Pfarrer Eric Oduro Wiafe wirkte in der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu als Pfarrvikar und nach seiner Heimkehr nach Ghana besuchte er immer wieder sein Gäu. Foto: Alexandra Feinler

Schock in Eutingen im Gäu: Mit nur 59 Jahren ist der ehemalige Eutinger Pfarrvikar und spätere Pfarrer Eric Oduro Wiafe gestorben.

Die Gemeinde Eutingen trauert um ihren ehemaligen Pfarrer Eric. Eine Gedenkfeier ihm zu Ehren findet am Samstag, 26. Oktober, um 18.30 Uhr in Eutingen statt.

 

Über sein Privatleben hat sich Pfarrer Eric, von seinen Freunden nur „Eric“ genannt, oft zurückgehalten. Am 10. August 1965 wurde Eric Wiafe im afrikanischen Ghana geboren.

Seiner Mutter war er immer unendlich dankbar, denn sie hatte alles dafür getan, dass ihr Sohn viele Möglichkeiten erhielt – in seiner Heimat Ghana und auch darüber hinaus. Nach dem Abitur studierte Eric Wiafe Spiritualität und Philosophie am Sankt Paul’s Catholic Seminary in Sowutuom in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Ein weiteres Studium im Sankt Peter’s Seminary in Cape Coast am Golf von Guinea schloss sich an.

Stipendium half ihn – er arbeitete hart, um es zurückzuzahlen

„Glücklicherweise hatte er nicht das oft schier unüberwindliche Problem vieler Afrikaner, das dort übliche Schulgeld aufzubringen, er kam in den Genuss eines Stipendiums, seine Familie und seine Heimatpfarrei unterstützten ihn zusätzlich“, weiß die Pfarrgemeinde Eutingen zu berichten. Pfarrer Eric habe auch einmal gesagt: „Trotzdem habe ich sehr hart gearbeitet, auch um die Stipendiengelder zurückzahlen zu können.“

So kannte man Pfarrer Eric: Immer gut gelaunt und freundlich. Foto: Feinler

Am 22. Juli 1995 wurde Eric Wiafe zum katholischen Priester geweiht, tat seinen Dienst als Pfarrvikar und war Jugendkaplan in seiner Erzdiözese. Er wurde als verantwortlicher Direktor für die Seminaristen berufen und war später auch als Lehrer und Kaplan am Achimota-College in Accra tätig.

Studium und Promotion in Deutschland

2006 studierte er an der deutschen Universität in Bruchsal zwei Semester lang internationale Kommunikation. Er promovierte an der Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Neben seinem Studium wirkte er ab 2007 als Pfarrvikar in der Pfarrei Sankt Elisabeth in Stuttgart.

Seine Heimat immer im Kopf, rief er ein Projekt für rund fünfzig arme Kinder und Jugendliche ins Leben. Eine Frau aus der Stuttgarter Pfarrei unterstützt Pfarrer Wiafe dabei intensiv.

2010 kam Eric als Pfarrvikar nach Eutingen

2010 kam der damalige Pfarrvikar Eric Wiafe in die Seelsorgeeinheit Eutingen und lebte in der Bahnhofstraße. Die Menschen der Gemeinde hatten ihn bald aufgrund seiner offenen und liebenswerten Art ins Herz geschlossen, vor allem weil er auf die Menschen zuging und nicht der klassische Pfarrer war, sondern eher ein Freund.

„Er hat immer gelacht und gegrüßt“, erinnern sich Eutinger. Für alle vier Orte in der Seelsorgeeinheit war er jederzeit erreichbar. „Er war mehr als ein Pfarrer, einfach ein toller Mensch mit einem großen Herzen“, denken seine Freunde zurück.

In die Gemeinde gut integriert

So besuchte er die Eutinger Grundschule, kochte für Interessierte zur Weihnachtszeit seine Lieblingsgerichte und lud zum Sommerfest ein. Im Pfarrgarten feierte er damals seinen 45. Geburtstag, 15 Jahre als Priester und seinen Doktortitel, eingeladen waren alle Interessierten. Gemeinsam mit einigen Unterstützern stellte er einen Container mit Ausrüstung für ein Jugendprojekt, den so genannten Youth Formation Club, in seiner Heimat zusammen.

2011 verließ er die Eutinger Seelsorgeeinheit, um in seine Heimaterzdiözese Accra zurückzukehren. Nach seiner Rückkehr nach Ghana war er Direktor für ein Zentrum der katholischen Universität in Accra und der Erzdiözese für Unternehmen/Wirtschaft und Glauben und hat viele Initiativen der Öffentlichkeitsarbeit gefördert.

Sein Wirken in Ghana

2018 wurde auf seine Initiative das Zentrum für Afrikanische Theologische Forschung gegründet. Dieses möchte den interreligiösen Dialog und die ökumenischen Beziehungen der christlichen Kirchen in Afrika mit besonderem Augenmerk auf Ghana und dem Verhältnis zu dessen traditioneller Religion und Kultur intensivieren und eine breite Öffentlichkeit erreichen.

Pfarrer Eric Oduro Wiafe wirkte auch als Präsident des Katholischen Instituts für Wirtschaft und Technologie (CIBT). Einige Bücher hatte der zielstrebige Theologe geschrieben. Auch liebte er das Reisen und war gerne unterwegs, wenn es die Zeit zuließ. So hatte er neben seinen Studiengängen in Deutschland seinen Master in katholischer Führung an der Franziskanischen Universität von Steubenvillle in Ohio (USA) abgeschlossen.

Nachrichten aus Ghana nach Eutingen

Mit den Eutingern blieb er immer in Kontakt, auch während der Corona-Pandemie. Er blieb verschont, hatte aber andere gesundheitliche Herausforderungen. Immer wieder schickte Eric Wiafe Nachrichten in seine ehemalige Seelsorgeeinheit, dass er diese bald besuchen wolle.

Im Sommer 2023 schickte er seinen Freunden eine Nachricht, dass es ihm sehr schlecht gehe. Er suchte international Hilfe. Trotz seiner Hoffnungen auf Heilung nach einer schweren Operation verstarb er. In seiner Heimat wurde er mit einer großen Messe und vielen Ehrenbriefen verabschiedet.

Nachdem seine Seelsorgeeinheit die offizielle Nachricht erhalten hatte, bereitete sie eine Gedenkfeier vor, zu der am Samstag, 26. Oktober, um 18.30 Uhr in der Eutinger Kirche alle eingeladen sind.