Schornsteinfeger empfehlen, ausschließlich gut getrocknetes Brennholz zu verwenden. Foto: Home-stock - stock.adobe.com

Kaminbrände sind gefürchtet und haben auch im Kreis Rottweil schon viele Schäden angerichtet. Feuerwehr und Schornsteinfeger tauschten sich jetzt aus. Hier die Tipps.

Ein Kamin sorgt für gemütliche Wärme – kann aber auch zur Brandgefahr werden, denn unter bestimmten Umständen kann er sich entzünden, mit Temperaturen bis zu 1200 Grad Celsius. Wie solche Brände entstehen und wie Feuerwehr und Schornsteinfeger im Ernstfall zusammenarbeiten, war Thema eines Dienstabends der Feuerwehr Rottweil.

 

Genau genommen müsste ein Kamin- oder Schornsteinbrand eigentlich „Rußbrand“ heißen, denn es brennen nicht der Kamin oder der Schornstein, sondern der im Schornstein abgelagerte Glanzruß. Referenten waren Manuela Hermann, Feuerwehrfrau und beim Landratsamt Rottweil für das Schornsteinfegerwesen zuständig, sowie Bezirksschornsteinfeger aus dem Löschbezirk Rottweil.

Falsche Brennstoffe ein Problem

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie unkontrollierte Kaminbrände entstehen und welche Gefahren damit verbunden sind. Besonders problematisch ist der sogenannte Glanzruß im Schornstein, der etwa durch feuchte oder falsche Brennstoffe, falsche Bedienung oder falsches Heizverhalten entstehen kann. Entzünden sich diese Rückstände, kann der Brand im Inneren des Schornsteins schnell hohe Temperaturen erreichen.

Explosionsgefahr

Für die Feuerwehr bedeutet ein solcher Einsatz besondere Vorsicht. Im Löschbezirk Rottweil wird bei Kaminbränden die Feuerwehr Rottweil mit entsprechenden Hubrettungsfahrzeugen alarmiert. Während die Einsatzkräfte das Gebäude von innen und außen sichern sowie den Schornstein überwachen, unterstützt der zuständige Bezirksschornsteinfeger mit seinem Fachwissen und dem speziellen Kaminkehrwerkzeug. Die einzelnen Schritte werden nur gemeinsam durchgeführt – die Beteiligten stehen im dauerhaften Austausch über das weitere Vorgehen.

Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Schornsteinfegern ist. Beide Gruppen bringen im Einsatz unterschiedliche Fachkenntnisse ein – mit dem gemeinsamen Ziel, Schäden am Gebäude zu verhindern und Gefahren für Bewohner zu minimieren.

Der Kaminbrand darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Durch die hohen Temperaturen würde dies schlagartig verdampfen. Aus einem Liter Wasser entstehen rund 1700 Liter Wasserdampf, die im Kamin keinen Platz zum Entweichen haben. Der Kamin kann dem hohen Druck durch das plötzliche Verdampfen selten standhalten und würde einstürzen oder regelrecht explodieren.

Neben den praktischen Aspekten ging der Vortrag auf die Entwicklung des Schornsteinfegerhandwerks ein.

Im Anschluss wurde die Gelegenheit für einen Austausch genutzt. Dabei konnten offene Fragen geklärt und Erfahrungen aus Einsätzen besprochen werden.

Schornsteinfeger empfehlen, nur gut getrocknetes Brennholz zu verwenden und den Ofen regelmäßig mit ausreichender Temperatur zu betreiben. Auch Papier, Karton oder behandeltes Holz gehörten nicht in den Kamin. Regelmäßige Kontrollen der Anlagen durch die Schornsteinfeger helfen zudem, Ablagerungen frühzeitig zu erkennen.