdem träumt der Stadtmarketingleiter von der Möglichkeit, sich für die Bilder entsprechend verkleiden zu können, was bislang aufgrund der Pandemie noch nicht möglich war. Und für neue Motive hat Arnold ebenfalls noch viele Ideen im Kopf – verraten werden diese allerdings noch nicht. Sie werden bunt sein – so viel steht fest.