Roberto Senatore ist Regisseur, Kameramann und Schauspieler zugleich. Für seinen Science-Fiction-Film dreht er vermehrt auch Szenen im Römischen Freilichtmuseum in Stein. Foto: Roth

Der in Hechingen aufgewachsene Roberto Senatore möchte für seine Liebsten ein Andenken hinterlassen. Dafür arbeitet er intensiv an seinem ersten Film. Ein zentraler Drehort ist das Römische Freilichtmuseum in Stein. Dort soll 2026 auch die Premiere steigen.

„Escape in Time – Flucht durch die Zeit“ heißt der Titel von Roberto Senatores Erstlingswerk als Filmemacher. Den Gedanken, als Regisseur und Schauspieler tätig zu werden, hat er im Jahr 2022 gefasst. „Mir ging es zum damaligen Zeitpunkt gesundheitlich richtig schlecht“, berichtet Senatore, der in Hechingen als Sohn einer Gastarbeiterfamilie aufgewachsen ist. Er habe – auch heute noch – Probleme mit dem Herzen. Mehrere Stents seien ihm bereits eingesetzt worden.

 

Daher sagt er: „Mit meinem Filmprojekt möchte ich meinen Liebsten ein Andenken hinterlassen.“ Seine Liebsten, das sind insbesondere seine drei Kinder und seine Enkeltochter, die ihm „die Welt bedeutet“, wie er sagt.

Ihr verdanke er es auch, dass überhaupt das Skript und das Drehbuch zu „Escape in Time“ entstanden seien. Viele Gedanken habe er sich bei täglichen Spaziergängen mit seiner Enkelin im Kinderwagen gemacht, dabei die Natur beobachtet und so das Konzept entwickelt.

Zeitreise zu den Römern

Das zahlreiche Seiten umfassende Drehbuch steht – insgesamt sogar für drei Teile. Einige Szenen sind auch schon im Kasten. Ein zentraler Drehort ist das Römische Freilichtmuseum in Stein. Die Römer haben es Roberto Senatore angetan. In deren Zeit im 1. Jahrhundert nach Christus spielt auch die Filmhandlung. Senatore, der selbst den Hauptdarsteller in dem Science-Fiction-Werk spielt, verrät über die Handlung nur so viel: Er und fünf Damen treten im Film als Paintballspieler auf und werden durch ein Naturphänomen in die Römerzeit zurückkatapultiert. Dort sind sie in Kampfszenen verwickelt.

Seinen Traum verwirklicht Senatore mit über 20 Freunden und Bekannten. Alle haben keine professionelle Vorerfahrung am Filmset. Wichtig ist ihm zu betonen: „Ich drehe den Film nicht für Ruhm und Geld, sondern aus Spaß.“ Wenn man eine Szene eben 20 Mal drehen müsse, sei das völlig in Ordnung. Trotzdem hat er mit allen Mitwirkenden Verträge gemacht, die eine Beteiligung im Falle des Erfolgs absichern.

Viel Geld in Film investiert

Der Wunsch der Filmcrew ist aber natürlich trotzdem, die Kinoleinwände der Region zu erobern. Schließlich sei viel Herzblut, Mühe und auch Geld in die Arbeit geflossen. „Ich habe schon jetzt sehr viel Geld in das Projekt gesteckt.“

Die erste Etappe auf dem Weg in die Kinos soll aber die Premiere des Films kurz vor den Sommerferien 2026 auf dem Gelände des Römischen Freilichtmuseums sein. Gerd Schollian, Vorsitzender des dortigen Fördervereins, und Schriftführerin Iris Kappler hätten ihn stets unterstützt und an ihn geglaubt. Schollian hätte ihm bereits zugesichert, dass man sich in Cannes wiedersehe. Ein größeres Lob gebe es kaum. Daher sei es eine Ehrensache, die Premiere im Römermuseum zu feiern.

Postproduzent gesucht

Noch sind aber einige Drehtage und Stolpersteine zu überwinden. Gesucht wird aktuell ein weiterer Kameramann, eine Schauspielerin und ein Postproduzent. „Ohne Postproduzent schaffen wir es nicht“, erklärt Roberto Senatore, der inzwischen am Bodensee in der Nähe seiner Familie lebt, aber fast wöchentlich in Hechingen ist. Wer sich für eine der Rollen berufen fühlt, könne sich gerne bei ihm melden.

Wissen selbst angeeignet

Trotz aller Hindernisse könne sich das bisherige Drehergebnis durchaus sehen lassen. Sein Wissen als Filmemacher hat sich Senatore indes selbst angeeignet, zum Beispiel mit der Analyse zahlreicher von ihm geliebter Retrofilme. „Da achte ich automatisch auf Kameraschwenk und Schnitt.“

Damit der Science-Fiction-Film – 90 Minuten soll er dauern – auch professionell wirkt, hat Roberto Senatore Unterstützung von verschiedenen Sponsoren erhalten. Beispielsweise für die Paintball-Ausrüstung oder die Römerrüstungen. „Da würde allein ein Schwert fast 1000 Euro kosten.“ Sprich: Ohne Unterstützung wäre das Filmprojekt schon längst gescheitert.