Der zweite Frühlingsmonat bescherte dem Kinzigtal viele Tage mit mehr als 20 Grad. Davor war jedoch Regen angesagt.
Der April, einst der wankelmütigste unter den Monaten des Jahres mit allen Facetten des Wetters, mutiert inzwischen zu einem sonnigen, warmen und trockenem Monat. In den vergangenen Jahrzehnten nahm seine Durchschnittstemperatur von anfänglich 8,5 Grad auf inzwischen zehn Grad zu. Damit gehört er zusammen mit Januar, März und Juni zu den Monaten mit der stärksten Wärmezunahme.
Auch in diesem Jahr wurde dieser Trend weiter bestätigt. Dank mehrerer stabiler Hochdruckwetterlagen mit trockenem und sonnigem Wetter waren es besonders die Tageshöchsttemperaturen, die diesen Wärmeüberschuss erzeugten. Diese waren um gut fünf Grad über dem langjährigen Mittel. Die klaren Nächte und dazu niedrige Luftfeuchten sorgten andererseits dafür, dass es noch an 13 Tagen am Erdboden zu leichtem, teils auch mäßigen Frösten reichte und die positive Abweichung mit 1,1 Grad deutlich geringer als bei den Höchstwerten war.
Ab der zweiten Hälfte wurde es warm
Der April startete mit noch verhaltenen Temperaturen und am Karfreitag und Karsamstag mit etwas regnerischem Wetter. Rechtzeitig zum Osterfest und in den folgenden Tagen der Osterwoche war es anfangs sonnig und mit Höchstwerten von meist mehr als 20 Grad auch frühlingshaft warm. Ab dem 10. April folgte für einige Tage kühleres und trübes Wetter mit Regenfällen. Von der Monatsmitte an bestimmte eine sehr stabile Hochdruckzone bis über das Monatsende hinaus für eine mehr als zweiwöchige sehr sonnige und niederschlagsfreie Witterung. Während die Tagestemperaturen hier mehrheitlich über 20 Grad anstiegen und nur um den 20. durch eine kühlere Luftmasse kurzfristig auf 15 Grad gedrückt wurden, war es nachts und am Morgen mit tief einstelligen Temperaturen sehr frisch, auf Feldern und Wiesen zeigte sich fast täglich ein Reifbesatz.
Im April fällt immer weniger Regen, dafür gibt es immer mehr Sonne
Der April, zu früheren Zeiten eher zu den durchschnittlich feuchten Monaten des Jahres gehörend, hat sich in den vergangenen Jahren zum niederschlagärmsten Monat verändert. Im Mittel der Jahre 1961 bis 1990 fielen durchschnittlich noch 100 Liter pro Quadratmeter, in den vergangenen 30 Jahren wurden nur noch im Schnitt 80 Liter gemessen. Kein anderer Monat des Jahres weist so einen Rückgang auf. Mit dazu beigetragen hat auch der diesjährige April, der mit ganzen sieben Regentagen insgesamt nur 22,1 Liter pro Quadratmeter lieferte. Seit Messbeginn 1958 gab es nur drei Aprilmonate mit noch weniger Niederschlag, bemerkenswert zwei davon nach der Jahrhundertwende.
Auch bei der Sonnenscheindauer legte der April merklich nach, schien die Sonne im Mittel von 1961 bis 1990 im Schnitt 130 Stunden, steigerte sich dies in den vergangenen 30 Jahren auf 161 Stunden, also ein Zuwachs von 31 Stunden – soviel, wie kein anderer Monat schaffte. Gab es vor der Jahrhundertwende keinen einzigen Aprilmonat mit mindestens 200 Sonnenstunden, so wurden danach sieben gezählt. Auch der April 2026 gehört dazu, der mit 217 Stunden zwar nicht das Top-Ergebnis erzielte, aber mit einem Plus von 56 Stunden zum Mittelwert abschloss und damit Rang vier der Hitliste schaffte.
Der Wind wehte im April nur an einem Tag mit Windstärke sechs, die Spitzenböe erreichte dabei am 22. eine Geschwindigkeit von 46 Stundenkilometer. Bedingt durch die Position des kräftigen Hochs kam dabei der Wind aus östlicher Richtung.