Emil Epting war nicht nur im Hinblick auf die Musikrichtung ein Kniebiser Urgestein. Foto: Lothar Schwark

Musiker, Busfahrer, Skispringer und Kniebiser Original: Emil Epting verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Nun wurde er mit einer bewegenden Trauerfeier verabschiedet

Mit einer bewegenden Trauerfeier wurde der verstorbene Emil Epting von einer großen Trauergemeinde und Pfarrer Stefan Itzek auf dem Friedhof Kniebis verabschiedet. Als allseits bekanntes und beliebtes Kniebiser Original, verstarb Epting nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren.

 

Vielen Menschen war er als leidenschaftlicher Musiker bekannt. So liebte er die Oberkrainer Musik und gründete um 1980 die weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Gruppe „Emils fröhliche Dorfmusik“.

Mit dem Titel „Ja unser Hahn“ schaffte es die Formation selbst in Achims Hit-Parade, die der MDR sendete. Als Gründungsmitglied war Epting bis ins hohe Alter beim Musikverein Trachtenkapelle Kniebis dabei. 2003 gründete er die bekannte Alphorngruppe Kniebis.

Eiserne Hochzeit im November 2024

Mit Ehefrau Hilde Epting durfte er am 14. November 2024 noch seine Eiserne Hochzeit feiern. Nun mussten sie, ihre Kinder, Enkel und Urenkel sich von Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater verabschieden.

Epting liebte die Musik, den Kniebis, das Busfahren und seine Ehefrau. Foto: Lothar Schwark

Am 16. Oktober 1938 geboren, besuchte Epting die Schule auf seinem geliebten Kniebis, um folgend bei der Firma Katz eine Lehre zum Automechaniker zu absolvieren. Eine weitere Station seines beruflichen Werdegangs waren die Post, wo er als Kraftomnibusfahrer tätig war.

Von seinen Gästen für seine Lebensfreude geschätzt

Bleibende Heimat wurde von 1972 bis 1998 die Bahn. Dort absolvierte Epting im ehemaligen Bahnbetriebswerk Freudenstadt eine Lokführerausbildung. Bis zur Pensionierung war er mit Diesel- und Elektrolokomotiven und Reise- und Güterzügen unterwegs.

Selbst in der Pension war Epting noch gerne als Busfahrer für die Firma Katz unterwegs – auf den Buslinien nach Wolfach oder auf der Schwarzwaldhochstraße. Von seinen Fahrgästen wurde er für seine Lebensfreude geschätzt.

25 Jahre Tätigkeit beim Mobilen Einsatzteam

In seinen wilden Jahren war Epting ein begeisterter Skispringer. „Es war eine unvergessliche Zeit“, blickte Epting ab und an mit etwas Wehmut zurück. Seine persönliche Bestweite erzielte er mit 68 Metern in Oberkochen. Mit viel Engagement war Epting ab 1999 beim Mobilen Einsatzteam (MET) dabei.

In seinem Nachruf ging Winfried Seiler, der als damaliger Vorsitzender der Kurinteressengemeinschaft Kniebis das MET im Jahr 1997 gegründet hat, auf die Verdienste von Epting ein. Noch im Vorjahr gratulierte ihm Tourismusdirektorin Carolin Schölzl mit einer kleinen Feierlichkeit für 25 Jahre Tätigkeit beim MET.

Beliebtheit des Kniebiser Urgesteins

In der Saison half Epting gerne mit seinem Traktor aus, um Erde, Mineralien oder Hackschnitzel für das MET zu transportieren. Sein Wunsch, bis zum 90. Geburtstag mit seinen Kameraden Kniebiser Wege und Anlagen zu pflegen, erfüllte sich leider nicht mehr.

In seinem Nachruf betonte Reinhard Züfle für die Alphorngruppe die tiefe Verbundenheit mit Epting, wie auch Marcel Müller vom Musikverein Trachtenkapelle Kniebis. Die große Anzahl der Trauergäste belegte die Beliebtheit des Kniebiser Urgesteins. Die Urnenbeisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt im Familienkreis statt.