Statisten proben vor dem Kurhaus im Musical -Outfit für „Tanz der Vampire“ in Schwarz. Foto: Sabine Zoller

Wenn am 21. März der Vorhang im Kurhaus Bad Herrenalb aufgeht, stehen nicht nur Profis im Scheinwerferlicht.

Der Samstag, 21. März, ist die Geburtsstunde eines Projekts, das eine ganze Region bewegt. Unter der Regie von Sandra Maria Germann vereint die „Traumfabrik“ Weltklasse-Entertainment mit der puren Leidenschaft lokaler Talente. Eine davon ist Iryna von Buhrmeister aus Höfen an der Enz.

 

Vom Tanzsportverein auf die große Bühne Eigentlich ist Iryna von Buhrmeister als Vorsitzende des Excelsior Club Höfen eher mit Standard, Latein und Line Dance vertraut. Doch ein Facebook-Aufruf und die Erzählungen einer Vereinskollegin weckten die Neugier: Statisten gesucht für ein echtes Musical. „Die Chance, meinen tänzerischen Horizont zu erweitern und in die Welt der Musicalproduktion einzutauchen, war einfach zu verlockend“, verrät sie. Doch es blieb nicht nur bei ihr. Das „Musical-Fieber“ hat den gesamten Verein gepackt. Auch Kinder- und Jugendgruppen des Excelsior Clubs proben bereits unter der Leitung von Daniel Hunger und Sandra Maria Germann für ihren großen Auftritt im Kurhaus.

Mutter und Sohn im Rampenlicht Das Projekt „Traumfabrik“ schreibt dabei eine eigene, emotionale Geschichte. Für Iryna von Buhrmeister ist es mehr als nur ein Hobby, es ist ein Familienereignis. Ihr zwölfjähriger Sohn Leon wirkt ebenfalls mit einer kleinen Rolle mit. „Es ist ein ganz besonderes gemeinsames Erlebnis, an das wir uns sicher noch viele Jahre erinnern werden“, so von Buhrmeister.

Besonders die Momente, in denen die Kinder über sich hinauswachsen, berühren sie: „Zu sehen, wie stolz und glücklich Eltern sind, wenn ihre Kinder auf der Bühne stehen, ist jedes Mal aufs Neue bewegend.“

Leidenschaft, die 10 000 Kilometer überwindet Dass ein solches Mammutprojekt auch Disziplin fordert, verhehlt die Statistin nicht.

Der Zeitaufwand ist enorm, die Proben anspruchsvoll. Gemeinsam haben die Mitwirkenden aus Orten wie Karlsruhe, Karlsbad, Höfen und Bad Herrenalb bereits rund 10 000 Kilometer für die Proben zurückgelegt.

Dass Menschen aus der gesamten Region seit November regelmäßig in die Kurstadt pilgern, zeigt, wie sehr das Projekt den Nerv der Zeit trifft. Iryna von Buhrmeister betont: „Es ist wichtig zu zeigen, wie viel ehrenamtliches Engagement und Teamarbeit hier zusammenkommen. Menschen aus allen Bereichen bringen ihr Talent ein, um etwas Besonderes für unsere Region zu schaffen.“

Appell für die Kultur auf dem Land Für die Zukunft hofft die engagierte Höfenerin, dass solche Projekte keine Ausnahme bleiben. Kultur im ländlichen Raum brauche Unterstützung, um Menschen zusammenzubringen und gerade Kindern unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen.

Am 21. März wird sich zeigen, dass sich jeder Kilometer und jede Trainingsstunde gelohnt hat. Wenn die Statisten der „Traumfabrik“ gemeinsam mit den Profis das Kurhaus zum Beben bringen, ist das mehr als nur eine Show, es ist der Beweis, dass Träume in der Gemeinschaft wahr werden.

Iryna von Buhrmeister aus Höfen Foto: Zoller

Stimmen Unter den Statisten finden sich erfahrene Gesichter wie Andrea Laible aus Karlsbad. Sie steht normalerweise für Produktionen wie den „Tatort“ oder „Die Fallers“ als Komparsin vor der Kamera. Doch die Live-Bühne der Traumfabrik reizte sie: „Ich wollte die Bretter, die die Welt bedeuten, endlich selbst austesten“, sagt sie.

Ihre Begeisterung steckte auch ihre Freundin Yvonne Ulmer aus Karlsruhe an. Für sie ist das Konzept der Show einzigartig: „Es ist faszinierend, dass so viele verschiedene Musicals gekonnt in die Geschichte eingebaut wurden“, erklärt Ulmer. „Dass Statisten gemeinsam mit Profis eine so interessante Geschichte erzählen, ist absolut außergewöhnlich und sehenswert.“

Sie liebt die Dynamik

Für Cora Huber aus Bad Herrenalb ist das Besondere an dem Training das Gemeinschaftsgefühl. Die ehemalige Aerobic-Trainerin liebt die Dynamik zwischen Jung und Alt: „Ich finde es großartig, dass verschiedene Altersgruppen zusammenwirken. Einige Statisten haben noch keine Bühnenerfahrung und bringen trotzdem eine starke Energie und Ausstrahlung mit. Diese positive Gruppendynamik begeistert mich!“ Sie erinnert sich schmunzelnd an den Anfang: „Da sah man noch Fragezeichen in den Augen der Teilnehmer, ob wir das hinbekommen? Das Ergebnis kurz vor der Show ist jetzt einfach berauschend!“

Persönliche Heilung

Für Monica Lucilla Coronti aus Karlsbad ist die Bühne ein Ort der Verbindung zu ihren Wurzeln. Ursprünglich aus Rom stammend, wurde ihre Jugend durch ihren Vater geprägt, der Luciano Pavarotti als großes Vorbild verehrte. Monica, die selbst als Sängerin in einer Band aktiv ist, nutzt das Projekt auch zur persönlichen Heilung: Nachdem sie ihre Mutter bis zu deren Tod gepflegt hat, hilft ihr das Musical, die Trauer zu verarbeiten. „Ich liebe die Schauspielerei und den Gesang – mich kann so etwas nur vorwärts bringen“, sagt sie voller Bewunderung für das gesamte Team.

Ulla Pfatteicher aus Herrenalb, die Sandra Maria Germann aus VHS-Kursen für Step- und Linedance kennt, ist fasziniert: „Ich wollte schon immer tanzen und habe die Chance genutzt, dabei zu sein. Frau Germann zieht durch ihre Energie alle mit.“ Da sie die Show bereits in Pirmasens gesehen hat, weiß sie: „Es ist ein gigantisches Projekt, zumal es von einer Person von Anfang bis Ende verwirklicht wird.“