Der Lahrer Chauffeurverein durfte am Vatertag zahlreiche Gäste zu seinem Bulldogtreffen auf dem Langenhard begrüßen.
Traktoren, teilweise liebevoll restauriert, Alleskönner wie der Unimog und viele Besucher: Der Chauffeurverein Lahr und Umgebung hatte für den Feiertag auf den Langenhard eingeladen. Auch dank des sehr guten Wetters kamen viele Besucher – auch ohne Bulldogs – und verbrachten eine gute Zeit.
Die Hunde Mila und Coco – laut der Besitzerin geschrieben wie Chanel – verbellen den neugierigen Fotografen. Sie haben Fahrersitz und Kotflügel eines Traktors der Marke Fendt, Baujahr 1966, besetzt und verteidigen den Besitzstand lautstark. Neben den insgesamt rund 200 Traktoren sehr vieler verschiedener Typen und den stolzen Besitzern ist auch viel Fußvolk – wörtlich gemeint – unterwegs auf den Langenhard. Denn es sind mehr Gäste da, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Berg und zum Anwesen der Familie Braun geklettert sind, als schnöde Pkws, die weder exotisch noch geländegängig sind.
Unimogs gelten als Lieblinge von Oldtimerfreunden
Einige Biker gibt es auch, gemeint sind damit aber Fahrer, die die Klasse A (Früher I) und Fahrzeuge auf zwei Rädern besitzen. Auch einige Vehikel der US-Schmiede Harley Davidson sind unter den Traktoren zu finden. Je nach Hubraum können die Bikes kleineren landwirtschaftlichen Gefährten sogar Konkurrenz machen, was das Drehmoment angeht.
Traktoren werden in der Straßenverkehrszulassungsordnung als „selbstfahrende Arbeitsmaschinen“ bezeichnet. Unter Umständen kann das auch für Unimogs gelten, denn: „Ein Unimog kann alles, aber nichts richtig.“ Das ist am Rande zu hören und sorgt für die sofortige Aufmerksamkeit des Autors. Was damit gemeint sei?
Ein Besucher erklärt, dass diese Gefährte aus dem Hause Daimler Nutzfahrzeuge – Unimog steht für „Universal Motor Gerät“ – bis in die 1960er-Jahre tatsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Sei es zum Holzrücken oder als Ziehfahrzeug oder Antrieb für stationäre Geräte. Holzrücken könnten heutige Spezialgeräte besser, aber würden sie auch als Zugmaschine taugen? Der Besitzer eines Unimogs aus dem Schuttertal – „Peter reicht“ – nutzt einen Unimog für die Beschaffung seines Brennholzes. Es sei Ehrensache, zu dem Treffen zu kommen, sagt er.
Um die Mittagszeit war der Andrang ordentlich. Es waren Menschen da, die die unverwüstlichen und robusten Fahrzeuge ganz offensichtlich lieben, denn sie bewunderten sie ausgiebig. Die zwei Zelte waren besetzt. Zu der Zeit kamen auch noch wesentlich mehr Traktoren oder Unimogs, als wieder abfuhren.
Bleibt die Frage, wie man Bezingespräche nennt, wenn alle Fahrzeuge Diesel tanken und verbrennen. Denn der Geruch des verbrannten Kraftstoffs war nicht zu verkennen.
Der Verein
Der Chauffeurverein Lahr und Umgebung wurde 1923 gegründet. Damals gab es einen neuen Beruf, den Chauffeur. Das Wort, heute fast schon wider ausgestorben, stammt vom lateinischen „calefacere“ ab. Das bedeutet „anheizen“ oder „warm machen“. Mit dem Bulldogtreffen in diesem Jahr feierte der Lahrer Verein seinen 101. Geburtstag.