Was bislang nur Spekulation war, ist nun traurige Gewissheit: Das Storchenpaar auf dem Seelbacher Rathaus hatte Junge bekommen. Doch diese haben einen Platzregen nicht überlebt.
Hobbyfotograf und Storchenliebhaber Dieter Stückler hat der Gemeinde Seelbach seine Erfahrungen mitgeteilt. Er habe am 30. April via der auf dem Rathausdach angebrachten Webcam zwei Jungstörche im Nest beobachtet, schreibt er.
Zwei Tage später jedoch sei an Platzregen über Seelbach niedergekommen. Wiederum zwei Tage später habe er beobachtet, wie die beiden ausgewachsenen Störche längere Zeit auf dem Nest stehen. Das heißt seiner Erfahrung nach „nichts Gutes“. Denn, wie er bei einer Nabu-Führung erfahren habe, bedeute dies, dass die Jungstörche gestorben sind. Dies habe ihm ein Blick auf die Webcam der Gemeinde bestätigt.
In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Berichte, dass viele junge Störche in Süddeutschland den Regenfällen zum Opfer fallen. Dass die Jungstörche das überwiegend feuchte Wetter nicht gut vertragen, liegt daran, dass sie noch nicht groß genug sind, um mit der anhaltenden Nässe zurechtzukommen. Die wenige Wochen alten Störche haben noch keine Federn, an denen das Wasser abperlen könnte. Ihr Daunenkleid saugt sich mit Regenwasser voll und durchnässt die Tiere bis auf die Haut. Die Folge des Dauerregens: Die Storchenjungen trocknen nicht mehr richtig und sterben an Unterkühlung. So offenbar auch in Seelbach.
Besser sieht es aus auf dem Wittelbacher Kirchturm: LZ-Leser Jonas Himmelsbach hat unserer Redaktion ein Bild geschickt, das zeigt, wie sich zwei Storchenküken „bester Gesundheit“ erfreuen, wie er dazu schreibt. Zuvor waren Experten davon ausgegangen, dass auch die Jungtiere in Wittelbach das Regenwetter der vergangenen Wochen wohl nicht überstanden hatten.
Himmelsbachs Foto widerlegt dies. „Das bisschen Regen der vergangenen Tage stört doch einen Wittelbacher nicht“, schreibt er – und ergänzt humorvoll: „Vor ein paar Jahren wurde dem Wittelbacher Jungstorch von Expertenseite noch die Fähigkeit abgesprochen, auf dem Wittelbacher Kirchturm ein Nest zu bauen. Die Wittelbacher werden doch gerne unterschätzt!“ Bei aller Freude über die jungen Störche teilte Himmelsbach jedoch auch schlechte Nachrichten mit: Vor zwei Wochen seien die jungen Geschwister, wie er beobachtet habe, noch zu dritt gewesen.