Harald Schmidt (links) mit Timm Kern Foto: Büro Kern/Prenosil

Timm Kern, FDP-Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Freudenstadt, plaudert mit Harald Schmidt über die Kirche, Politiker und die Landtagswahl.

An seinem Namen kommt man kaum vorbei, wenn man über das Fernsehen der vergangenen Jahrzehnte spricht: Harald Schmidt. Ob Schmidteinander, die Harald-Schmidt-Show oder aktuell das ZDF-Traumschiff: Der in Neu-Ulm geborene und in Nürtingen aufgewachsene Late-Night-Pionier zeigt gerne seine Vielseitigkeit.

 

Harald Schmidt war der Einladung von Timm Kern, Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Freudenstadt und Kandidat der FDP im Wahlkreis Münsingen-Hechingen, gefolgt, in dessen Format „Kern-Gespräch“ zu Gast zu sein. Angesichts des prominenten Gastes fand dieses Format in seiner 28. Ausgabe erstmals vor Live-Publikum statt, wie Kerns Büro mitteilt. Doch nicht nur die mehr als 100 Gästen im Saal erlebten einen Harald Schmidt in Höchstform – auch auf YouTube hat das Video aktuell bereits etwa eine Viertelmillion Aufrufe.

Entstanden war die Idee zum Gespräch an einer Hotelbar in Stuttgart: Dort trafen sich Timm Kern und Harald Schmidt zufällig – der eine nach einem Plenartag, der andere nach einem Theaterauftritt. Und sie entdeckten auch gleich einige Gemeinsamkeiten, wie etwa die Verbindung zum christlichen Glauben und der katholischen Kirche. „Wir gehören zu denen, die keine negativen Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben – was es auch gab“, spielte Schmidt, der in seiner Jugend Organist war – wenn auch nach eigenem Bekunden kein besonders guter –, gleich zu Beginn des Gesprächs auf diese Gemeinsamkeit an.

Gewohnter scharfzüngig

Die Veranstaltung war für den in Nürtingen aufgewachsenen Schmidt ohnehin ein Heimspiel. So interessierte sich Kern auch für die Meinung seines inzwischen in Köln lebenden Gesprächspartners zur anstehenden Wahl. In gewohnter Scharfzüngigkeit analysierte Schmidt die im Straßenbild allgegenwärtigen Wahlplakate: „Ist denn Cem Özdemir noch bei den Grünen? Auf den Plakaten steht es nicht mehr. Da steht nur noch: Der kann es. Das hat ein bisschen etwas von integrativem Kindergarten: Nicht gleich helfen, lass mal, der kann es.“

Doch worauf würde der FDP-Kandidat eigentlich seinen Fokus legen, wenn die FDP an die Regierung käme, wollte Schmidt wissen. Kern nannte sofort die Bildungspolitik: Die FDP setze sich stark für den Erhalt der Realschule und die Wiedereinführung des Werkrealschulabschlusses ein. Am liebsten wolle er seine Ziele dabei mit der CDU umsetzen, erklärte Kern: „Wir wollen als FDP eine bürgerliche Regierung, mit der CDU gemeinsam.“ Auch eine Koalition mit CDU und SPD sei denkbar.

In die Politik will Harald Schmidt nicht

Auch spielerische Elemente waren im Gespräch eingeplant. Beim Politiker-Erraten machte Schmidt eine gute Figur und erkannte frühere und heutige Politiker an den gegebenen Hinweisen meist schnell. Selbst in die Politik wolle er aber auf keinen Fall, verriet der Entertainer an einer anderen Stelle. Seine Begründung: „Mich stören die Wähler.“