Der frühere Oberndorfer Bürgermeister ist am Montag verstorben.
Vergangenes Jahr gab es noch einmal zwei besonders bedeutende Anlässe für Klaus Laufer. Im April stellte er sein Amt als Vorsitzender der Lebenshilfe zur Verfügung. Damit beschloss er in gewisser Weise auch ein Lebenswerk.
Mitte Dezember wurde Klaus Laufer mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Oberndorf ausgezeichnet. Am Ostermontag verstarb Alt-Bürgermeister Klaus Laufer.
Schöne und besonders wichtige Aspekte
Laufer war ein Leben lang Oberndorfer. Und er war Oberndorfer aus Leidenschaft. Und dazu gehörten ganz unterschiedliche Aspekte, denen er sich widmete. Besonders schöne sind dabei, wie die Fasnet, die von klein auf fester Teil seines Jahreskreises war, und für die er manche verschmitzte Wendung fand. Es gibt aber auch besonders wichtige, die er zu Zeiten voran trieb, in denen mancher noch immer oder bereits schon wieder lieber weggeschaut hätte. „Man kann nur aus der Geschichte lernen, wenn man sie sich ehrlich anschaut“, war Laufers Überzeugung. Und ihm war klar, dass man aus Geschichte lernen müsse – und entsprechend handeln. Es sei nichts Besonderes. Aufgaben, die man erledigen müsse.
Seit 1955 in der Oberndorfer Verwaltung
Als 14-Jähriger trat Laufer 1955 seine Ausbildung im Oberndorfer Rathaus an. Nach fast drei Jahrzehnten, unter anderem als Standesbeamter, in der Oberndorfer Verwaltung wird er deren Chef: 1983 wird Laufer zum Bürgermeister gewählt. Ein Amt, das er bis 1999 ausfüllen sollte.
Engagement für Menschen mit Behinderung
Längst hatte er sich da auch auf anderem Gebiet einen Namen gemacht. So habe sich Laufer „mit Herz und Verstand für die Menschen mit Behinderung“ eingesetzt, sagt Bürgermeister Matthias Winter. Dass die Lebenshilfe das Wohnheim „Haus am Wasserfall“ realisieren konnte, sei mit Laufers Verdienst gewesen.
Einen großen Teil seines Engagements stellte Laufer in den Dienst der Erinnerungskultur. Er widmete sich der Geschichte der Zwangsarbeiter in Oberndorf, arbeitete einzelne Biografien heraus.
Der Erinnerungskultur und dem Sozialen verpflichtet
Und er forschte zu den Euthanasie-Opfern aus der heutigen Gesamtstadt. Er, der frühere Standesbeamte, wollte es nicht bei den Namen und kargen Daten in Listen und im Archiv belassen. Er wollte den Opfern ein Stück Leben geben, indem er von ihrem Leben erzählte. Das ist eine dieser „Aufgaben“, die man erledigen müsse. „Nichts Besonderes“.
Dass er dabei nicht nur offene Türen einrannte überrascht allenfalls aus heutiger Sicht. Dass er dabei einen archivalischen Schatz zusammentrug, aus dem sich viel lesen lässt, und aus dem viel in historische Aufarbeitung anderer Hand eingeflossen ist, überrascht indes nicht.
„Neben vielen weiteren Ehrungen, war er in Würdigung seiner Verdienste Träger des Ehrenrings und Ehrenbürger unserer Stadt“, erinnert Matthias Winter. „Die Stadt Oberndorf am Neckar ist Klaus Laufer zu großem Dank verpflichtet und verneigt sich vor seiner Lebensleistung. Er wird mir persönlich sehr fehlen“, erklärt Winter und würdigt das „Engagement für unsere Stadtgesellschaft“, die Laufer „weit über seine Dienstzeit hinaus“ gelebt habe.