Für Brigitte Siebler sind Tiere mehr als nur ein Job, sie sind auch ihr Hobby. Die 33-Jährige Allmendshofenerin arbeitet in Zürich, unter anderem mit Vögeln. Auch zuhause kümmert sie sich um viele Tiere.
Brigitte Siebler ist Tierpflegerin – aus Berufung. Die Allmendshoferin liebt Tiere. Sie sind ihr Beruf und ihr Hobby. Und so arbeitet sie nicht nur im Zoo, sondern hat auch privat eine ganze Menagerie an Tieren: Vögel, Katzen, Schlangen – und sogar Tausendfüßler.
Besonders gerne hat Brigitte Siebler Lisel und Bubi, ihre beiden Müller-Amazonen, eine Papageienart. Die Tiere fühlen sich in ihrer riesigen, gut gegen die Katzen gesicherte Voliere so richtig wohl.
Radio für die Hintergrundstimmung
Lisel lebt seit 2016 bei Siebler. Bubi ist ihr Partner, er kam 2021 dazu. Einträchtig genießen die beiden ihr Leben, während im Hintergrund leise ein Radio läuft. Warum das Radio läuft? „Das hat einen ganz einfachen Grund“, sagt Siebler und schmunzelt ein bisschen. Im Dschungel herrsche ja auch keine Totenstille, also soll die Geräuschkulisse den Vögeln ein bisschen Beschäftigung und Ansprache bieten.
Währenddessen entspannen die drei Katzen Cosima, Chloé und Casimir auf der Fensterbank in der Sonne oder halten so wie die „Diva“ Chloé ein gemütliches Päuschen auf dem Bett. Während die Tiere entspannen können, hat Siebler mit ihnen jeden Tag gut was zu tun. Rund eineinhalb Stunden täglich wendet sie allein für die Pflege ihrer Tiere auf. Dazu kommt dann noch die Zeit, die sie für das Training mit den Katzen und Papageien aufwendet. In ihrem heimischen Zoo leben auch Tiere, die nicht für jeden direkt als Haustier infrage kommen. So lebt ein Königspython-Pärchen namens Emma und Kunibert seit 2011 bei ihr. Während Emma sich herausheben lässt, steht Schlangengefährte Kunibert dagegen für ein Bild nicht zur Verfügung – er hat sich zum Schlafen zurückgezogen.
Königspython-Pärchen Emma und Kunibert
Was man bei den Tieren nicht erwarten würde: Die Schlangen können bis zu 25 Jahre alt werden. Was ebenfalls nicht jedermanns Sache ist, sind Tausendfüßler. Brigitte Siebler findet es hochinteressant, sie zu beobachten. Sie haben es sich in einer Kokosnussschale gemütlich gemacht.
Der Tierschutz ist für Brigitte Siebler ein großes Anliegen. Wenn sie ein Tier holt, dann aus dem Tierschutz. Die Müller-Amazone Lisel ist ein solches Tier. Sie brauchte viel Zeit, bis sie Vertrauen zu Brigitte Siebler aufbauen konnte. „Ich will meinen Tieren ein schönes Leben bieten, sie sollen es gut haben“, sagt Siebler.
Was sie in ihrer Freizeit als Hobby betreibt, prägt auch ihr Berufsleben. So ist die 33-Jährige von Beruf Zoo-Tierpflegerin, sie arbeitet im Zürcher Zoo und ist als Teamleiterin für sechs Kollegen zuständig. Die Liebe für ihre Tiere in Allmendshofen teilt sie auch bei der Arbeit. Besonders angetan haben es ihr die Papageien.
Dass sie diesen Beruf ergreifen wollte, wusste sie schon im Alter von 16 Jahren, nachdem sie während der Schulzeit ein Praktikum bei einem Tierarzt absolvierte. Doch ihr war klar, dass sie einen engeren Kontakt zu den Tieren haben wollte, als es bei einem Tierarzt möglich ist. Nachdem sie auf Wunsch ihrer Mutter vor der Ausbildung noch das Abitur machte, war es dann endlich soweit. Für ihre Ausbildung zog Brigitte Siebler nach Saarbrücken.
Ihr Weg nach der Ausbildung zur Zoo-Tierpflegerin – es gibt drei Fachrichtungen für Tierpfleger – führte sie schließlich wieder zurück in die Heimat. Ihre erste Station war ein Zoo bei St. Gallen, dem folgte eine Zeit im Tierschutzzentrum Pfullingen, dann ein Jahr im Heidelberger Zoo. Seit 2020 ist Brigitte Siebler im Zoo Zürich tätig.
Aber wie funktioniert es, einen Arbeitsplatz zu haben, der so weit entfernt ist? Mit zweieinhalb Stunden Fahrt nach Zürich und wieder zurück hat Siebler einen beachtlich langen Tag. „Das macht mir nichts aus“, sagt sie. „Das ist es mir Wert.“ In dem Schweizer Zoo ist die Donaueschingerin unter anderem für die Vogelwelt in der großen Masoala-Tropenhalle zuständig, einem „Mini-Regenwald-Ökosystem“ mit einer Fläche von 11 000 Quadratmetern, das 2003 eröffnet wurde.
Zu Lehre und Zoo
Die Ausbildung:
Eine Lehre als Tierpfleger dauert drei Jahre. Erforderlich ist mindestens ein Hauptschulabschluss. Man kann sich zwischen drei Fachrichtungen entscheiden: Zoo-Tierpfleger, Tierpfleger in der Forschung und im Tierheim. Wie überall fehlen auch in diesem Bereich Fachkräfte. Viele würden nach der Ausbildung nicht mehr in diesem Beruf arbeiten wollen, erklärt Brigitte Siebler. Es ist eine körperlich anstrengende und teilweise auch schmutzige Arbeit.
Der Züricher Zoo:
Eröffnet wurde der Zoo Zürich am 7. September 1929. In der Schweiz und im Ausland unterstützt und betreut er Programme zur Arterhaltung und Lebensraumsicherung – zum Beispiel Naturschutz und Nachzuchtprogramme.