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Trends in Calw Der etwas andere Jahresrückblick

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Brücken und Calw war bislang nicht die beste Kombination. Foto: Fritsch

Was für ein Jahr! Zum Jahreswechsel schauen wir, was Calw das Jahr 2020 gebracht hat. Gleichzeitig blicken wir in die Zukunft, wie es ab Januar weitergeht. In unserem (SB+)Artikel lesen Sie unsere - teils nicht ganz ernst gemeinten - Trends.

Was zieht man an?

Was hält das Jahr 2021 in Sachen Mode bereit? Darüber gibt Piet Schaber, Geschäftsführer des gleichnamigen Modegeschäfts, einen Überblick. Interessant dabei: Selbst die Mode bleibt von der Corona-Pandemie nicht unberührt. "Die aktuellen Einflüsse von Homeoffice und bewussterem sowie nachhaltigem Konsum wirken sich stark auf die Modethemen aus", erklärt Schaber. "Es kristallisieren sich zwei Stilrichtungen heraus: gepflegt sportlich für berufstätige Kunden, die sich nach außen gut darstellen müssen und sportliche Alltagsmode." Bei Kleidung für Frauen liege die Betonung eher auf einer höheren Taille. Die Oberteile würden entsprechend kürzer, sagt Schaber. "Aufgrund der wärmeren Temperaturen gibt es ein wesentlich größeres Angebot an Kleidern, leichten und etwas weiteren Hosen und Röcke in allen Längen." Maxi-Kleider sowie Culottes bleiben angesagt. Der Geschäftsführer des Modegeschäfts sieht Leinen als großes Thema im Frühjahr und Sommer – insbesondere in schlichten Farben, ergänzt mit farbenfrohen Details. Übrigens auch bei Männern, hier gerne kombiniert mit Muster. Karo bleibt 2021 in Mode, prophezeit Schaber. Darüber hinaus wird es für Frauen "neue Kurzmantelformen in leichten Stoffen in den Farben schwarz, natur und cognac" geben, die sich zu allem gut kombinieren lassen. "Männer mögen es sportlich und bequem. Das Bequeme übernehmen funktionale und leichte Stoffe mit Stretch", meint Schaber. Leichte Stoffe haben auch bei Anzügen die Nase vorn, die vor allem in starken Blautönen im Trend sind, kombiniert mit Hemden aus funktionellen Stoffen. Schabers Fazit: "Der Kleidungsstil sollte immer die Persönlichkeit des Trägers unterstreichen. Darüber hinaus rückt der Wareneinsatz und die Herstellung stärker in das Bewusstsein des Kunden und ist zu einem wesentlichen Kaufkriterium geworden."

Das Einjährige

Das Einjährige im Amt zu feiern ist offenbar im Trend. Oberbürgermeister Florian Kling, Citymanager Hansjörg Neumann und Kulturamtsleiterin Isabel Götz gehen in dieser Sache vorneweg. War 2019 also das Jahr der Neuanfänge, hieß es 2020: erste Bilanz ziehen. Die fiel erwartungsgemäß durchwachsen aus – immerhin hat die Pandemie vielen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch entmutigt scheint das keinen der drei zu haben. Vielleicht kann dann wenigstens das Zweijährige standesgemäß gefeiert werden.

Ein No-Go!

Viel zu oft mussten wir im zu Ende gehenden Jahr über Vandalismus in Calw berichten. Am Kloster in Hirsau wurden im Sommer Mauern besprüht und Treppen beschädigt, in Altburg und Heumaden gar Autos sowie ein Bauwagen angezündet. In einem Waldstück auf dem Wimberg brannte es dreimal innerhalb kurzer Zeit, in Altburg verwüsteten Wildschweine einen Kartoffelacker, nachdem Unbekannte die Batterie des umgebenden Elektrozauns gestohlen hatten. Immer wieder kam es zudem auf dem Gelände des Getränkemarkts Pfrommer zu Beschädigungen – mutmaßlich weil Jugendliche die dortige Rampe als Treffpunkt auserkoren haben. Liegt das an Corona-bedingter Langeweile? Oder verlieren die Leute generell den Respekt vor dem Besitz anderer? Woran es auch immer liegen mag: Wir wünschen uns in Sachen Vandalismus eine Trendwende im Jahr 2021.

Das Schweigen der Bahn

Die Deutsche Bahn hüllt sich in Schweigen – das durfte man 2020 in Calw des Öfteren beobachten. Ein Trend, der nicht unbedingt auf Gegenliebe in der Calwer Verwaltung stößt. So wurde nicht nur das Reisezentrum im ZOB im Frühjahr völlig überraschend geschlossen, ohne dass Oberbürgermeister, Landrat oder sonst jemand vorher darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Auch die Pläne für den Neubau der Brücke am Adlereck behielt die Deutsche Bahn weitestgehend für sich. Erst als unsere Zeitung zum wiederholten Male nachfragt, kommt heraus: Der Abriss der einst einsturzgefährdeten Brücke soll 2022 erfolgen, der Neubau 2028. Schade nur, dass die Stadtverwaltung vorher noch nie von diesen doch ziemlich konkreten Plänen gehört hatte. Was das Videoreisezentrum anbelangt, das nun im ZOB eingerichtet werden soll, gab es bislang auch nur wenige konkrete Informationen. Aber – und hier ist offenkundig Besserung in Sicht – die Bahnsprecher suchen emsig nach Antworten. Zwar bisher ohne nennenswerte Ergebnisse, aber immerhin: Sie waren stets bemüht.

"Fott es fott"

Der Persönliche Referent des OBs, Eric Weber, die Schulleiterin des Maria-von-Linden-Gymnasiums, Birgit Scholl, der Ortsvorsteher von Altburg und Hirsau, Davide Licht, der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (CDU) und Kreishandwerksmeisterin Roswitha Keppler – sie alle verkündeten 2020 ihren Abschied aus ihren jeweiligen Positionen oder gar ganz aus Calw. Vor allem letzteres ist zweifelsohne als äußerst kritikwürdig einzuordnen. Da hat Calw einen neuen Oberbürgermeister, ein renoviertes Rathaus, eine frisch kanalsanierte Stuttgarter Straße und sogar selbst hergestelltes Desinfektionsmittel – und dann ist es trotzdem nicht recht. Da passt das "Kölsche Grundgesetz": "Fott es fott" (auf Schwäbisch etwa "Was fort isch, isch fort"). Wer Calw den Rücken kehrt, ist selber Schuld. Einen Abschied, der mit Wehmut verbunden ist, muss hingegen der Schwabo selbst hinnehmen: Unsere Redaktionssekretärin Ursula Morgeneier geht in den Ruhestand. Nach knapp 40 Jahren verabschiedet sich damit ein echtes Urgestein, das Gedächtnis der Calwer Lokalredaktion. Wir wünschen für die Zukunft alles Gute! Und hoffen, dass nach all den Abschieden ebenso viele Neuanfänge anstehen. Dann könnte das Jahr 2021 unter einem guten Vorzeichen stehen.

Stabile Verbindung

Calw hats nicht so mit den Brücken, könnte man meinen. Man erinnere sich nur an die urplötzliche Sperrung der Bundesstraße 296 unterhalb der stillgelegten Eisenbahnbrücke am Adlereck, weil selbige als einsturzgefährdet eingestuft wurde. Ein denkwürdiger Tag, der sich im April übrigens zum ersten Mal gejährt hat. Oder die Brücke von der Bundesstraße 463 ins Kohlerstal, die zu einem Teil auf Calwer Gemarkung liegt. Diese hat ihre besten Tage ganz offensichtlich hinter sich. Wenigstens musste sie noch nicht gesperrt werden, weil keine Autos oder Fußgänger sie unterqueren, sondern höchstens Fische. Ebenfalls nicht mehr in bestem Zustand die Brücke über die Nagold im Hirsauer Kurpark. Eigentlich hätte die schon 2020 abgerissen und neu gebaut werden sollen, doch das hat nicht so hingehauen wie geplant. Brückentechnisch ist Calw bisher wahrlich nicht mit dem notwendigen Quäntchen Glück gesegnet. Doch es gibt Vorzeichen, dass sich das 2021 ändern könnte. Nicht nur, dass im kommenden Jahr sowohl die Kohlerstal-Brücke, als auch jene im Kurpark Hirsau (nun wirklich) erneuert werden sollen – es gab schon dieses Jahr ein klares Anzeichen dafür, dass hier eine positive Trendwende zu erwarten ist. Der Einschub der nagelneuen Hans-Ulrich-Bay-Brücke bei Heumaden hat nämlich tadellos funktioniert, wovon sich gefühlt halb Calw live vor Ort überzeugt hat. Noch ist zwar keine Hesse-Bahn drübergefahren, aber das Bauwerk sieht zumindest schon mal sehr stabil aus. Calw und Brücken – in Zukunft also möglicherweise doch eine belastbare Verbindung.

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