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Triberg Drahtiger Pianist mit großer Ausdrucksvielfalt

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Thomas Scheytt erfreut in der Asklepios-Klinik Triberg erneut viele Besucher mit seinem Konzert. Foto: Ciubotaru Foto: Schwarzwälder Bote

Triberg. Einer der besten Boogie- und Blues-Pianisten unserer Zeit, Thomas Scheytt, gastierte diese Woche in der Triberger Fachklinik für onkologische Rehabilitation. 

Der drahtige Schwabe mit dunklem Wuschelkopf und strahlendem Lächeln ist eine freundliche und sympathische Erscheinung, ohne Starallüren. Wenn er sich an den Konzertflügel hinsetzt, setzt sich ans Instrument nur ein Pianist mit exotischen Lackschuhen. Wenn er aber anfängt zu spielen, hat das Publikum vor sich einen Konzertflügel aus dem ein Pianist "herausragt", ein Nervenbündel voll Feuer und Leidenschaft, mit seinem Instrument eine Einheit bildend. 

Der Künstler spielt mit geschlossenen Augen, ohne einen falschen Ton, brillant und im rasanten Tempo. Seine Füße tanzen, sein Körper tanzt mit, er singt manchmal auch leise vor sich hin, wie Glenn Gould es oft tat, in seiner Musik versunken. Diese Leidenschaft und die Lebensfreude aus seinem Spiel springen über, sie sind ansteckend. Das Publikum wird davon verzaubert, es gibt sich der Musik hin. Es ist wie ein großes Lächeln, das alle im Raum erfasst.

Große Ausdrucksvielfalt

Thomas Scheytt verfügt über ein hohes pianistisches Können und eine große Ausdrucksvielfalt. Mit Recht wurde er als einer "der schwärzesten Boogie- und Blues-Pianisten weißer Hautfarbe" gefeiert und mit mehreren namhaften Preisen gewürdigt, wie dem Audience Award 2000 des SWR und dem German Blues Award 2015 in der Kategorie Bestes Piano und Bestes Duo. Er gehört zu den meistbeschäftigten Musikern der Blues- und Boogie-Szene in Europa und spielt ein vastes Répertoire, bestehend aus den klassischen Stücken der Gattung von J. Blythe/Robinson, H. Thomas bis zu E. Montgomery, M. Lastie und W. Smith & C. Willliams.

Eigene hochwertige Kompositionen und manche Stücke, aus den deutschen "Südstaaten", wie "Merry-Go-Round-Rag" des Stuttgarter Musikers Hans-Jürgen Bock runden das Programm ab. Die "Liebesbeziehung" mit dieser Musik begann in jungen Jahren. Mit 17, knapp 18 entdeckte der 1960 geborene Schwabe und Pfarrersohn ein paar Schallplatten, die er immer wieder hörte.

Zwar hatte er schon früh Klavier- und Orgelunterricht bekommen, aber für diese Musik gab es damals keinen Lehrer. Er hat sich alles allein beigebracht, mit Hilfe von Kassetten, alles nach dem Gehör gespielt.

Blues ist im Grunde Volksmusik – traditionell eine mündliche Überlieferung. In Osteuropa, Indien und in anderen Teilen der Welt wird viel musiziert, aber meistens ohne Noten. Viele Musiker sind Naturtalente, sie können notenfrei spielen und improvisieren.

Dieses Können geht hier, im Abendland, abhanden, bedauerte im Gespräch Thomas Scheytt. "Es ist so, als ob man jungen Menschen Krücken geben würde und ihnen permanent sagen würde, dass sie ohne Krücken gar nicht laufen werden. Das ist ein großer Verlust für die Musik." Ergo, man verliert im Grunde die Lebendigkeit, die Kreativität.

Tosender Applaus

Das Publikum bedankte sich bei dem brillanten Musiker mit tosendem Applaus. Dreimal pro Jahr kommt Thomas Scheytt nach Triberg. Wer Musik von bester Qualität erleben und sich etwas Gutes (an)tun möchte, sollte die nächsten Auftritte von Thomas Scheytt nicht verpassen. 

Ihre Redaktion vor Ort Triberg

Christel Börsig-Kienzler

Fax: 07722 86655-15

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