Siegfried Baumann ist gestorben. Foto: Steinmetz

In Sulz hatte Siegfried Baumann zusammen mit seiner Frau Mary den „Schwanen“ betrieben. Auch nach Aufgabe der Wirtschaft am Marktplatz ging er seinem Beruf noch viele Jahre nach, kochte bei diversen Anlässen in der Stadt und für die Vereine. Im Alter von 86 Jahren ist er gestorben.

Geboren wurde Siegfried Baumann am 26. Januar 1939 in Tübingen, aufgewachsen ist er aber zusammen mit drei Brüdern in Sulz. Metzger war nach der Schule seine erste Berufswahl. Als er aber einen Blick in das Schlachthaus in der Brühlstraße geworfen und ein Schwein jämmerlich schreien gehört hatte, war die Entscheidung gefallen, Koch zu werden. Das hat er nie bereut, wie er bei seinem 85. Geburtstag im Gespräch mit unserer Zeitung erzählte.

 

Seine erste Lehrstelle war der „Tübinger Hof“ in Stuttgart. Kost und Logis waren frei, die Freizeit jedoch knapp. Als Koch habe er auf viel verzichten müssen. Während die Freunde am Wochenende frei hatten, musste er in der Gastronomie arbeiten. Aber er lernte so auch andere Städte kennen. Baumann war Koch in Speyer, Pforzheim, Bad Liebenzell, am Bodensee und in Freudenstadt, das eine „Hochburg der Gastronomen“ war.

Kennenlernen im „Schwanen“

Dann wurde er selber Wirt. 1964 betrieb er in Haigerloch die Brauereigaststätte. Eigentlich hatte er bereits mit dem „Schwanen“ am Sulzer Marktplatz geliebäugelt, doch das Lokal war noch verpachtet. 1969 gab er die Gaststätte in Haigerloch wieder ab und arbeitete zweieinhalb Jahre im Betrieb seines Vaters in Holzhausen. Als der „Schwanen“ wieder neu verpachtet wurde, kündigte Baumann bei seinem Vater und übernahm die Wirtschaft. Die Eröffnung war im August 1973.

Im „Schwanen“ hatte er auch seine Frau Mary, eine gelernte Hotelfachfrau, kennengelernt. Noch im gleichen Jahr, am 4. Dezember, haben sie geheiratet. Während er kochte, kümmerte sie sich um die Gäste. Baumanns Gaisburgermarsch wurde zu einer richtigen Spezialität, wegen der Besucher sogar aus Stuttgart nach Sulz fuhren.

Bekannter 18-Stundenmusiker

1995 wurde die Wirtschaft aufgegeben. Siegfried Baumann zog es an den Bodensee, wo er weiter in der Gastronomie als Koch arbeitete. In Sulz unterstütze er zusammen mit seiner Frau aber auch die Vereine bei zahlreichen Veranstaltungen.

Im Musikverein war er 60 Jahre lang passives Mitglied, im Angel- und Naturschutzverein wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Als begeisterter Guggenmusiker spielte er regelmäßig an der Fasnet bei den 18-Stundenmusikern mit.

Siegfried Baumann hatte noch einiges vorgehabt. „Wir sind mit unserem Leben zufrieden. So kann es 30 Jahre weiter gehen“, sagte er kurz vor seinem 85. Geburtstag. Vor einigen Monaten stürzte er auf der Kellertreppe in seinem Haus und brach sich zwei Halswirbel. Seine Frau Mary pflegte ihn bis zuletzt. Er starb am 25. März daheim, vergangenen Samstag war die Beerdigung in Sulz.