Die Beziehung zwischen dem FC Chelsea und Racing Straßburg ist um ein Kapitel reicher. Am „Deadline Day“ tauschten die Partnerclubs die Innenverteidiger – zum Leidwesen des BVB.
Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Innenverteidiger Aaron Anselmino erst vor wenigen Tagen von seinen Kurzzeit-Teamkollegen bei Borussia Dortmund. Denn erst im Sommer wurde der Argentinier vom FC Chelsea an den BVB verliehen – und fühlte sich dort offensichtlich wohl.
Doch die Engländer hatten andere Pläne mit dem 20-jährigen Abwehrtalent, der in Dortmund schnell die Herzen der Fans eroberte. Aufgrund einer Klausel im Leihvertrag, die Chelsea vor gut einer Woche aktivierte, hat der Klub-Weltmeister von 2025 die Leihvereinbarung mit Dortmund abgebrochen und Anselmino zurückgeholt. Den Premier-League-Fünften plagen Personalprobleme in der Defensive, zwei Spieler fallen verletzt aus. Anselmino, der in Dortmund auch Champions-League-Erfahrung sammelte, hätte diese Ausfälle auffangen können. Doch dazu kommt es nun überhaupt nicht.
Am Dienstag – dem „Deadline Day“ im europäischen Fußball – verkündete Racing Straßburg, dass Anselmino fortan als Leihgabe vom FC Chelsea beim elsässischen Erstligisten spielen wird. Mamadou Sarr – bislang von den Londonern an Racing verliehen – kehrt dagegen zu seinem Stammverein aus England zurück. Erst im Sommer war Sarr aus Straßburg zu Chelsea gewechselt, um direkt wieder zurück zum Partnerverein ins Elsass verliehen zu werden.
Beide Vereine gehören einer US-Investmentfirma
Sowohl Racing Straßburg als auch der FC Chelsea gehören „Blue Co“, einer Investmentfirma von Todd Boehly aus den USA. Immer wieder gab es zuletzt Transfers zwischen den beiden Clubs. Eine Situation, die vor allem der Ultra-Szene der Racing-Fans sauer aufstößt. Erst Anfang Januar, als Straßburg-Trainer Liam Rosenior quasi über Nacht an die Stamford Bridge wechselte, kritisierte die Straßburger Fanvereinigung Federation Supporters RCS diesen Schritt und sprachen unter anderem von der „Unterwerfung von Racing unter Chelsea“.
Auch der Ex-Racing-Trainer soll eine Rolle spielen
Das neue Tauschgeschäft in der Innenverteidigung dürfte weiteres Wasser auf die Mühlen der Multi-Ownership-Kritiker sein. Wie das Fachmagazin „Kicker“ berichtet, soll der neue Chelsea-Coach Rosenior die treibende Kraft hinter der Rückholaktion von Mamadou Sarr gewesen sein.
Anselmino, den man beim BVB gerne bis Saisonende gehalten hätte, war demnach nicht mehr als ein Puzzleteil – und nur eines von vielen Beispielen für die Verstrickungen zwischen dem FC Chelsea und Racing Straßburg.