Egal ob Jung oder Alt – Discgolf ist für jeden etwas, sagt Joachim Klingner. Er ist Vorsitzender des noch jungen Vereins Black Forest Discgolf Beavers aus Königsfeld, der sich der noch recht exotischen Sportart verschrieben hat und diese vorantreiben möchte.
Geringe Einstiegshürden, Spielspaß für alle Generationen und Bewegung an der frischen Luft – es gibt viele Gründe, wieso Discgolf beliebt ist. Mittlerweile hat sich mit den Black Forest Discgolf Beavers ein Verein gegründet, der sich nicht nur dem Sport verschrieben hat, sondern sich auch teils um die Pflege der Königsfelder Anlage kümmert. Und der hat große Pläne.
Der Sport
Das Spielprinzip ist einfach: In so wenigen Würfen wie möglich muss der Spieler eine Frisbee-Scheibe vom Startpunkt aus in einen speziellen Korb befördern. Nach dem Abwurf geht es schrittweise voran: Von dort, wo die Scheibe auf dem Boden liegen geblieben ist, wird geworfen – ganz wie beim Golf.
Immer wieder gilt es dabei, natürliche Hindernisse zu überwinden. Und so, wie es beim Golfen diverse Schläger gibt, können beim Discgolf Frisbee-Scheiben mit verschiedenen Eigenschaften für unterschiedliche Positionen auf der Bahn genutzt werden. Auch die Wertung orientiert sich am Golfsport – unter anderem ist für jede Bahn ein Par festgelegt.
Gespielt werden kann alleine oder in der Gruppe – und in so gut wie jedem Alter vom Kleinkind bis zum Senior, sagt Joachim Klingner. Er gab vor einigen Jahren den Anstoß dafür, dass die Discgolf-Anlage in Königsfeld angelegt wurde und ist heute Vorsitzender der Black Forest Discgolf Beavers.
Wer in den Sport einsteigen will, muss keine großen Investitionen tätigen: Der Parcours kann kostenlos genutzt werden; eine geeignete Frisbee-Scheibe gibt es schon für zehn Euro. Alternativ können Scheiben bei der Tourist-Info ausgeliehen werden.
Die Anfänge
Während die Sportart in Amerika, wo Discgolf erfunden wurde, bereits in den späten 1970er-Jahren gespielt wurde, ist sie in der Region noch recht exotisch. Die Anlage in Königsfeld ist die einzige im näheren Umkreis. Sie wurde 2020 eröffnet, nachdem Klingner seine Idee, einen solchen Parcours in Königsfeld zu etablieren, 2018 erstmals in den kommunalen Gremien vorstellte. Er selbst war einige Jahre zuvor in Neuseeland mit dem Sport in Berührung gekommen. Klingners Idee kam an: 2019 wurden neun Discgolf-Bahnen errichtet – 2020 wurden sie eingeweiht.
Die Anlage
Neun Bahnen mit verschiedenen Hindernissen stehen seitdem in Königsfeld zur Verfügung. Die kürzeste ist 52 Meter lang, die längste 123 Meter. Etwa zwei Drittel der Bahnen führen durch den Wald – mit ganz natürlichen Hindernissen.
Die Entwicklung
Während Klingner anfangs auf der Discgolf-Anlage noch „allein auf weiter Flur war“, wie er sich erinnert, hat der Sport in Königsfeld mittlerweile deutlichen Zulauf bekommen. „Vor allem während Corona haben es viele entdeckt“, sagt Klingner – und die Nutzerzahlen schossen aufwärts. Denn während viele andere Freizeitbeschäftigungen untersagt waren, konnte Discgolf im Freien und mit dem nötigen Abstand voneinander nach wie vor gespielt werden: Der Parcours war durchgehend geöffnet – und lockte viele Interessierte an. Im Laufe der Jahre stieg die Anzahl der Spielrunden, die in Königsfeld mittels der App „UDisc“ aufgezeichnet wurden, von wenigen hundert im Jahr 2020 auf rund 2300 im Jahr 2023.
Und die Spieler kommen nicht nur aus dem Kurort. 15 von ihnen kamen im vergangenen Jahr aus mehr als 300 Kilometern Entfernung – unter anderem aus der Schweiz, Schweden, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, Finnland, den USA und Kanada.
Der Verein
Doch auch in der Region gibt es begeisterte Discgolfer, welche die Anlage regelmäßig nutzen – so regelmäßig, dass sie sich beim Spielen immer wieder über den Weg liefen, wie Klingner erzählt. „Irgendwann kam die Idee auf, einen Verein zu gründen“, erinnert sich der heutige Vorsitzende. Im Sommer 2023 riefen neun Gründungsmitglieder die Black Forest Discgolf Beavers ins Leben.
Die mittlerweile gut 20 Mitglieder, die aus diversen Gemeinden im näheren Umkreis kommen, kümmern sich einerseits ehrenamtlich um die Pflege der Königsfelder Discgolf-Anlage, trainieren andererseits zusammen. Darüber hinaus bietet der Verein auch Workshops für Interessierte an.
Die Pläne
Und der Verein schmiedet große Pläne: Die Black Forest Discgolf Beavers haben sich eine Erweiterung der Königsfelder Anlage vorgenommen – von aktuell neun auf 18 Bahnen. Das sei eher die Standardlänge für Discgolf-Parcours, sagt Klingner. „Am Anfang sind neun Bahnen ganz gut“, erklärt er. Doch wenn man etwas professioneller spielen und auch Turniere ausrichten wolle, seien 18 Bahnen von Vorteil. Unter anderem liegt dem Verein eine Anfrage für die Durchführung der baden-württembergischen Meisterschaften in Königsfeld vor – eine Kurserweiterung würde dem den Weg ebnen.
Die Planungen des Vereins sind schon recht weit fortgeschritten, sagt Klingner. 2023 fanden bereits Gespräche mit dem Forst statt, um auszuloten, in welchem Bereich neue Discgolf-Bahnen entstehen könnten. Auch im Jugendbeirat hat Klingner die Idee bereits vorgestellt – und positive Rückmeldungen zum Vorhaben erhalten. Derzeit sei man damit beschäftigt, die neuen Bahnen zu planen und ihren Verlauf zu testen.
Auch bei der Umsetzung will sich der Verein stark einbringen. Das soll die Kosten niedrig halten, da nur das Material gekauft werden müsste. Klingner rechnet mit etwa 7000 bis 8000 Euro insgesamt, für die eine Förderung angestrebt wird. Umgesetzt werden soll die Erweiterung „so schnell wie möglich“, sagt Klingner.
Weitere Infos zum Verein gibt es unter blackforest-discgolf.de. Über die Webseite nimmt der Verein auch Anfragen für Workshops entgegen.