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Triberg Emotionale Debatte um Sendeanlage

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Aufmerksam verfolgen die interessierten Bürger den Ausführungen ihres Bürgermeisters. Später wird die Aussprache dann allerdings sehr emotional.Foto: Schuster Foto: Schwarzwälder Bote

Die Diskussion um die Installation neuer Mobilfunkmasten geht in eine weitere Runde – diesmal auf der Gemarkung Burgberg.

Königsfeld-Burgberg. Nachdem bereits die von der Deutschen Telekom geplante Anlage zwischen den Ortsteilen Erdmannsweiler und Neuhausen für reichlich Unmut und Diskussionen gesorgt hatte, gab es nun für Burgberg ein Déjà-vu.

Die Telekom beantragte die Errichtung einer Mobilfunk-Sendeanlage auf der Gemarkung Burgberg, um Engpässe und Funklöcher bei der Nutzung ihres Netzes zu minimieren. Dieser Tage lud die Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung über das Vorhaben ein. Es sollten die Ergebnisse der Standortsuche präsentiert werden.

Um dem erwartet großen Interesse gerecht werden zu können, wich man in die Sporthalle der Grundschule Königsfeld aus. Die Halle wurde für 140 Besucher bestuhlt, allerdings nutzten dann aber nur rund 60 interessierte Bürger dieses Angebot. Bürgermeister Fritz Link erläuterte zu Beginn die Entwicklung des Vorhabens.

Nachdem der Antrag der Telekom kam, sei für den Ortschaftsrat Burgberg und die Gemeinde klar gewesen, dass man bei einem Suchlaufverfahren aktiv Einfluss nehmen wolle, um unter einer Auswahl möglicher Standorte den geeignetsten zu finden, vor allem aus Gründen der Akzeptanz und einer sorgfältigen Gesundheitsvorsorge. Hierzu wurde wieder ein Runder Tisch unter Beteiligung des Ortschaftsrates, des Gemeinderates, der Umweltverbände sowie der Bürgerinitiativen einberufen. Zugleich wurde ein unabhängiger Sachverständiger des TÜV Süd mit der Erstellung eines Immissionsgutachtens zur Bewertung aller Standortalternativen beauftragt – auf Kosten der Gemeinde.

Zunächst, so Link, wurde über acht Standortmöglichkeiten beraten. Später seien dann noch zwei weitere hinzu gekommen. Es sei auch das Ziel gewesen, alle möglichen weiteren Mobilfunk-Betreiber, also nicht nur die Telekom allein, zu einer gemeinsamen Nutzung dieser neuen Anlage zu verpflichten, was auch gelang. Beim Suchlauf seien zusätzlich zu den deutschen Grenzwerten beim Strahlenschutz noch die strengeren Werte der Schweiz und Österreichs berücksichtigt worden. Wichtig seien Transparenz und Bürgerbeteiligung. Deshalb habe man zu dieser Bürgerversammlung eingeladen.

Fritz Link erteilte nun Thomas Gritsch das Wort. Der Sachverständige erklärte ausführlich die Sachlage, beschrieb technische Abläufe, erläuterte Grenzwerte der Strahlenbelastung und stellte die Untersuchungsergebnisse zu den einzelnen Standort-Alternativen vor. Grundsätzlich, so Gritsch, sei es so, dass die abgegebene Strahlungsbelastung einer Antenne auf die Distanz stark abnähme. In 150 Meter Entfernung etwa, sei nur noch circa ein Prozent der Strahlung messbar. Daher sei es sinnvoll, derartige Anlagen, wenn irgendwie möglich, im Außenbereich zu errichten. Gefahren durch Mobilfunk-Anlagen für die Gesundheit seien aber, so sehe es auch die Weltgesundheits-Organisation (WHO), nicht nachweisbar. Als Ergebnis des Suchlaufs für Burgberg ermittelten die Untersuchungen den "Standort 8" an der Weilerstraße als den am besten geeigneten, mit einem Mast der Länge von 35 Metern. Auch die Telekom würde dies so akzeptieren.

In der anschließenden Fragerunde, die rege genutzt wurde, zeigte sich die Uneinigkeit der Bürger. Berechtigte Fragen wie "Wie wirkt sich die Anlage auf das Landschaftsbild aus? Erleiden die betroffenen Grundstücke einen Wertverlust? Wurden wirklich alle Aspekte für diesen Standort geprüft? Sind die Messwerte zuverlässig?", wurden gestellt. Manches klang aber doch sehr nach Fundamental-Opposition. Es kam gegen Ende der Veranstaltung zu verbalen Konfrontationen zwischen Befürwortern und Gegnern der Anlage.

Wie geht es nun weiter? Als nächstes wird sich der Ortschaftsrat mit den Ergebnissen dieser Untersuchung befassen. Dann wird das Thema im Gemeinderat behandelt. Anschließend erfolgt der Vertrag mit dem Eigentümer des vorgesehenen Grundstücks. Wie Fritz Link erklärte, wurde hier schon erhebliche Vorarbeit geleistet. Und schließlich muss die Telekom ja noch die Baugenehmigung für ihren Mast beantragen. Der Zeitrahmen beträgt 18 bis 24 Monate.

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