Ausblick auf die Alpen genießen und in Büchern und Zeitschriften stöbern. Möglich ist das am Aussichtspunkt „Alpenblick“.
Wer ab sofort auf dem Traufgang Ochsenbergtour unterwegs ist, wird an einem der Höhepunkte der Wanderung auf eine Metallbox stoßen. Denn: Am Aussichtspunkt „Alpenblick“ nahe dem Parkplatz Kälberwiese wurde eine Sitzbank in Albstadts erstes „Lesebänkle“ verwandelt. In der Box sind dem Namen entsprechend verschiedene Bücher und Zeitschriften. Betreut wird das „Lesebänkle“ von einem Team der Stadtbücherei.
Mit dem „Lesebänkle“ nimmt Albstadt nach den Bücherzellen erneut eine literarische Vorreiterrolle in der Region ein. Ein „Lesebänkle“, erläutert das Team der Stadtbücherei, gebe es in der näheren Umgebung noch nicht. Zudem werde so der „qualitativ hochwertige Tourismus“ Albstadts – wie Oberbürgermeister Roland Tralmer mit Blick auf die Traufgänge betont – vorangebracht.
Und so funktioniert‘s: Wanderer, die an der Bücherkiste vorbeikommen, dürfen die darin befindlichen Medien vor Ort lesen und bei Interesse kostenlos auch mit nach Hause nehmen. Schließlich dürfte ein seitenreicher Wälzer wohl kaum in einer Wanderpause zu verschlingen sein. Zurückgebracht werden müssen die Bücher – wie etwa bei einer Ausleihe in der Stadtbücherei – nicht. Die Medien in der Bücherbox seien bereits allesamt aus dem Bestand der Bücherei entfernt, wie Julia Barthelmeß, Leiterin der Stadtbücherei, informiert.
Keine eigenen Bücher mitbringen
Wichtig jedoch: Nach Gebrauch der Bücherbox, die mit einer Kette an der Aussichtsbank am „Alpenblick“ befestigt ist, muss diese unbedingt richtig geschlossen werden. Sonst droht Nässe in die eigentlich wetterfeste Box einzudringen. Und: Anders als bei Bücherzellen, dürfen Wanderer keine eigene Literatur mitbringen und in der Box ablegen. Um die Bücherauswahl kümmert sich regelmäßig das Team der Stadtbücherei. Ein sorgsamer Umgang mit den Medien gehört ebenfalls zu den „Lesebänkle“-Regeln, sollte aber selbstverständlich sein.
Zum Start ist ein bunter Mix an Genres und Zeitschriften in der Box. Unter anderem passend zum Sport in der Natur eine Radfahrzeitschrift. Die Idee für das „Lesebänkle“ kam eigeninitiativ aus dem Team der Stadtbücherei. Mitarbeiterin Natascha Huonker berichtet, dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen ein ähnliches Modell bei einem Betriebsausflug in Konstanz gesehen haben – und das dortige „Lesebänkle“ so gut fanden, dass sie das Konzept auch in Albstadt umsetzen wollten.
Nicht nur Zuhause
Mit dem „Lesebänkle“ sollen Besucher zum Verweilen und Genießen der Natur eingeladen werden. Ganz nach dem Motto: Entspannen geht nicht nur Zuhause. Dazu soll natürlich auch auf das Angebot der Stadtbücherei aufmerksam gemacht werden. Ein Flyer mit Wegbeschreibung vom „Alpenblick“ zum Ebinger Büchereistandort in der Johannesstraße liegt der Bücherkiste bei.
Für Kulturamtsleiter Martin Roscher verbindet das „Lesebänkle“ zwei wesentliche Produkte seines Hauses: „Wir bringen mit dem ‚Lesebänkle‘ die Traufgänge und die Literaturtage zusammen.“ Ulrike Wieland, zuständig für die Traufgänge, sieht im neuen „Lesebänkle“ eine schöne Ergänzung zu den bei Touristen sehr beliebten Premium-Wanderwegen. Insbesondere die Ochsenbergtour sei stark frequentiert.
Gästebuch
Wer von der Bücherbox
Gebrauch gemacht hat, darf sich zusätzlich noch in einem Gästebuch verewigen. Den ersten Eintrag hat Oberbürgermeister Roland Tralmer bei der Einweihung jüngst bereits geschrieben. Für den OB ist das „Lesebänkle“ „eine kleine Kiste und gleichzeitig eine große Bereicherung“. Und wer weiß: Wird das „Lesebänkle“ am „Alpenblick“ ein Erfolg, dann könnte das nächste bald schon an einem weiteren Traufgang stehen.