Über Jahrzehnte hat sich Karl-Heinz Fischer in der Villinger Narrozunft engagiert, war Zunftmeister und fast bis zuletzt im Ehrenrat aktiv. Nun ist er gestorben.
Groß ist die Trauer bei der Historischen Narrozunft, bei den Villinger Fasnetvereinen und vielen Wegbegleitern: Am Samstag ist der ehemalige Zunftmeister Karl-Heinz Fischer im Alter von 83 Jahren gestorben.
Die Villinger Fasnet lag Fischer sein Leben lang am Herzen, schon als Kind war er als Narro im Häs, liebte es sein Leben lang, die Menschen zu strählen. 1957 trat er in die Narrozunft ein, engagierte sich über Jahrzehnte und war ein Aktivposten für den Verein. Er trug seit 1968 Verantwortung im Rat als zweiter Säckelmeister, Schriftführer und zweiter Zunftmeister, bis er schließlich 1989 die Nachfolge von Christian Huonker als erster Zunftmeister antrat.
„Er war ein toller Mensch und hat einen neuen Stil in der Zunft geprägt“, erinnert sich der zweite Zunftmeister Alexander Brüderle. Mit seiner umsichtigen und freundlichen Art habe er der Kameradschaft untereinander eine große Rolle zugeschrieben und Freundschaften gepflegt – auch zu den anderen Vereinen. Fischer sei der Wegbereiter für die gute Zusammenarbeit, die heute die Villinger Fasnet prägt.
Aus beruflichen Gründen musste er 1995 kürzer treten, da er von der AOK in Villingen und als Geschäftsführer zur Kassenärztlichen Vereinigung nach Konstanz wechselte. Als Zunftmeister kam Klaus Hässler an die Spitze, doch Fischer blieb dem Verein bis zuletzt als Ehrenzunftmeister erhalten. „Er war immer dabei und ein guter Ratgeber in den Sitzungen, der mit seinem Wissen viel für die Entwicklung des Vereins geleistet hat“, betont Brüderle.
Beim Umbau der Zehntscheuer im Einsatz
Er engagierte sich bei den Ehrenratsherren, war beim Umbau der Zehntscheuer im Einsatz und hat fast bis zum Schluss beispielsweise die Ausflüge der Gruppe organisiert, erklärt sein Wegbegleiter Hansjörg Fehrenbach, der mit ihm auch gemeinsame Zeiten bei der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen erlebte. Mehr als 35 Jahre war Fischer bei der Kavallerie und als Reiter bei den Umzügen dabei. „Die Fasnet war sein ein und alles“, unterstreicht Fehrenbach – auch gerade mit Blick auf deren Geschichte. Dieses Kenntnisse brachte er zudem im Beirat des Geschichts- und Heimatvereins Villingen ein.
Bei diesem vielfältigen Engagement habe er sich auf die Rückendeckung seiner Frau Elke verlassen können, die seine Arbeit für die Zunft unterstützte und sich beispielsweise um die Fähnele kümmerte.
Führungen für Kindergärten und Schulen angeboten
Die letzten Monate sei es zwar ruhiger um Fischer geworden, doch er habe sich bei allen Besuchern nach den Neuigkeiten bei der Narrozunft und aus der Zehntscheuer erkundigt, erzählt Brüderle, gerade auch den Aufbau der Nachwuchsarbeit verfolgt. Denn ein besonderes Anliegen sei es ihm gewesen, Kindern und Jugendlichen die Tradition der Villinger Fasnet zu vermitteln, lange Jahre bot er Führungen für Kindergärten und Schulen an. So spendete er zuletzt noch eine Bubenscheme für die Kleiderkammer, mit der nun jedes Jahr Kinder der Jugendgruppe an der Fasnet unterwegs sind.
Die Erinnerung an Karl-Heinz Fischer lebt weiter. Die Beerdigung ist am Dienstag, 10. Februar, um 13.30 Uhr auf dem Villinger Friedhof.