Nach der Meisterschaft 1966 in Tuttlingen tragen die 08-Fans Winterhalder auf den Schultern.  Foto: Repro: Eich

Der einst gefürchtete 08-Torjäger Klaus Winterhalder ist im Alter von 78 Jahren nach längerer Krankheit verstorben.

VS-Villingen - Der gebürtige Villinger begann zunächst bei der DJK Villingen das Fußballspielen und wechselte dann in der Jugend zum Nachbarn FC 08. Bereits als A-Jugendlicher spielte er in der ersten Garnitur der Nullachter. Schnell entwickelte sich der eminent torgefährliche und kopfballstarke Stürmer zum Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen in der Schwarzwald-Bodensee-Liga.

Ebenso folgten Berufungen in die südbadische Auswahl. Ein Angebot des FC Bayern München lehnte er 1964 ab.

Maßgeblichen Anteil hatte der ehrgeizige Winterhalder am sensationellen Aufstieg des FC 08 1966 in die Regionalliga Süd, der damals zweithöchsten deutsche Spielklasse. In den sechs Aufstiegsspielen erzielte er sieben Treffer, den wichtigsten in der letzten und entscheidenden Partie zu Hause gegen Normannia Gmünd. Als die Nullachter kurz vor Schluss mit 1:2 zurücklagen, schnappte sich Winterhalder den Ball, umkurvte die halbe Gmünder Abwehr und traf vor 7000 begeisterten Zuschauern zum viel umjubelten 2:2. Somit war der Aufstieg perfekt.

Auch in der Regionalliga Süd ließ sich der ehrgeizige Angreifer nicht stoppen. In der ersten Regionalliga-Saison 1966/67 wurde er im Duell mit Mannschaften wie den Offenbacher Kickers, Bayern Hof oder der SpVgg Fürth mit 13 Treffern bester 08-Torschütze.

1968 endet die Fußballkarriere

Bereits mit 26 Jahren beendete Winterhalder dann 1968 seine Karriere. Er konnte sein Physik-Studium in Freiburg nicht mehr mit dem Fußball unter einen Hut bringen. Beruflich präsentierte er sich genauso erfolgreich, wie als Fußballer.

Er absolvierte ein zweijähriges Management-Studium in den USA. Anschließend war er viele Jahre in leitender Funktion in verschiedenen Industrieunternehmen tätig, unter anderem als Prokurist bei der früheren Firma Binder-Magnete (heute Kendrion) in Villingen. Im Jahre 1993 machte er sich als Unternehmensberater selbstständig. An der 1000-Jahr-Feier in Villingen-Schwenningen 1999 war er als Mitorganisator beteiligt. Fit hielt er sich unter anderem durch Tennisspielen und Langlauf, spielte auch noch ab und zu in der legendären SABA-Prominentenelf mit.

Dem FC 08 blieb Winterhalder stets verbunden. Er half später auch noch zwei Mal von 1974-76 und 1995-96 an der Vereinsspitze aus. So oft es ging, verfolgte Klaus Winterhalder auch in den vergangenen Jahren die Spiele der Nullachter im Friedengrund, der Stätte seiner größten sportlichen Erfolge. Er hinterlässt seine Ehefrau Helga, sowie Tochter Nadja mit Familie.

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