Die Kriege in der Ukraine und Nahost haben Einfluss auf den hiesigen Holzmarkt. Ohne sie wäre der Rundholzpreis noch besser, als er derzeit ohnehin gerade ist.
Die Regularien in der Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Aichhalden, Eschbronn, Hardt und Schramberg (AEHS) im „Adler“ waren schnell erledigt.
Vorsitzender Hubert Klausmann, Stellvertreter Franz Schneider, Kassierer Jens Pfundstein, Schriftführer Johannes Klausmann sowie Beisitzer Fritz Günter wurden für eine weitere dreijährige Amtszeit wiedergewählt.
Neue Kassenprüferin ist Kristine Jaskiola, die Peter Herzog ablöste.
Umso interessanter war der Vortrag von Thomas Weißer, zuständig für Abwicklungen forstlicher Dienstleistungen der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald (FVS), insbesondere die sich anschließende Diskussion. Weißer zufolge hebe sich die Forst- und Holzbranche positiv von den insgesamt uneinheitlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Unterstützt durch die Frühjahrsbelebung am Bau mit deutlich gestiegenen Baugenehmigungen, dem hohen Stellenwert des Holzbaus und einer Rundholzknappheit sei der derzeit gute Rundholzpreis von circa 135 Euro je Festmeter Leitsortiment geschuldet. Und ohne die aktuellen Kriege wäre er noch höher, erläuterte der Forstexperte. Er empfehle den Forstbetrieben, zeitnah und kontinuierlich Rundholz bereitzustellen.
Zudem böte sich gerade eine zusätzliche Möglichkeit im geringeren Starkholz, hohe Vorräte abzubauen und die Bestände zu verjüngen.
Im Moment seien die Sägewerker noch gut versorgt mit Holz. Wenn jedoch ein größerer Betrieb in Konkurs gehe, würde schnell ein Überangebot entstehen und der Preis rasch in den Keller gehen.
Wann Einschlagen lohnt
Auch sei immer mit Kalamitätsholz (Schadholz) zu rechnen. „Deshalb das Geld jetzt mitnehmen und Holz einschlagen und nicht warten“, riet Weißer.
Waldbesitzer Manfred Flaig aus Mariazell teilte diese Meinung nicht. Die Sägewerker haben sich im Sommer 2025 verzockt und auf Käferholz gehofft, das kaum angefallen war. Ihnen muss man jetzt nicht entgegenkommen und verstärkt Holz einschlagen. „Da wird eine (Ab)-Zockerei betrieben wie an den Tankstellen. Bei der Rinde, ein guter Brennstoff, den auch Landschaftsbauer gerne einsetzen, werden wir von den Sägewerkern angehalten, sie ihnen zu verschenken. Und andere machen den Reibach. Da könnten uns die Sägewerker ruhig etwas zahlen“, beschwerte sich Flaig. Weißer widersprach, die Rinde sei im Holzpreis enthalten. Auch FBG-Vorsitzender Hubert Klausmann stieß ins gleiche Horn wie Flaig. Mit den Sägewerkern bräuchten die Waldbesitzer kein Bedauern haben. „Das haben die mit uns auch nicht. Das Beste für uns ist, wenn Holz immer etwas knapp ist. Wenn der Preis stimmt, wird auch Holz eingeschlagen“, versicherte Klausmann.
Waldbesitzer haften nicht
Gute Nachrichten hatte Gebietsleiter Joachim Bea vom Forstamt Rottweil. Im Landeswaldgesetz sei mit dem so genannten Regelbereinigungsgesetz festgelegt worden, dass jede Person den Wald zum Zwecke der Erholung betreten dürfe. Dies geschähe auf eigene Gefahr und gelte auch für das Verweilen auf Sitzgelegenheiten und an Informationstafeln. „Darüber sind wir sehr glücklich und das bedeutet für die Waldbesitzer eine große Erleichterung“, bekräftigte Bea.
Dagegen hapere es am Ziel der EU, die Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) umzusetzen. Sie hätte bereits Mitte 2023 in Kraft treten sollen und sei wiederholt verschoben worden. Geplant sei die Umsetzung jetzt zum Ende des Jahres. Die EUDR bedeute für den Waldbesitzer, dass Holz nur mit dem Nachweis „entwaldungsfrei“ und „legal geschlagen“ verkauft werden dürfe und einen enormen Bürokratieaufwand verlange, bedauerte der Forst-Gebietsleiter.