Hemdglonkerzunft eröffnet heiße Phase der Fasnet / Ortsvorsteher will Schlüssel nicht herausrücken

Von Marie-Louise Roser

Triberg-Nußbach. Mit ihrem Hemdglonkerumzug eröffneten die Nußbacher Narren am Donnerstag traditionell ihre Fastnacht. Nicht ganz, denn schon Tags zuvor feierten die "Wiber" im "Römischen Kaiser" zünftig ihre Fasnet. Dennoch steht und fällt der Beginn der Fasnet mit dem Aufhängen der Fasnetpuppe. Was sie den Tribergern in dreifacher Ausfertigung bedeutet – jeweils für die Zünfte der Ober-, Mittel- und Unterstadt – ist den Nußbachern ihr Raschki. Diesen zu finden, lag auch in diesem Jahr wieder ganz in der Hand der vielen Kinder, die eifrig im Fackelschein die Umgebung des Dorfplatzes absuchen mussten.

Bevor es so weit war, marschierte die Zunft, begleitet von der Musikkapelle, durchs Dorf. Nachdem die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet war, wurde die Dunkelheit bald von den Fackeln der vielen Hemdglonker durchbrochen und mitsamt Narrenmarsch auf dem Dorfplatz Einzug gehalten.

Vom Balkon des Rathauses begrüßte Oberzunftmeisterin Sonja Schätzle die Narren. "S’isch wieder so weit, ein Jahr ist rum," ließ sie verlauten und nahm den in kürzester Zeit aufgefundenen Raschki in Empfang. Diesem wurde feierlich das Herz eingesetzt und als er aufgehängt wurde und die Musik der Kapelle erklang, die von Jungenddirigent Simon Wiesenbach geleitet wurde, fanden die Narren kein Halten mehr. Fröhlich schunkelnd und singend wurde der Beginn der Fasnet gefeiert.

Die letzte Amtshandlung, nämlich den Ortsvorsteher zur Herausgabe des Schlüssels zu bewegen, war die schwierigste. "Heinz komm raus, es isch Zit," riefen Oberzunftmeisterin und nach mehrmaliger Aufforderung und sehr zur Belustigung der Zuschauer auch einige Kinder. Der "Heinz" erschien dann auch, doch bevor er den Schlüssel herausrückte, musste die Zunft einen Seitenhieb auf den "Spross" der vergangenen Fastnacht einstecken.

Hier sei nur so viel gesagt, dass ein Mähdrescher eine sich lohnende Anschaffung für kommende" Lagerstätten" des Strohdrescher-Strohs – und sei es auf dem neuen Dorfplatz – wäre. Doch auch dieses letzte Aufbäumen in Form von Einschüchterungsversuchen hatte keinen Zweck und so überreichte der Ortsvorsteher der Oberzunftmeisterin den Schlüssel.

Mit dem Herzensanliegen, alles in bester Verfassung wieder zurück zu erhalten, wünschte er der Zunft und den Nußbacher Narren eine glückselige Fasnet. Sonja Schätzle trug den Fahrplan für die närrischen Tage vor und legte Wert auf die Veränderungen, die für das Jahr 2014 vorgesehen sind. Neben neuen Bedingungen beim Konfettiball (wir berichteten) fand auch der Hemdglonkerball nicht wie üblich in der Festhalle statt, sondern in den Räumen des "Römischen Kaisers".

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: