Landfrauen sind „cool“ und „attraktiv“. Das machte Sabine Scherb vom Verband Württemberg-Hohenzollern in Remmingsheim deutlich. Dort fand der Kreislandfrauentag in der Stäblehalle statt.
Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Akkordeonorchester Remmingsheim begrüßte die stellvertretende Vorsitzende Elisabeth Müller zahlreiche Besucherinnen zu einem Nachmittag mit einem Vortrag der Buchautorin Beate Weingardt. Zum Programm in der Halle gehörte auch ein Kreativmarkt. Schmuck, Bastelarbeiten für Ostern, Liköre, Lebensmittel aus eigener Herstellung oder auch Textilien gab es an den Ständen.
Sabine Scherb, Vorstandsmitglied des Verbands Württemberg-Hohenzollern, vertritt selbstbewusst die junge Generation der Landfrauen. „Wir sind eine große Vereinigung von Frauen in Deutschland. Wir haben Stimme und werden gehört“, sagte sie. Für sie ist Landfrau zu sein, eine Lebenseinstellung. Mit ihrem Engagement im Verband hat sich Sabine Scherb ein großes Ziel gesteckt. Sie wolle erreichen, dass „jede Frau im ländlichen Raum eine Landfrau ist“.
Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Landfrauenverband gegründet worden, blickte sie zurück. Während die Männer Kriegsdienst leisteten, trieben die Frauen die Höfe um. Das sei der Hintergrund gewesen. Die Bäuerinnen sollten die Möglichkeit bekommen, sich bei Veranstaltungen auszutauschen. Inzwischen geht es aber auch darum, mitzureden und mitzugestalten, wenn es um die Zukunft des ländlichen Raums geht. Die Landfrauen könnten etwas bewegen. Bildung und Qualifizierungen sind ebenfalls ein Thema. „Erzählt weiter, dass wir cool sind“, forderte Sabine Scherb die Besucherinnen auf, Werbung für die Landfrauen zu machen. Sie könnten vom Netzwerk des Verbands profitieren.
Verbindung von Leib und Seele
Beispielsweise von Vorträgen: Diesmal hatte der Landfrauenverband Beate Weingardt eingeladen. Sie hat evangelische Theologie und Psychologie in Tübingen studiert. Heute ist sie freiberuflich tätig, hält Seminare und Vorträge ab und schreibt Bücher. „Was die Seele bewegt, bewegt auch den Körper“, war ihr Thema bei den Landfrauen. Dass es eine Verbindung von Leib und Seele gibt, das war, wie sie erklärte, schon im Alten Testament bekannt. Dort heißt es, „ein fröhliches Herz tut dem Körper gut, ein betrübtes Gemüt lässt die Knochen vertrocknen“. Jeder Mensch könne aufgrund seelischer Belastungen krank werden, etwa durch Druck und Stress. Was kann die Seele andererseits positiv beeinflussen?
Die Referentin nannte gesunde Ernährung, genügend Schlaf, mindestens sieben Stunden, Bewegung Tanz und Musik. Negative Emotionen könnten sich ebenfalls auf die Gesundheit auswirken. „Wer sich einmal am Tag ein paar Minuten ärgert, bleibt gesund. Wer sich stundenlang ärgert, hat ein Risiko“, relativierte sie. Humor und Lachen seien gesund, ebenso wie Gelassenheit und Vertrauen. „Mir persönlich hilft auch die Verwurzelung im Glauben“, meinte sie am Ende ihres Vortrags. Sie verwies dabei auf den Psalm „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.“ Beate Weingardt erhielt für ihren humorvollen Vortrag viel Beifall.
Nachfolgerin muss gefunden werden
Elisabeth Müller teilte mit, dass Bärbel Haischt als Sprengelvorsitzende und Erika Vogg als Kreisvorsitzende aufgehört haben. Sie dankte beiden für ihr Engagement. Für die Vorsitzende müsse eine Nachfolgerin gefunden werden. Elisabeth Müller will allerdings nicht kandidieren. Viele Landkreise hätten zwei oder drei Vorsitzende. Sie könnte sich vorstellen, dass ein solches Vorstandsteam Vorteile hätte.