Das Inventar der Strohutfabrik wird nun aufgenommen, das Kulturstudio Dietzig-Schicht bewertet, was kulturhistorisch wertvoll ist. Foto: Bolkart Foto: Schwarzwälder-Bote

Strohhutfabrik: Maßnahme auch bei Abriss erforderlich

Schonach. Seitens des Denkmalschutzes wurde eine denkmalschutztechnische Bestandsaufnahme der Strohhutfabrik Sauter gefordert. Dazu holte sich die Gemeindeverwaltung Schonach in enger Abstimmung mit dem zuständigen Amt nun Angebote ein.

Bürgermeister Jörg Frey wies in der jüngsten Gemeinderatssitzung ausdrücklich darauf hin, dass die Bestandsaufnahme grundsätzlich unabhängig von der weiteren angedachten Nutzung sei und auch bei einem Abbruch durchgeführt werden müsse. Im Haushalt stellte der Gemeinderat 18 000 Euro für die Maßnahme ein.

Glücklich war man über das günstigste Angebot von rund 2800 Euro, welches von Stefan Blum aus St. Peter abgegeben wurde. Das Angebot umfasst die Minimal-Forderungen des Denkmalschutzamtes, welches ein händisches Aufmaß und die Übernahme in CAD beinhaltet. Aus denkmaltechnischer Sicht wurde das Angebot als zielführend betrachtet, da es in die Zustandserfassung des Gebäudes auch die historische Ausstattung mit einbezieht.

Zusätzlich hatte die Verwaltung auch ein Angebot zur Erfassung des Inventars wie Möbel, Maschinen, Zubehör und Schriftstücke sowie deren Einordnung im Spiegel der Nutzungsgeschichte eingeholt. Das Kulturstudio Dietzig-Schicht aus Villingen-Schwenningen bot die Arbeiten zu pauschal 928,20 Euro inklusive Mehrwertsteuer an.

Frey betonte nochmals, dass die Maßnahme keine Planung beinhalte, sondern lediglich die vom Denkmalschutzamt geforderte Bestandsaufnahme. "Über den Preis sind wir nicht böse, wir liegen deutlich unter dem Haushaltsansatz und das Amt ist mit der Lösung zufrieden".

Helmut Kienzler (FWV) wollte wissen, ob die Bestandsaufnahme auch die Statik der Decken, Böden und Mauern beinhalte, was Ortsbaumeister Ansgar Paul bejahte. Allerdings sei diese nicht detailliert, sondern nur auf die Grundstatik bezogen, sodass man erkenne, welche Wände oder Decken nicht mehr tragfähig sind oder noch zu gebrauchen seien.

Christian Herr (CDU) zeigte sich positiv überrascht ob der moderaten Kosten. Ob denn die Aufnahme Grundlage für Förderanträge sei, wollte er wissen. Das verneinte Frey, es sei eine reine Bestandsaufnahme. Dann müsse man entscheiden, was aus der Strohhutfabrik werden soll und erst diese Pläne seien dann Grundlage für Förderanträge.

Herbert Rombach (CDU) ging auf die Aussage Freys ein, der Förderverein würde bei der Erfassung des Inventars behilflich sein und wollte wissen, wie diese Hilfe aussehe. Frey erläuterte, dass die Mitglieder des Fördervereins sich bereit erklärt hatten, beim Ausräumen der Fabrik zu helfen. Das Kulturstudio Dietzig-Schicht bewerte dann die Gegenstände, bestimmt, was kulturhistorisch wertvoll ist und erstellt darüber Inventarlisten.

Schließlich stimmte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme der Vergabe der Bestandsaufnahmen zu. Etliche Vorstandsmitglieder des Fördervereins Schwarzwälder Strohmanufactur Schonach waren in der Gemeinderatssitzung anwesend. Allesamt hießen es für gut, dass es mit dem Projekt Strohhutfabrik nun weitergehe. Rita Schyle bat darum, das Projekt auch weiterhin mit Herzblut zu verfolgen. Ingrid Schyle freute sich, dass das Inventar nun aufgenommen wird. "Das wird Zeit, sonst geht das alles kaputt". Nachdem nochmals Fragen zum Prozedere gestellt und vom Gremium beantwortet wurden, schlug Ingrid Spath dem Gemeinderat vor, doch mal einen Ausflug in die Öhlermühle nach Simonswald zu machen.