Fast 50 Maiwagen trafen sich auf Einladung der Bauwagenfreunde Nordschwarzwald in Neuweiler. Am Vorabend des 1. Mai waren sie im Kreis auf Tour.
Welch ein Aufmarsch, welch ein Bild: Das weitläufige Firmengelände des Unternehmens Schäfer und Bischoff in Neuweiler war komplett übersät von riesigen Schleppern mit Anhängern. Nicht irgendwelche, sondern speziell für Maiausfahrten gestaltete und schön herausgeputzte Fahrzeuge von Maiwagen-, Bauwagen-, Hütte- und Kondener-Clubs, die sich im Verein „Bauwagenfreunde Nordschwarzwald“ zusammengeschlossen haben.
Sie waren am Vorabend des 1. Mai, an dem diese Gefährte traditionell ihre Runden durch den Kreis Calw drehen, in Neuweiler zusammengekommen.
Knapp 50 „Gespanne“ im Bereich um die 20-Tonnen-Marke aufwärts waren von Möttlingen bis Mitteltal, von Sprollenhausen bis Deckenpfronn und Vollmaringen in den „Oberen Wald“ angereist, um sich zum einen einer selbst auferlegten Sicherheitsprüfung zu unterziehen und zum anderen „Zehn Jahre Mai-Bauwagen Brauchtum Nordschwarzwald“ zu demonstrieren.
2016 wurden Wagen verboten
Der Hintergrund stammt aus dem Jahr 2016, als ein Verbot die damalige Mai- und Bauwagenszene zum Erliegen gebracht hatte.
Ricarda Becker – 2016 Vorsitzende der Jungen Union – hatte sich des Themas angenommen und eine Petition gestartet und zusammen mit dem Abgeordneten Thomas Blenke einen Weg gefunden, um der Szene als Brauchtum Anerkennung zu verschaffen.
Ein Eckpunkt dabei war das Thema Sicherheit auf den Maiwagen, nachdem sich einige Unfälle ereignet hatten. „Es wurde mit der Unterstützung durch zehn Wägen ein Konzept ausgearbeitet und Richtlinien festgelegt, die nach alljährlicher Überprüfung mit einem Siegel bestätigt werden“, blickte Ricarda Becker zurück.
Im Laufe der Jahre seien die Richtlinien noch enger und die Bedingungen zur Teilnahme noch strenger reguliert worden, erklärte die Vorsitzende, und bedankte sich bei den Behörden, einschließlich dem Landratsamt, für die Brauchtum-Anerkennung.
2000 junge Menschen verbunden
„Heute verbinden wir mit rund 50 Maiwagen und rund 40 Personen pro Anhänger gut 2000 junge Menschen, die an einem Tag an drei Orten quer durch den Landkreis bei verschiedenen Veranstaltungen präsent sind“, hob Ricarda Becker die Bedeutung der „Bauwagenfreunde Nordschwarzwald“ auch als Wirtschaftsfaktor hervor.
Das wird auch daran nach außen sichtbar, dass viele der Clubs mit dem Logo diverser Brauereien aus der Region auf der Strecke sind und dafür anlässlich des zehnjährigen Bestehens mit einem „Bierpreis“ belohnt wurden.
Bei diesem Termin konnte die Vorsitzende Ricarda Becker mit Unterstützung durch den Nachfolger von Thomas Blenke, Carl Christian Hirsch, die Bau-Maiwagen Deckenpfronn, Dreschschuppen Fünfbronn, Hütte Wenden, Hütte Ettmansweiler, Glasmühle, Bauwagen Rotfelden, Bauwagen Effringen, Bauwagen Neuweiler, Kondener Speßhardt, Kondener Egenhausen, Hütte Spielberg, Hütte Göttelfingen, Flaschenhütte und Härstall Bulich als Gründungsmitglieder für zehn Jahre Mitgliedschaft ehren.
Beleg für die hohe Qualität
Dass die Richtlinien für 2026 nicht mehr neu angepasst wurden, wertete das Duo als Beleg für die hohe Qualität des Siegels und den großen Gemeinschaftssinn der Bauwagenfreunde Nordschwarzwald.
Carl Christian Hirsch sicherte dem Verein auch zukünftig im Sinne seines Vorgängers seine Unterstützung zu: „Ich schätze Eure Arbeit vor Ort und den großen Zusammenhalt.“