Jasmin Höhn führt die Familienbäckerei in der fünften Generation. Foto: Regina Schwenk

Für das TV-Format „Treffpunkt“ suchte der SWR eine kleine und authentische Handwerksbäckerei. Fündig geworden ist der Sender in Freudenstadt. Wie die Dreharbeiten in der Backstube liefen und was sich das Team ganz genau angeschaut hat.

„Wenn man eine Kamera vor sich hat und das dann wirklich on Point sein muss, ist das etwas ganz anderes, wie der normale Arbeitsablauf in der Nacht“, beschreibt Jasmin Höhn die Dreharbeiten in der Backstube des Freudenstädter Traditionsbetriebs. „Aber es hat großen Spaß gemacht, also jederzeit wieder“, sagt sie und lacht.

 

Wenn Höhn vom SWR-Dreh erzählt, kommt sie fast ein bisschen ins Schwärmen. Die Chemie mit dem fünfköpfigen Team um „Treffpunkt“-Moderator Ramon Babazadeh habe „sofort gepasst“, erzählt sie bei unserem Besuch in der Backstube.

Die Dreifach-Mama – die jüngste Tochter ist gerade neun Monate alt, die Zwillinge werden im Januar sechs – führt die kleine Familienbäckerei in der Alfredstraße in der fünften Generation. 2018 hat sie ihren Meister gemacht. „Klein und fein und traditionell: So arbeiten wir hier“, sagt Höhn. „Wir haben zwar auch zwei Maschinen, die uns unterstützen, aber unser Hauptarbeitsgerät sind unsere Hände.“

Rezepte stammen teils vom Urgroßvater

Ihr Vater Walter Grammel steht an sechs Tagen in der Woche spätestens ab 2 Uhr nachts in der Backstube, ihr Großvater Walter Grammel Senior arbeitete bis ins stolze Alter von 82 Jahren in der Backstube mit und hilft noch heute, wo er kann. Beim Streichen der Butterbrezeln, beispielsweise. Oder beim Schneiden der Äpfel für den Apfelkuchen. Die Rezepte, nach denen die süßen und herzhaften Leckereien entstehen, stammen teils noch vom Ur- und Ururgroßvater. Verkauft werden sie im Laden über der Backstube unter anderem von Jasmin Höhns Schwester Stefanie Klaus.

Die kleine Familienbäckerei in der Alfredstraße Foto: Regina Schwenk

Bei Grammels bleibt also vieles in der Familie. Und die, sagt Höhn, „steht immer an erster Stelle“. Das schließe auch die beiden Mitarbeiter ein, betont sie. Auch sie „gehören für uns zur Familie“.

Das Team vom SWR haben das Handwerk und auch der familiäre Zusammenhalt in der Bäckerei mit ihrer 127-jährigen Tradition jedenfalls überzeugt. Auf den Betrieb aufmerksam geworden ist der Sender durch den Instagram-Account, den Jasmin Höhn für die Bäckerei erstellt hat. Für die Folge zum Thema „Frohes neues Jahr! Sekt, Raclette und mehr: Ideen für Silvester“ hat sich das TV-Team angeschaut, wie eine Neujahrsbrezel entsteht – vom Teig bis zur fertigen Brezel.

Nur an wenigen Tagen im Jahr gibt es die Neujahrsbrezeln. Foto: Regina Schwenk

Für den etwa fünfstündigen Dreh hat der Familienbetrieb eigens welche gebacken. Denn Neujahrsbrezeln gibt es in der Alfredstraße eigentlich nur zwischen Weihnachten und Anfang Januar zu kaufen. Wer eine der Brezeln ergattern möchte, hat also nicht viel Zeit. Nun ist Neujahrsbrezel freilich nicht gleich Neujahrsbrezel, wie Liebhaber der Spezialität wissen. Es gibt sie in süß oder mit eher salziger Geschmacksnote. Die der Bäckerei Grammel gingen eher in die salzige Richtung, schmeckten aber neutral, verrät Jasmin Höhn. Seien also sowohl für herzhafte Beläge wie Käse, als auch für süße Aufstriche wie Marmelade geeignet.

Kundschaft kommt mittlerweile auch aus Stuttgarter Raum

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bestellt welche vor – wie es Stammkunden gerne tun. Die kommen mittlerweile sogar aus dem Raum Stuttgart und kaufen dann gleich für die ganze Woche ein. Sie schätzen, was auch dem SWR an der Backstube gefällt: die Authentizität. Denn eines wollte das Drehteam auf keinen Fall haben: eine Bäckerei, wie „abgeleckt“.

Sendetermin

Die Treffpunkt-Folge mit der Bäckerei Grammel wird am Sonntag, 29. Dezember, um 18.45 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt. Bereits vorab ist sie in der Mediathek abrufbar.