Was für ein Wiedersehen: Vor vielen Jahren lernten sich Alois Knauer aus Hünerberg und Sylvie Raymond aus Paris auf dem Jakobsweg kennen. Danach haben sie sich nie mehr getroffen. Das hat sich jetzt geändert.
Vor 19 Jahren haben sich Alois Knauer aus dem kleinen Bad Wildbader Höhenstadtteil Hünerberg und Sylvie Raymond aus der Weltstadt Paris kennengelernt. Aber weder in seiner Heimatstadt Bad Wildbad noch in Paris, sondern auf dem durch Frankreich führenden Jakobsweg „Via Podiensis“ als einem der insgesamt vier Jakobswege Frankreichs nach Santiago de Compostela in Spanien.
Jetzt haben sich die beiden Pilger von damals erstmals wieder getroffen. Nicht wieder auf einem der Jakobswege, sondern am Bad Wildbader Bahnhof, wo Sylvie Raymond nach einer mehr als fünfstündigen Reise aus dem aus Bad Herrenalb kommenden Linienbus ausstieg. Nach den drei Etappen ihrer weiten Reise von Paris nach Karlsruhe, von Karlsruhe nach Bad Herrenalb und von Bad Herrenalb nach Bad Wildbad.
Seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen und doch am Bad Wildbader Bahnhof sofort wieder erkannt haben sich die beiden einstigen Jakobsweg-Pilger. Darüber freuten sich Alois Knauer ebenso wie Sylvie Raymond, hatten sie doch einst gemeinsam neun Etappen auf dem Jakobsweg zwischen Estaing in der Region Okzitanien im Departement Aveynon und Moissac im Departement Tarn et Garonne ohne Deutsch-Kenntnisse ihrerseits und ohne jegliches Französisch seinerseits zurückgelegt.
Bei dem jetzigen dreitägigen Besuch mit einem Aufenthalt in einem Bad Wildbader Hotel lief die Konversation besser als damals, ja eigentlich problemlos.
Eine Rundfahrt durch die Region
Und zwar mithilfe einer Übersetzungsapp im Smartphone, mit der Alois Knauer der Französin bei einer Rundfahrt nicht nur Bad Wildbad und seine Umgebung einschließlich eines Gangs über die Hängebrücke Wildline auf dem Sommerberg zeigen und erklären, sondern auch der schon seit Monaten und jetzt nur noch wenige Tage im Ehninger Rathaus laufenden Ausstellung des 90-jährigen Hobby-Künstlers einen Besuch abstatten konnte.
Überrascht und erstaunt zeigte sich Sylvie Raymond über das gelehrige Können des Graupapageis „Coco“ und damit des Lebensgefährten des Witwers Alois Knauer. Im Gespräch mit unserer Redaktion freute sie sich über das Kennenlernen des Nordschwarzwalds, hatte sie doch schon in Deutschland Köln und Berlin, aber noch nie diese Region besucht.
In der Erwartung, auch zum diesjährigen Weihnachtsfest und Jahreswechsel 2024/2025 wieder einen schriftlichen Gruß aus Hünerberg mit guten Wünschen zu erhalten, wie sie der im Ruhestand lebende Papiermachermeister alljährlich allen seinen damaligen Mitwanderern zukommen lässt, verabschiedete sich Sylvie Raymond am Morgen ihres dritten Besuchstags in Bad Wildbad.