Die im Schwarzwaldmuseum aufgebaute Uhrmacherwerkstatt zeigt, wie Uhren in früheren Zeiten im Schwarzwald produziert wurden. Foto: Fotos: Stadt Triberg

Tourismus: Vier Attraktionen enthalten / Nikolaus Arnold: "Schwarzwaldmuseum enorm wichtig"

Die Triberg-Card, die Besucher des Wasserfalls als Eintrittskarte erhalten, wurde in diesem Jahr mit zusätzlichen Leistungen noch attraktiver. So ermöglicht die Triberg-Card nun auch einen kostenlosen Eintritt ins Schwarzwaldmuseum und das Triberg-Fantasy.

Triberg. Der Löwenanteil der Museums-Besucher, über 95 Prozent, kommt mit der Triberg-Card in Form der Wasserfall-Eintrittskarte oder mit der Gästekarte ins Schwarzwaldmuseum, informiert der städtische Marketingleiter Nikolaus Arnold. Das sorgt für eine erfreuliche Besucher­frequenz. Laut Arnold waren es im August 250 bis 300 Gäste im Museum täglich.

Umfangreiche Leistung

Die Leistungen der Triberg-Card sind umfangreich. Neben dem Eintritt zum Wasserfall ermöglicht sie einen kostenlosen Zugang nicht nur zum Museum und Triberg-Fantasy, sondern auch zum Triberg-Land, einer Ausstellung mit interaktiven Modellbahnanlagen. "Somit stehen unseren Besuchern mit der Triberg-Card gleich vier Attraktionen zur Verfügung, die ganzjährig an 365 Tagen im Jahr und bei jeder Witterung besichtigt werden können."

Seit Anfang des Jahres hat die Stadt das Museum vom bisherigen Betreiber, dem Heimat- und Gewerbeverein, gepachtet und einen kostenlosen Eintritt in die Triberg-Card sowie in die Gästekarte integriert. Im Juni wurde darüber hinaus auch das "Instagram-Museum" Triberg-Fantasy eröffnet und ins Leistungsangebot von Triberg-Card und Gästekarte übernommen.

Es ergeben sich Synergien

Durch den Betrieb der vier Attraktionen in städtischer Hand ergeben sich laut Arnold Synergieeffekte. "Synergien können im Bereich des Personaleinsatzes genutzt werden. Hier vor allem im Bereich der Tourist-Info und des Schwarzwaldmuseums, die im gleichen Gebäude untergebracht sind", erklärt der Marketingchef.

Personal übernommen

Das komplette Personal des Schwarzwaldmuseums sei zum Zeitpunkt des Museumsbetriebs durch die Stadt zu gleichen Konditionen weiterbeschäftigt worden. "Durch das neue Triberg-Fantasy waren zusätzliche Mitarbeiter notwendig. Dies sind in der Regel Teilzeitkräfte oder auch geringfügig Beschäftigte. Auch einige Ferienjobber konnten in unseren Freizeiteinrichtungen eingesetzt werden", informiert Arnold.

Mit den zusätzlichen Leistungen der Triberg-Card hat sich auch der Eintrittspreis zum Wasserfall erhöht. "Bis 2020 betrug der Einzeleintritt ohne Gästekarte im Sommer sechs Euro." Mit den beiden zusätzlichen neuen Freizeiteinrichtungen, Museum und Triberg-Fantasy, die im Rahmen der Triberg-Card im Wasserfalleintritt enthalten sind, bezahlt der Gast hierfür nun acht Euro, so Arnold.

Selbstverständlich gebe es Ermäßigungen unter anderem für Inhaber der Schwarzwald-Gästekarte, Jugendliche und Kinder und auch für Gruppen. Besonders günstig sei die Familienkarte kalkuliert.

Höheren Preis "akzeptiert"

"Die Erfahrung zeigt, dass diese Preise auf breiter Ebene akzeptiert werden", betont er. Ein Großteil der Gäste sei überrascht, was alles an Leistungen in der Triberg-Card enthalten sei. Einige Gäste gäben an, erneut nach Triberg zu kommen.

"Derzeit laufen auch wieder vermehrt die Gespräche mit den klassischen Busreiseveranstaltern. Auch diese zeigen sich oftmals angenehm überrascht vom neuen Angebot in Triberg", merkt der Stadtmarketingchef an.

"Wir erhoffen uns, mit diesem Angebot zukünftig nicht nur die Urlaubsgäste und Tagesausflugsgäste zu erreichen, sondern auch die Bevölkerung der Region, die Triberg gerne mal wieder im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen und zum Beispiel mit dem Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn aus dem Stuttgarter Raum oder aus dem Rheintal zu uns nach Triberg kommen", erklärt Arnold. "Und das ganzjährig, also auch zu bisher eher besucherschwachen Zeiten wie zum Beispiel im November, einer Zeit, in der viele andere Freizeiteinrichtungen bereits geschlossen haben." Entsprechende Werbemaßnahmen seien derzeit in Vorbereitung.

Bestand langfristig sichern

"Insgesamt sehen wir die Anpachtung des Schwarzwaldmuseums auch als Chance für das sehr attraktive Schwarzwaldmuseum, dessen Bestand langfristig zu sichern. Das Gästeaufkommen hat sich Corona-bedingt stark gewandelt. Von existenzieller Wichtigkeit für unser Museum und auch für viele andere Museen im Schwarzwald und darüber hinaus sind die Busreiseveranstalter. Corona-bedingt ist hier ein sehr starker Rückgang des Aufkommens von Busreiseveranstalter gegenüber der Zeit vor Corona festzustellen. Auch das Segment des klassischen Schulausflugs, von dem das Schwarzwaldmuseum vor Corona immer profitieren konnte, ist komplett weggefallen. Mit der Triberg-Card haben wir nun die Möglichkeit, dies durch Individual-Touristen zu kompensieren." "Das Museum ist enorm wichtig für Triberg, auch geschichtlich. Wir wollen es mit allen Mitteln halten", so Arnold. Dabei helfe auch die Triberg-Card.

Durch die Übernahme des Betriebs des Schwarzwaldmuseums durch die Stadt Triberg besteht die Möglichkeit, nun auch immer wieder Teile aus der Triberg-Sammlung zu präsentieren, die sich im Eigentum der Stadt Triberg befindet, erklärt der städtische Marketingleiter Nikolaus Arnold. Eine erste Ausstellung sei derzeit bereits mit den Griesbaum-Exponaten umgesetzt. Gezeigt werden im Rahmen dieser Sonderausstellung unter anderem mechanische Singvögel und Pfeiffer sowie Zigarettenspender, die Markenzeichen dieser ehemaligen Triberger Traditionsfirma Griesbaum sind. Die Ausstellung kann noch bis Anfang November besichtigt werden.