Der Schömberger Hans Frech (von links) und seine Freunde Arno Wieland, Gottfried Burgert, Kurt Knössel und Klemens Wiegert aus der Rheinebene stehen auf dem Hof der Weilener "Wasenstube" vor ihren Traktoren. Geschlafen wird in den mitgebrachten Wohnwagen. Von Weilen aus unternehmen sie gemeinsame Schlepperausfahrten. Foto: Visel

So etwas sieht man nicht alle Tage: Fünf alte Traktoren, die Wohnwagen ziehen. Für die "Schlepper-Vagabunden" aus der badischen Rheinebene ist das freilich nichts Besonders. So gehen sie immer auf Tour. Derzeit statten sie ihren Freund Hans Frech aus Schömberg einen mehrtägigen Besuch ab. Ihr Quartier haben sie auf dem Hof der Weilener Wasenstube aufgeschlagen.

Schömberg/Weilen u. d. R. - Kennengelernt hat Frech, der mit seinem Traktor und Anhänger unter anderem schon in den Alpen war und 2018 in siebeneinhalb Wochen 7500 Kilometer entlang der deutschen Landesgrenzen gefahren ist, die vier Badener Arno Wieland, Gottfried Burgert, Kurt Knössel und Klemens Wiegert bei einem Traktortreffen vor vier Jahren in Grünmettstetten bei Horb.

Seit damals verbindet sie eine enge Freundschaft und die Leidenschaft für die alten Traktoren. Mehr noch: Für Aufsehen sorgen sie bei ihren Ausfahrten vor allem, weil sie ihre Wohnwagen angehängt haben. "Das ist doch etwas ganz Besonderes", sagt Wieland, "so etwas sehen die Leute nicht alle Tage."

Wenn sie in Kolonne fahren halten sie Abstand, damit die Autofahrer überholen und zwischen ihnen einscheren können. "Dass da natürlich manche schimpfen, ist uns klar. Aber wir hören es ja zum Glück nicht", sagt Burgert.

"In den Dörfern ist die Freude immer groß"

Das Faszinierende an solchen Ausfahrten sei, "dass wir vom Land viel mehr sehen, weil wir mit den Traktoren ja langsam unterwegs sind". Zudem fahre man, wenn möglich, vorwiegend auf Seitenstraßen und damit zwangsläufig durch viele Ortschaften. "In den Dörfern ist die Freude immer groß, wenn man uns sieht", beschreibt Kurt Knössel die Besonderheit solcher Ausfahrten: "Die Leute winken uns zu. Und bei den Stopps ergeben sich immer wieder interessante Gespräche."

Dürfen die Ehefrauen auch mitfahren? "Muss nicht unbedingt sein. Wir wollen uns bei unseren Touren ja erholen", lautet die Antwort. So schlimm freilich ist es nicht: "Natürlich waren auch schon unsere Frauen mit dabei, die teilweise auch selbst mit den Traktoren gefahren sind", erinnert sich Wieland etwa an eine 180 Kilometer lange Tour von Aachern an den Bodensee.

Bis Anfang kommender Woche wollen die vier Badener, die aus der Nähe von Bühl und aus Aachern kommen, im Schwäbischen bei Hans Frech bleiben. "Das kommt natürlich auch auf das Wetter an." So hatten die "Schlepper-Vagabunden" am Freitag eine Tour zum Klippen­eck und auf den Dreifaltigkeitsberg geplant. Am frühen Morgen waren sie sich aufgrund des regnerischen Wetters aber noch nicht sicher, ob sie diese Fahrt unternehmen sollen: "Zur Not fahren wir an den Schömberger Stausee und schauen uns das Minidorf bei der ›Waldschenke‹ an", hat Frech schon vorsorglich ein Alternativprogramm im Blick. Geplant ist über das Wochenende aber auch eine Tour ins Donautal.

Auf die älteren Schlepper ist Verlass

Die "Schlepper-Vagabunden" aus dem Rheintal, die schon seit vielen Jahren gemeinsam Touren unternehmen, sind mit Traktoren der Marken Güldner, Eicher und einem Hürlimann aus der Schweiz unterwegs. Auf die älteren Schlepper der Baujahre 1965, 1966 oder 1969 ist Verlass: "Die machen ihre Sache immer noch gut. Und wenn mal etwas kaputt geht, wissen sich die Traktor-Enthusiasten schon zu helfen. "Und zur Not haben wir ja den Arno dabei. Das ist unser Schmiermaxe", scherzt Knössel.

Mit dabei freilich ist auch immer Wielands Hund "Tiger". Der weiße Spitz macht jede Tour mit und sitzt auch an diesem Vormittag schon auf dem Traktor und wartet auf die Abfahrt. "Wenn der merkt, dass es losgeht, kommt der nicht mehr runter", sagt sein Besitzer. Das sorgt natürlich für Frotzeleien: "Das ist der Spitz, uns sein Herrchen ist der Spitzbube", erklingt es aus der Runde.

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