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Triathlon Laura Zimmermann: Auf zu neuen Ufern

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Auf nach Barcelona heißt es für Laura Zimmermann. Foto: Zimmermann

Ihre Saison ist fast beendet und doch hält sie noch ein Highlight bereit: Profi-Triathletin Laura Zimmermann wird am Sonntag beim Ironman in Barcelona erstmals über die Langdistanz an den Start gehen.

Wer seine freien Stunden im Sommer an der Erzgrube verbracht hat, könnte sie beobachtet haben: Profi-Triathletin Laura Zimmermann und Schwimmcoach Sven Münster haben in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert, um im Freiwasser voranzukommen. "Ich kann meine guten Leistungen aus dem Becken noch nicht ins Freiwasser transportieren", sagt Zimmermann. "Obwohl ich durch meine Größe eigentlich gute Voraussetzungen habe, ist es meine schwächste der drei Disziplinen." Mit Selbstkritik spart die 29-Jährige an diesem Montagabend –­ zwischen Physio-Termin und Training – nicht. Sie weiß, wo sie steht. Sie weiß aber auch, was sie kann. "Laura ist ehrgeizig, weiß, was sie will", erklärt Münster. "Sie hört aber gleichzeitig auf ihren Körper." Mehr, sagt der Coach, könne man sich von einem Athleten kaum wünschen.

Seit drei Jahren trainiert die Profi-Triathletin in einer der drei Wettkampfgruppen des TSV Freudenstadt mit. "Es ist toll zu beobachten, was dort aufgebaut wird", sagt Zimmermann. "Und Sven kann einen richtig drillen. Ich trainiere viel allein – auch deshalb bin ich sehr froh um diese Trainingsgruppe."

Und die wächst kontinuierlich. Aus den kleinen, ohne Badekappe und Getränk trainierenden Kindern sind ehrgeizige Nachwuchs-Athleten geworden. Auch in diesem Jahr sollen einige von ihnen zur Deutschen Jahrgangsmeisterschaft fahren, das ist das erklärte Ziel. Um dies zu erreichen, wurden die Umfänge hochgefahren: "Wir haben schon jetzt ein Viertel mehr Kilometer geschwommen als im Vorjahr", sagt Münster. Neben den vier Wassereinheiten wird zweimal pro Woche Athletiktraining angeboten. Dazu kommen zwei Trainingslager: eines in den Herbstferien, eines im April.

Während der Nachwuchs seit gut einem Monat in der Vorbereitung steckt, befindet sich Laura Zimmermann im Endspurt ihrer Saison­ –­ einer langen und zehrenden Saison, in der sie auf sechs Mitteldistanzen gestartet ist. Und doch hält dieser Schlussspurt etwas Besonderes bereit: Die Zahnmedizinerin und Sportwissenschaftlerin geht am Sonntag beim Ironman in Barcelona zum ersten Mal über die Langdistanz an den Start. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen stehen also an – und damit doppelt so viel wie auf der Mitteldistanz.

Ob sie Nervosität verspürt? "Vor zwei Wochen hätte ich ja gesagt", antwortet Zimmermann mit einem Lächeln im Gesicht. Inzwischen überwiege die Vorfreude ob der großen Herausforderung. "Das Pacing wird eine große Rolle spielen", erklärt sie. "Mein Trainer Utz Brenner wird mir aber genau sagen, welche Zeiten ich angehen soll. Sicherlich wird es Höhen und Tiefen geben, der Kopf spielt eine große Rolle." Bereit scheint die 29-Jährige aber zu sein, und ihre Vorbereitung lief – auch dank der Unterstützung ihres Physiotherapeuten Marcus Bangert – reibungslos.

"Wenn’s gut läuft", auch das sagt Zimmermann, "wird man mich künftig vermutlich öfter auf der Langdistanz treffen". Sie habe im vergangenen Jahr gemerkt, dass es ihr schwer falle, noch höheres Tempo anzuschlagen. "Aber ich dachte immer, dass ich dieses Tempo noch länger durchhalten würde." So war die Idee geboren, die Langdistanz in Angriff zu nehmen. Bis zu 30 Stunden in der Woche investiert die in Marktobedorf im Allgäu aufgewachsene, mittlerweile aber in Klosterreichenbach beheimatete Triathletin ins Training.

Und damit ist noch lange nicht alles abgedeckt. "Es ist ein kleines Unternehmen, das man als Profi-Triathlet führt", sagt sie. Ihrer Arbeit als Zahnärztin geht sie inzwischen in einer Praxis in Freudenstadt in Teilzeit nach. "Das ist mein Ausgleich. Eine Möglichkeit, die Gedanken vom Sport loszulösen. Außerdem braucht man die praktische Erfahrung in diesem Beruf", sagt sie. "Der Sport ist in mancher Hinsicht egoistisch. Im Job kann ich etwas für andere tun, das ist für mich erfüllend." Zudem wird sie von Sponsoren unterstützt. Doch auch die sind nicht leicht zu finden: "Deshalb bin ich froh, in Baiersbronn von der Touristik und auch von meinem Verein in Würzburg unterstützt zu werden."

Wenn man die Startgebühren und Reisekosten zusammenrechnet, müsse man, so Zimmermann, meist unter die Top 3 im Wettbewerb kommen –­ ansonsten wäre es eine Minusrechnung. "Es ist eine Schule fürs Leben. Natürlich ist es oft schwierig, aber die Leidenschaft treibt mich an."

Ein Ziel hat sich Laura Zimmermann für ihren Start in Barcelona natürlich gesetzt. Das behält sie aber erst einmal noch für sich. Nur eines gibt sie preis: "Ich habe eine Zeit im Kopf. Wenn das klappt, könnte ich vorne mitmischen."

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