Da viele Bäche und Flüsse der Wasserfallstadt, wie hier die Gutach, alles andere als naturnah gestaltet sind, muss die Stadt einen Gewässerentwicklungsplan nachweisen. Foto: Kommert

Wasserwirtschaftamt: Triberg entzieht sich der Pflicht. Verwaltung will jetzt der Auflage nachkommen.

Triberg - Das Wasserwirtschaftsamt hat Triberg angemahnt, naturnahe Gewässer zu schaffen. Vor dem Schwerpunktthema Wasserwirtschaft segnete das Gremium in jüngster Sitzung einen Antrag zum Anbau eines Außentreppenhauses sowie eines Windfangs mit Holzlager und Umbau des Gebäudes in der Rohrbacher Straße in Triberg ab.

Die Stadt ist für die Gewässer zweiter Ordnung Träger der Unterhaltslast. Es sei Wunsch und Wille, bei nicht naturnah ausgebauten Gewässern in einem "angemessenen Zeitraum" die Voraussetzungen für eine naturnahe Entwicklung zu schaffen. Dazu werden Gewässerentwicklungspläne aufgestellt.

Laut Wasserwirtschaftsamt sei Triberg eine von fünf Kommunen des Kreises, die sich bisher dieser Pflichtaufgabe entzogen habe. Die neue Brücke am Ortsausgang in Gremmelsbach und die Gewässerführung in diesem Bereich seien mit der Auflage genehmigt worden, dass die Stadtverwaltung für Triberg, Nußbach und Gremmelsbach diese Gewässerentwicklungspläne in Auftrag geben sollte.

Schwerwiegender aber sei die Tatsache, dass eindeutig signalisiert worden ist, dass es ohne diese angestrebte Planung künftig keine Fördermittel im Bereich Wasserwirtschaft mehr geben werde.

Daher wolle die Verwaltung dieser Auflage nachkommen, versicherte Bürgermeister Gallus Strobel. Auf allen drei Gemarkungen soll nun ein Gewässerentwicklungsplan erstellt werden. Dabei würden Kosten von etwa 17.000 Euro entstehen, für die es eine Förderung gibt. So stelle die Wasserwirtschaft 70 Prozent Förderung in Aussicht, des Weiteren komme ein Ökokonto-Guthaben von 15 Prozent zum Tragen, so dass an der Kommune letztlich 2500 Euro hängen bleiben. Bereits 2013 seien die Mittel aus der Wasserwirtschaft beantragt worden und seien bestätigt. Das Guthaben beim Ökokonto könne bei der Waldumwandlung Obertal eingesetzt werden.

Die Verwaltung schlage nun vor, den endgültigen Förderantrag nach Richtlinien der Wasserwirtschaft zu stellen und den Auftrag an den günstigsten Bieter zu vergeben.

Susanne Muschal (SPD) fragte nach, wie das mit den Einsprüchen gegen die Abwasserbescheide gelaufen sei. Sie habe erfahren, dass einige noch keinerlei Bescheid erhalten hätten.

"Nach uns vorliegenden ­Informationen sind alle Verfahren abgewickelt worden. Alle Bescheide wurden bestätigt", meinte Strobel. Sollte dies anders sein, brauche er Namen, um sich kundig zu machen.

Der Gewässerentwicklungsplan wurde einstimmig auf den Weg gebracht.