Unter anderem soll geklärt werden, wo die Fahrräder abgestellt werden können, wenn ihre Besitzer beispielsweise zur Weiterfahrt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. (Symbolfoto) Foto: dpa/Gollnow

Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad zum Einkaufen und zur Arbeit – auch in Altensteig. Der Trend wird von der Stadt aus Klimaschutzgründen gefördert. In der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben.

Altensteig - Die Kommune verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. Bis Ende 2030 sollen die umweltschädlichen Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 55 Prozent gesunken sein. Mit der Teilnahme am European Energy Award wurde ein Zeichen gesetzt und ein Energieteam zusammengestellt, das konkrete Vorschläge machen soll. Erarbeitet wird seit 2013 ein jährlich aktualisiertes Aktionsprogramm.

Die Arbeitsgruppe hat festgestellt, dass der Radverkehr auf der Gemarkung Altensteig in den vergangenen Jahren "signifikant zugenommen hat". Erst recht seit der Verfügbarkeit von E-Bikes. Selbst der steile Aufstieg von der Unter- in die Oberstadt kann damit gut bewältigt werden.

Um den Radverkehr weiter auszubauen, wurden von Hauptamtsleiter Thomas Bräuning – der dieser Arbeitsgruppe angehört – in der jüngsten Gemeinderatssitzung Aspekte aufgezeigt und erläutert. Der Fokus liege zunächst auf der Kernstadt, weil die Zunahme des Radverkehrs dort besonders auffällig sei.

Voraussetzung ist, dass das Land sich an den Kosten beteiligt

Untersucht werden müssten eine sinnvolle Streckenführung, wie der Nagold-Radweg eingebunden werden kann, ob die Möglichkeit besteht, Fahrradstreifen auf den Straßen anzulegen und wo man Parkplätze ausweisen kann. Wo kann das Fahrrad abgestellt werden, wenn man an der Haltestelle in den Bus umsteigt ? Gibt es einen Fahrradverleih und E-Ladesäulen?

Die Untersuchungen sollten in einem schlüssigen Radverkehrskonzept Eingang finden, waren sich die Kommunalpolitiker einig und stimmten dem Antrag der Verwaltung zu, damit das Büro "endura kommunal" zu beauftragen – unter der Voraussetzung, dass der Förderbescheid des Landes Baden Württemberg positiv ausfällt und auf die Stadt nur noch Kosten von 10 000 Euro zukommen.

Mit den E-Bikes sei der Zweiradverkehr in Altensteig gestiegen, bestätigte Stadträtin Ursula Utters. Ortsvorsteherin Sandra Grüner aus Walddorf begrüßte das Vorhaben, zumal die Konzeption später auf die Gesamtstadt ausgedehnt werden soll. Hans Doll tritt gern in die Pedale. Er habe bei seinen Radausflügen weithin unbekannte Strecken entdeckt. Vielleicht könnte der Landkreis eine neue Übersichtskarte herausbringen, regte er an.

Wenn man in den Bus umsteigt, sollte gewährleistet sein, "dass mein Fahrrad bei der Rückkehr noch auf dem eingerichteten Parkplatz steht", gab Hartmut Hobler zu bedenken. Man würde die Umwelt und das Klima schonen, etwas für die Gesundheit tun, keinen Lärm erzeugen "und spart außerdem Geld", steht Heidrun Holzäpfel hinter dem Konzept.

Die Öffentlichkeit müsse einbezogen werden, damit sich immer mehr Menschen für das Fahrradfahren begeistern, liegt Bräuning am Herzen. Deshalb plant die Stadt Aktionstage, Informationsveranstaltungen und Workshops. Das Radverkehrskonzept und die Auftragserteilung wurden mit einer Gegenstimme angenommen.

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